Der DFB-Kapitän wird bei Chelseas FA-Cup-Sieg ausgewechselt, Duisburger Frauen gewinnen den Pokal, Drobny verlässt die Hertha. Kurzmeldungen.

Das Double mit dem FC Chelsea hat DFB-Kapitän Michael Ballack möglicherweise teuer bezahlen müssen: Der 33 Jahre Mittelfeldstar der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wurde beim 1:0 (0:0)-Sieg der "Blues" im FA-Cup-Finale gegen den krassen Außenseiter FC Portsmouth im Londoner Wembley-Stadion in der 44. Minute mit einer Verletzung am rechten Knöchel ausgewechselt. Ballack wird sich nach DFB-Angaben an diesem Sonntag in London einer Kernspinuntersuchung unterziehen. Der Mittelfeldakteur hatte zuvor erste vorsichtige Entwarnung gegeben. "Gebrochen ist nichts, aber wir müssen die Untersuchung am Sonntag im Krankenhaus abwarten", sagte Ballack am Samstagabend. 29 Tage vor dem deutschen WM-Auftaktspiel gegen Australien in Durban (13. Juni) war Ballack beim FA-Cup-Finale vom Platz gehumpelt. Vorausgegangen war ein grobes Foulspiel des Ex-Berliners und -Dortmunders Kevin Boateng, der Ballack in der 35. Minute umgegrätscht und dafür nur die gelbe Karte kassiert hatte. Das Ausscheiden von Ballack ist ein Schock für Bundestrainer Joachim Löw, der zurzeit mit einem Teil seines WM-Kaders das Regenerations-Trainingslager auf Sizilien abhält. Bei der Siegerehrung stieg Ballack allerdings wieder die Treppenstufen hoch und nahm unmittelbar vor Teammanager Carlo Ancelotti die Trophäe entgegen. Der verletzte rechte Fuß war komplett getaped worden. Minutenlang wurde Ballack im Spiel an der Seitenauslinie behandelt. Der Vizeeuropameister versuchte zunächst, weiterzuspielen, allerdings waren die Schmerzen offensichtlich zu groß. In der 44. Minute wurde er von Ancelotti ausgewechselt und durch Juliano Belletti ersetzt. Didier Drogba (59.) per Freistoß erlöste den Meister und sicherte das erste Double für den Londoner Traditionsklub in der Vereinsgeschichte.

Ballack FC Chelsea, afp Bild vergrößern

Nach einem Foul von Kevin Boateng musste der verletzte Michael Ballack ausgewechselt werden. (© Foto: afp)

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Titelverteidiger FCR Duisburg hat sich bei der Pokalpremiere der Fußballfrauen in Köln als erster Titelträger nach der 25-jährigen Ära als Männer-Vorspiel in Berlin in die Geschichtsbücher eingetragen. Der deutsche Vizemeister bezwang im Endspiel vor der europäischen Rekordkulisse von 26.282 Zuschauern USV Jena 1:0 (0:0) und feierte damit den dritten Gewinn des DFB-Pokals nach 1998 und 2009. Mit dem hohen Zuschauerandrang in Köln wurde die bisherige Europa-Bestmarke für ein nationales Frauen-Vereinsspiel von 24.582 Zuschauern im englischen FA-Cup-Finale zwischen dem FC Arsenal und Leeds United (5. Mai 2008) geknackt. Das Siegtor erzielte Nationalspielerin Annike Krahn (51.) per Kopf. Inka Grings (86.) hatte mit einem Lattentreffer Pech.

Der französische Nationalspieler Franck Ribéry steht beim englischen Fußball-Meister FC Chelsea ganz oben auf der Einkaufsliste. Nach einem Bericht des konservativen Daily Telegraph will der Klub von Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack den Star von Bayern München im Sommer ebenso verpflichten wie Europameister Fernando Torres vom FC Liverpool und Sergio Agüero von Europa-League-Sieger Atlético Madrid. Trainer Carlo Ancelotti soll für die Transfers ein Budget von 117 Millionen Euro zur Verfügung haben. Ribéry hat bei den Bayern noch einen Vertrag bis 2011, allerdings drängen die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters schon seit Monaten auf eine vorzeitige Verlängerung. Erst Mitte der Woche machten Gerüchte die Runde, dass sich Ribéry mit den Bayern bereits über einen neuen Vertrag geeinigt habe.

Der Deutsche Fußball-Bund will noch im Juli eine Entscheidung in der Bundestrainer-Frage für die Zeit nach der Weltmeisterschaft. "14 Tage nach WM-Schluss brauchen wir Klarheit", erklärte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach am Samstag in Berlin und setzte damit mit Hinweis auf das weitere Programm der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erstmals eine Frist. Bereits für den 11. August ist ein Freundschaftsspiel gegen Dänemark in Kopenhagen vereinbart. Bis zum 25. August soll klar sein, ob Joachim Löw als Bundestrainer weitermacht oder ein neuer Chefcoach Deutschland in die Qualifikation für die EM 2012 führen wird. Löw hatte noch vor Beginn der WM-Vorbereitung, die derzeit in Sizilien läuft, zu seiner beruflichen Zukunft gesagt: "Es ist alles offen." Bis zum Turnier-Ende in Südafrika werde sich daran auch nichts ändern. "Man wird vorher keine Gespräche mehr führen und auch vorher die Verlängerung nicht mehr anstreben", betonte der 50- Jährige. Auch vonseiten des Deutschen Fußball-Bundes soll es jetzt keine Aktivitäten in der Trainer-Frage mehr geben. "Fest steht, dass es noch keine Entscheidung gibt", betonte Niersbach vor dem nationalen Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und Werder Bremen. Trotz der mit vielen Indiskretionen und gegenseitigen Beschuldigungen verbundenen gescheiterten Vertrags-Verlängerung am Anfang des WM-Jahres 2010 sehen sowohl der DFB als auch Löw noch immer die Chance, auch nach Südafrika zusammen weiterzuarbeiten.

Der Olympia-Zweite USA hat sich seinen Frust nach dem Vorrunden-Aus bei der Eishockey-WM gegen Kasachstan von der Seele geschossen. Zu Beginn der Abstiegsrunde fegte der zweimalige Weltmeister am Samstag den Aufsteiger in Köln mit 10:0 (4:0, 5:0, 1:0) vom Eis. Mit einem Sieg am Sonntag gegen Frankreich (12.15 Uhr) hätten die US-Boys den Klassenverbleib so gut wie sicher. Die Franzosen machten in Mannheim durch ein 2:1 (1:0, 0:0, 1:1) gegen Italien einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den Abstieg. Die "Squadra Azzurra" steht dagegen vor dem direkten Wiederabstieg.

Rafael Nadal ist beim ATP-Masters-Turnier in der spanischen Hauptstadt Madrid ins Endspiel eingezogen. Der an Nummer zwei gesetzte Spanier setzte sich nach verlorenem ersten Satz und insgesamt 2:16 Stunden Spielzeit mit 4:6, 6:2, 6:2 gegen seinen ungesetzten Landsmann Nicolas Almagro durch. Im Finale der mit 2,8 Millionen Euro dotierten Veranstaltung trifft der 23-Jährige auf den Sieger des zweiten Semifinales zwischen dem Schweizer Weltranglistenersten Roger Federer und dem Spanier David Ferrer.

Weltmeister Cadel Evans hat die siebte Etappe beim 93. Giro d'Italia gewonnen. Der australische Radprofi verwies am Samstag auf dem Teilstück von Carrara über 222 Kilometer nach Montalcino den Italiener Damiano Cunego und Alexander Winokurow aus Kasachstan auf die weiteren Plätze. Neuer Gesamtführender ist Winokurow, der den Italiener Vincenzo Nibali an der Spitze ablöste.

Torhüter Jaroslav Drobny wird den künftigen Fußball-Zweitligisten Hertha BSC Berlin erwartungsgemäß verlassen. Der 30-Jährige, dessen Vertrag ausläuft, ließ ein Ultimatum des Vereins zur Verlängerung verstreichen. "Wir haben Herthas Angebot nicht angenommen. Jaro wird den Verein verlassen", sagte Drobnys Berater Lars Baumgarten der Bild-Zeitung. Als Drobnys Nachfolger ist Gerhard Tremmel im Gespräch, der Energie Cottbus verlassen wird. Derweil hat sich Verteidiger Roman Hubnik nach übereinstimmenden Medienberichten für die Hertha entschieden. Der zurzeit am Knie verletzte Tscheche wechselt endgültig vom FK Moskau in die Hauptstadt. Bisher war Hubnik nur ausgeliehen, nun soll er die Nachfolge von Nationalspieler Arne Friedrich als Abwehrchef antreten. Der Schweizer Fabian Lustenberger will ebenfalls in Berlin bleiben.

Nur ein Jahr nach dem Abstieg darf der FC Ingolstadt auf eine schnelle Rückkehr in die zweite Fußball-Bundesliga hoffen. Der Drittligaklub aus Oberbayern gewann am Freitagabend das Relegations-Hinspiel gegen Hansa Rostock mit 1:0 (0:0) und hat den Aufstieg dadurch fest ins Visier genommen. Im Rückspiel am kommenden Montag (20.30 Uhr/NDR & BR) reicht Ingolstadt nun ein Remis. Den Hanseaten droht dagegen 19 Jahre nach dem Gewinn der letzten DDR-Meisterschaft der erstmalige Gang in die Drittklassigkeit. Vor 7538 Zuschauern erzielte Steffen Wohlfarth (73. Minute) das wichtige Tor.

Für Norwegens Kapitän Tommy Jakobsen ist die Eishockey-WM nach einer Undiszipliniertheit vorzeitig beendet. Der Weltverband IIHF sperrte den Verteidiger des Weltranglistenelften nach dessen Matchstrafe bei der 1:12-Pleite gegen Olympiasieger Kanada für den Rest des Turniers. Jakobsen, der früher in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bei der Düsseldorfer EG und den Augsburger Panthern unter Vertrag stand, hatte im zweiten Drittel der Partie einen Schiedsrichter beleidigt und den anderen beim Verlassen des Eises mit der Schulter leicht berührt. Nach Ansicht der Videoaufnahmen geht die IIHF-Disziplinarkommission von einer absichtlichen Berührung aus, während Jakobsen beteuert, dies sei versehentlich passiert. "Ich habe das Gefühl, dass kleinere Teams hier benachteiligt werden. Das habe ich dem Schiedsrichter auch gesagt. Die Worte will ich aber nicht wiedergeben, die sind nicht jugendfrei", sagte der 39-Jährige. Norwegen trifft in der Zwischenrundenspiele am Sonntag (16.15 Uhr) auf Lettland und am Montag (16.15) auf die Schweiz.

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(sueddeutsche.de/dpa/sid/dav)