Englischer Nationalcoach kritisiert die Absetzung seines Kapitäns John Terry wegen Rassismus-Verdachts scharf, Dortmunds Robert Lewandowski erteilt Gerüchten um einen Wechsel nach München eine Absage. Sven Bender ist nur leicht verletzt, Manchester United holt drei Tore in Chelsea auf, in Italien patzen alle Spitzenteams. Sport kompakt
Fußball in England, Streit um John Terry: Nationaltrainer Fabio Capello hat den englischen Fußballverband wegen der Absetzung von Kapitän John Terry hart kritisiert. "Ich bin überhaupt nicht einverstanden mit der Entscheidung der FA. Das habe ich dem Präsidenten auch gesagt", schimpfte Capello am Sonntagabend in London in einem Interview des italienischen Senders Rai Uno. Chelsea-Kapitän Terry war vom Verband als Spielführer des Nationalteams abgesetzt worden, weil er einen Gegenspieler rassistisch beleidigt haben soll und sich dafür vor Gericht verantworten muss. "Für mich ist Terry immer noch England-Kapitän", sagte Capello nun. Damit geht der Coach offen auf Konfrontationskurs zu seinem Arbeitgeber. Er habe Verbandschef David Bernstein bereits gesagt, dass Terry nicht bestraft werden dürfte, ehe das Gericht nicht die Schuld des Innenverteidigers festgestellt habe. "Ich denke, es wäre richtig gewesen, wenn Terry die Kapitänsbinde behalten würde", sagte Capello.
Anzeige
Bundesliga, Borussia Dortmund: Robert Lewandowski vom deutschen Fußball-Meister Borussia Dortmund hat Gerüchten um einen Wechsel zu Bayern München eine deutliche Absage erteilt. "Ich spiele beim Meister. Was soll ich bei Bayern?", sagte der Stürmer im Interview dem kicker. Zuletzt gab es Spekulationen, die Münchner hätten Interesse an dem Polen, der beim BVB eine überragende Saison spielt. 14 Saisontreffer und sieben Vorlagen hat Lewandowski bereits auf dem Konto. Laut Lewandowski habe es zwar einen Anruf gegeben, aber der 23-Jährige wisse gar nicht, von wem. "Ich habe meinem Berater gesagt: Davon will ich nichts hören. Es kommt für mich nicht infrage, Dortmund zu verlassen", sagte Lewandowski. Sogar eine vorzeitige Verlängerung des bis 2014 laufenden Vertrags könne sich Lewandowski vorstellen.
Fifa gegen ägyptischen Fußballverband: FIFA-Präsident Sepp Blatter will die Spitze des ägyptischen Fußballverbands (EFA) wieder einsetzen. Die Entlassung des Vorstands durch den ägyptischen Ministerpräsidenten Kamal el Gansuri erkenne er nicht an, sagte Blatter am Sonntag in der paraguayischen Hauptstadt Asuncion, wo er an einem Sonderkongress des Südamerikanischen Fußballverbandes teilnimmt. Bei der Entlassung handele es sich um "direkte Einmischung" der Regierung. Die EFA-Spitze hatte am Samstag erklärt, geschlossen zurückzutreten. Daher war man davon ausgegangen, dass der Weltfußballverband das Rücktrittsgesuch annehme. Am Mittwoch waren bei Ausschreitungen nach einem Fußballspiel 74 Menschen ums Leben gekommen.
Bundesliga, Borussia Dortmund: Borussia Dortmund muss zwei Wochen auf Sven Bender verzichten. Wie eine medizinische Untersuchung ergab, hat sich der Mittelfeldspieler des deutschen Fußballmeisters beim 2:0 seiner Mannschaft am Freitag in Nürnberg einen Teilabriss des Außenbandes im linken Sprunggelenk und eine Dehnung des Syndesmosebandes zugezogen. Bender wird seiner Mannschaft damit im Pokal-Viertelfinale am Dienstag bei Holstein Kiel und im Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen fehlen. Im günstigsten Fall kann er in der Auswärtspartie am 18. Februar bei Hertha BSC wieder eingesetzt werden.
Fußball in England, Premier League: Manchester United hat einen Dämpfer im Premier-League-Titelrennen hinnehmen müssen. Beim FC Chelsea konnte das Team von Trainer Sir Alex Ferguson einen 0:3-Rückstand nach einer dramatischen Aufholjagd nur noch in ein 3:3-Remis verwandeln. Damit hat ManU nach dem 24. Spieltag wieder zwei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Manchester City (57 Zähler), der am Samstag bereits einen 3:0-Heimsieg gegen den FC Fulham gefeiert hatte. "Das waren zwei verlorene Punkte, weil ich denke, dass wir das bessere Team waren", sagte United-Coach Ferguson. Auch Chelsea-Trainer André Villas-Boas war sauer. "Das ist eine Riesen-Enttäuschung. Wir haben es aus unseren Händen gegeben", sagte der Portugiese.
Fußball in Italien, Serie A: Miroslav Klose und Lazio Rom haben am 22. Spieltag der italienischen Serie A einen Rückschlag im Kampf um die Tabellenspitze erlitten. Nach zwei Ligasiegen in Folge unterlagen die Römer beim FC Genua mit 2:3 (0:2). Die Tore für die Heimmannschaft erzielten Bosko Jankovic (25./46.) und Rodrigo Palacio (10.). Cristian Ledesma (54., Elfmeter) und Alvaro Gonzalez (90.) gelangen die Treffer für Lazio. Klose leistete die Vorarbeit beim Tor zum Endstand. Acht Minuten vor Schluss sah der Römer Modibo Diakite zudem noch die Rote Karte. Lazio bleibt mit 39 Punkten in Lauerstellung zur Spitze, da die Topteams am Sonntagnachmittag allesamt patzten. Spitzenreiter Juventus Turin kam im Heimspiel gegen den AC Siena nicht über ein 0:0 hinaus und bleibt mit 45 Zählern einen Punkt vor Meister AC Mailand, der sich vom SSC Neapel ebenfalls mit einem torlosen Remis trennte. Milans Starstürmer Zlatan Ibrahimovic sah in der 64. Spielminute nach einer Tätlichkeit die Rote Karte. Der Tabellendritte Udinese Calcio unterlag trotz des 16. Saisontors von Liga-Toptorjäger Antonio di Natale 2:3 (1:1) beim AC Florenz und bleibt bei 41 Punkten. Pokalsieger Inter Mailand kam beim AS Rom böse mit 0:4 (0:2) unter die Räder.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Thema
- sport kompakt RSS
- Sport kompakt Sambia gewinnt Afrika-Cup 12.02.2012
- Sport kompakt Höfl-Riesch scheidet im Slalom aus 11.02.2012
- Sport kompakt Felix Loch gewinnt Gold bei Heim-WM 11.02.2012
- Sport kompakt Rooney schießt ManU an die Spitze 11.02.2012
- Sport kompakt Breno wieder am Knie operiert 10.02.2012
- Sport kompakt Lob und Kritik für Klose 10.02.2012
- Sport kompakt Aue gegen 1860 München abgesagt 09.02.2012
Verrückter Eisladen in der Maxvorstadt
Champions-League-Finale
Das scheinen sich immer mehr Top-Spieler der Bundesliga zu fragen, auf die die Bayern ein Auge geworfen haben. Erst Götze, dann Reus und jetzt auch Lewandowski. Derweil muss sich die Bayern-Chefetage von ihren Leistungsträgern auf dem Feld sagen lassen, dass der Ersatzbank die Klasse fehle und es momentan für die Tabellenspitze nicht reiche. Sogar der brave und loyale Lahm äußerst erste kritische Töne Richtung Management.
Wenn nächsten Samstag gegen Tabellenkellerkind Kaiserslautern zu Hause kein fußballerisches Feuerwerk abgebrannt und überzeugend gewonnen wird, könnte es bereits zum Rückrundenbeginn richtig ungemütlich werden. Abo-Meister und das Maß aller Bundesligadinge sind die Bayern jedenfalls nicht mehr und das ist auch gut so für die Entwicklung des Spitzenfußballs.
Nach Marco Reus will nun ein weiterer sehr guter Fussballspieler nicht zum FC Bayern. Bekommt der "miasanmia" Club nun die Rechnung eines immer wieder vorgelebten zweifelhaften Umgangs mit guten bis sehr guten Fussballspielern in den letzten 20 Jahren? Gut, dass es mittlerweile andere Bundesligavereine auf hohem Niveau gibt, die den Spielern ähnlich gute Perspektiven ermöglichen wie der FC Bayern und diese Spieler auch respektvoll behandeln. Das Gehalt scheint nicht mehr das einzig entscheidene Kriterium zu sein. Das ist gut für den Wettbewerb in der Bundesliga, gut für den Fussball, gut für die Spieler - vielleicht weniger erfreulich für den FC Bayern - auf jeden Fall sehr gut für den neutralen, objektiven Fussballfan.