Tschechien verliert bei der Eishockey-WM, Fifa-Chef Blatter warnt vor seiner Abwahl, Timo Boll steht nach Sieg über Dimitrij Ovtcharov im WM-Halbfinale, Siegesserie von Tennis-Profi Mayer gestoppt. Sport kompakt

Finaljubel im hohen Norden, Trauer beim Titelverteidiger und Rekordchampion: Schweden und Finnland sind bei der Eishockey-WM ins Endspiel gestürmt und haben Tschechien und Russland den Coup vermasselt.

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WM-Finale erreicht: Schweden (im Bild) schlägt Tschechien. (© dpa)

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Schwedens junge Wilde holten Weltmeister Tschechienvom Eishockey-Thron. Die Tre Kronor mit elf Spielern unter 23 Jahren besiegten im Halbfinale der WM in der Slowakei den Titelverteidiger mit 5:2 (0:0, 2:1, 3:1) und nahmen selbst Kurs auf ihr neuntes Gold.

Für die Tschechen um den 39-jährigen Jagr endete eine Serie von zwölf WM-Siegen. Im siebten WM-Duell in der K.o.-Runde seit 2001 revanchierten sich die Schweden für die Halbfinal-Niederlage vor einem Jahr in Köln, als sie 2:3 nach Penaltyschießen verloren hatten. Die Skandinavier haben damit bereits ihre 18. WM-Medaille in den letzten 20 Jahren sicher.

Vor 9285 Zuschauern in der Ondrej Nepela Arena in Bratislava brachte Patrik Elias die Tschechen in Führung (21.). Doch nur vier Minuten später glich der 22-jährige Patrik Berglund in Überzahl mit seinem siebten Turniertor aus. Der gleichaltrige Mikael Backlund schoss die Schweden in Führung. Zudem verschoss Loui Eriksson noch einen Penalty (38.). Im Schlussdrittel machten Jagr und Co. noch einmal Druck. Doch der starke schwedische Torwart Viktor Fasth machte fast alle Chancen zunichte. Jimmie Ericsson (49.) und der 20-jährige Marcus Krüger (53.) sorgten für die Entscheidung. Elias gelang nur noch eine Korrektur (55.), Patrik Berglund stellte in der Schlussminute mit seinem achten Turniertreffer ins leere Tor den Endstand her.

Nach dem Sieg Schwedens sorgte Finnland am Freitagabend beim 3:0 (0:0, 1:0, 2:0) gegen Russland für die zweite Überraschung. Die Suomi-Helden in Bratislava waren Mikael Granlund, der mit einem Traumtor (26.) den Sieg einleitete, Jani Lajunen (48.) und Jarkko Immonen (50.). Die Finnen spielen nun am Sonntag (20.15 Uhr/Sport1) gegen Schweden um ihr zweites WM-Gold. Zuvor (16.15 Uhr) kämpfen Russland und Tschechien um Bronze.

Timo Boll ist nur noch einen Sieg von der ersten Einzel-Medaille bei Tischtennis-Weltmeisterschaften entfernt. Der 30 Jahre alte Europameister bezwang am Freitag in Rotterdam seinen Freund, Trainingspartner und Nationalteam-Kollegen Dimitrij Ovtcharov in einem umkämpften Match mit 4:2 Sätzen. Damit qualifizierte sich der Weltranglisten-Zweite zum zweiten Mal in seiner Karriere für ein WM-Viertelfinale. In der Runde der letzten Acht ist an diesem Samstag (15.15 Uhr) der Chinese Chen Qi oder der Weißrusse Wladimir Samsonow die letzte Hürde vor dem Sprung auf das WM-Podest. Bei Tischtennis-Titelkämpfen werden traditionell zwei Bronzemedaillen vergeben. Zuletzt hatte Eberhard Schöler vor 42 Jahren als Zweiter bei der Heim-WM 1969 in München eine Medaille im wichtigsten Individual-Wettbewerb für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) geholt.

Amtsinhaber Joseph Blatter hat in einer Art Regierungserklärung eindringlich vor einem FIFA-Präsidenten Mohamed bin Hammam gewarnt. Beim Kongress des Fußball-Weltverbandes am 1. Juni in Zürich gehe es um "alles oder nichts", schrieb Blatter am Freitag in einem Beitrag für die Schweizer Boulevardzeitung Blick. Seinen Herausforderer aus Katar kritisierte der 75-Jährige scharf - ohne den Namen des Asiatischen Verbandschefs zu nennen. Die Präsidentenwahl durch die 208 Mitgliedsverbände "kann zu einer tektonischen Plattenverschiebung führen mit irreversiblen Schäden. Es geht um den Fortbestand der FIFA schlechthin. Darum, ob die erfolgreich gewachsene Weltorganisation des Fußballs nach diesem Datum noch weiterbesteht oder in einem schwarzen Loch verschwindet", schrieb Blatter in einem Kommentar, der im Blick, der Gazzetta dello Sport und Mundo Deportivo veröffentlicht wurde. Ungeachtet der jüngsten Korruptionsvorwürfe gegen hochrangige Funktionäre seiner "Regierung" rechnet der Schweizer fest mit einem Wahlsieg. "Ich bin zuversichtlich, dass ich die Wahl mit einer klaren Zwei-Drittel-Mehrheit gewinnen werde", schrieb Blatter.

Der Siegeszug des Bayreuther Tennisprofis Florian Mayer beim ATP-Masters-Turnier in Rom ist gestoppt. Der 27 Jahre alte Davis-Cup-Spieler unterlag im Viertelfinale dem Briten Andy Murray 6:1, 1:6, 1:6. Nach rund 1:40 Stunden entschied der Weltranglistenvierte die erste Auseinandersetzung der beiden auf der ATP-Tour für sich. Im ersten Satz hatte Mayer den britischen Favoriten noch deutlich im Griff. Dann hatte sich Murray besser auf die Spielweise eingestellt des Deutschen eingestellt und ließ Mayer keine Chance mehr. Dennoch kann die deutsche Nummer eins mit der Woche zufrieden sein. Durch den Einzug in die Runde der letzten Acht der mit rund 2, 23 Millionen Euro dotierten Veranstaltung wird Mayer in der neuen Weltrangliste erstmals unter den Top 25 geführt. Seine gute Form will der Oberfranke in der kommenden Woche auch beim Power Horse World Team Cup in Düsseldorf unter Beweis stellen.

Beim 1. FC Köln scheint eine Verpflichtung von Fußball-Lehrer Ståle Solbakken nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Zwar gab Volker Finke noch keine Einigung mit dem 43 Jahre alten Norweger bekannt, bestätigte aber Kontakte. "Ich kann nicht leugnen, mich mit ihm getroffen zu haben. Ich habe ein interessantes Gespräch mit Solbakken geführt", kommentierte der Kölner Sportdirektor am Freitag vielsagend. "Erst wenn alles klar ist, werde ich mich näher dazu äußern. Dann werde ich auch sagen, warum ich mich in diese Richtung engagiert habe." Offenbar stehen noch weitere Gespräche der Kölner mit dem norwegischen Fußball-Verband NFF an. Der 43 Jahre alte Solbakken, der zuletzt beim dänischen Meister FC Kopenhagen große Erfolge feierte, hatte einen Dreijahresvertrag als norwegischer Nationaltrainer zum 1. Januar 2012 unterschrieben. Allerdings soll darin eine Ausstiegsklausel enthalten sein, falls er zu einem europäischen Club wechselt. Dem Vernehmen nach sind sich die Kölner und der NFF über die Höhe der Ablösesumme noch uneins. Sie soll zwischen 250.000 und 520.000 Euro liegen.

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