Alle großen europäischen Bezahlsender setzen auf Fußball - und haben damit deutlich mehr Erfolg als Premiere.

In Deutschland nutzen nur etwa zehn Prozent der Fernsehhaushalte Pay-TV, in anderen europäischen Ländern liegt dieser Anteil deutlich höher. Alle Bezahlsender setzen zwar auf das Zugpferd Live-Fußball, obwohl die Rechte teuer sind. In Deutschland hat Premiere aber weniger Erfolg und mit einer Vielzahl privater und öffentlich-rechtlicher Free-TV-Sender zu kämpfen. Was macht die Konkurrenz im Ausland besser?

Cris Lyon

Canal Plus überträgt die Ligue 1, besonders gerne Cris (Bild) und Serienmeister Olympique Lyon. (© Foto: AFP)

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Frankreich: Nach schwierigen Jahren geht es dem größten Bezahlsender Canal Plus wieder besser. Der Sender schreibt schwarze Zahlen und gewinnt Abonnenten. Mehr als fünf Millionen waren es Ende 2006. Die gesamte Gruppe Canal Plus, die zum Mischkonzern Vivendi gehört und über Satellit diverse Spartenkanäle ausstrahlt, zählte 8,6 Millionen feste Kunden. Nicht in den Griff bekommen hat Canal Plus jedoch die hohe Kündigungsrate, jedes Jahr springen knapp zwölf Prozent der Abonnenten ab.

Immerhin wurde die Gruppe vor kurzem den größten Konkurrenten los, indem sie ihn sich einverleibte: Télévision par Satellite (TPS), mit dem er sich jahrelang Preisschlachten lieferte. Jetzt ist die Gruppe die Nummer eins in Europa und Frankreich. Der Marktanteil liegt heute bei 3,4 Prozent, Tendenz sinkend, auch wegen der großen Konkurrenz.

Obwohl der Sender ein Vollprogramm liefert, setzte er von Beginn an auf die Zugpferde Sport, vor allem Fußball, und auf Kinofilme. Ungewöhnlich für deutsche Verhältnisse: Canal Plus beteiligt sich sogar an Kinofilmproduktionen und strahlt viele Streifen exklusiv aus. Die Fußballrechte erwarb der Sender bis 2008 für teure 600 Millionen Euro pro Saison und ächzt unter den steigenden Kosten.

Indirekt finanziert er so die französische Liga und erwarb sogar den Klub Paris Saint-Germain, den er Anfang des Jahres wieder verkaufte. Sein früher Erfolg ermöglichte es Canal Plus, in Europa zu expandieren, unter anderem in Skandinavien, Osteuropa, Spanien und Italien. Der Sender entwickelte sich zu einem der wenigen europäischen Medienunternehmen. Der Preis war eine hohe Verschuldung. 1990 war Canal Plus am deutschen Pay-TV Premiere beteiligt. Jetzt wird ihm Interesse nachgesagt, dort wieder einsteigen zu wollen.

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