Der Argentinier Messi vom FC Barcelona hat, wie sein Vorbild Maradona, die Hand für ein Tor zuhilfe genommen. Der Meisterschaftsentscheidung hat es nicht weitergeholfen - die wurde auf den letzten Spieltag vertagt.

Die Hand Messi(a)s, Vorentscheidung durch Barca verpasst und Pole Position für die Königlichen - im Kampf um den spanischen Meistertitel gab es am Samstag am 37. Spieltag ein denkwürdiges Fernduell zwischen den Fußball-Giganten FC Barcelona und Real Madrid.

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Dabei wandelte "Wunderkind" Lionel Messi im Titel-Krimi der Primera Division eneut auf den Spuren seines Idols Diego Armando Maradona. Der 19 Jahre alte Argentinier erzielte den ersten seiner zwei Treffer beim 2:2 gegen Ortsrivale Espanyol mit der linken Hand und legte eine Kopie jener Szene hin, mit der Maradona bei der WM 1986 in Mexiko im Viertelfinale gegen England (2:1) Fußball-Geschichte geschrieben hatte.

Damals sprach "Dieguito" davon, es sei die "Hand Gottes" gewesen, die den Treffer gegen das Fußball-Mutterland ermöglicht habe.

Bereits am 18. April beim 5:2 gegen den Bernd-Schuster-Klub FC Getafe im Pokalhalbfinale hatte "Messidona" mit einem sensationellen Dribbling über das halbe Spielfeld eine fast exakte Kopie eines Maradona-Tores aus dem 86er Duell mit England abgeliefert.

Gottes Hilfe war nicht genug

Die "Hand Messi(a)s" brachte den Katalanen im Titelkrimi jedoch nicht den erhofften Vorteil. Nachdem Real in Saragossa eine Minute vor Spielende durch den Niederländer Ruud van Nistelrooy zum 2:2 ausgeglichen hatte, kassierten die Katalanen 16 Sekunden später noch das 2:2 durch Raul Tamudo.

"Gottes Hilfe war nicht genug", spottete die Zeitung Sport, und Marca schrieb: "Das Tor Messis hätte in die Geschichte eingehen können, doch so blieb es eine Anekdote." "Wir hätten heute gewinnen müssen", sagte Messi nach dem Spiel und verschwand prompt in den Katakomben, als ihn ein Reporter auf das Hand-Tor ansprach.

Barca und Real gehen beide mit 73 Punkten in den letzten Spieltag. Viel spricht dafür, dass Real den ersten Meistertitel in vier Jahren gewinnt. Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich, und den haben die Hauptstädter für sich entschieden.

"Ich habe nie daran gedacht, dass wir noch die Meisterschaft holen. Und auch jetzt glaube ich nicht, dass wir es in der Hand haben", meinte Madrids Trainer Fabio Capello pessimistisch. Dies ist jedoch kein Wunder, denn der Coach stand bei den Madrilenen nach einer miserablen Hinrunde doch bereits vor dem Aus.

"Wir haben eine große Chance vergeben, doch wir werden kämpfen, so lange wir eine rechnerische Chance haben", sagte dagegen Barcelonas Trainer Frank Rijkaard. Seine Mannschaft steht am letzten Spieltag gegen Schlusslicht Tarragona genauso vor einer lösbaren Aufgabe wie Real, das gegen Real Mallorca antritt.

Nur noch geringe Chancen auf den Titel hat der FC Sevilla. Der UEFA-Cup-Sieger kam bei Real Mallorca nur zu einem 0:0. Der Klub des deutschen Ex-Nationalspielers Andreas Hinkel geht am 17. Juni mit zwei Punkten Rückstand in die letzte Partie gegen den FC Villarreal und muss auf Ausrutscher der Top-Klubs hoffen.

"Ich habe das Gefühl, dass wir heute eine historische Titelchance vergeben haben. Doch vielleicht denkt man in Madrid und Barcelona ähnlich", sagte Sevillas Coach Juande Ramos, der sich kaum noch Hoffnungen auf den ersten Titelgewinn seit 1946 macht.

Messis "Handstreich" löste im Stadion große Proteste aus. Mehrere Espanyol-Akteure stürmten auf den Schiedsrichter, doch das Tor wurde anerkannt. Messi ließ sich nicht schocken und erzielte in der 57. Minute noch das 2:1 von der rechten Seite. Pech nur für Barca, dass Tamudo (29./90.) mit seinen Toren die Siegträume platzen ließ.

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(sid)