Spaniens Torschützen im Finale Zwei unerwartete Entscheider
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Fernando Torres erzielt das 3:0 und wird Torschützenkönig, die prägenden Treffer jedoch gelingen zwei anderen Spaniern: Silva und Alba. Einer wurde als Jugendlicher vom FC Barcelona ausgemustert.
Für Jordi Alba hat das mit der Fußballkarriere begonnen, wie es sich ein kleiner spanischer Junge gewöhnlich erträumt: Neun Jahre war er alt, als er in die Barça-Akademie "La Masia" aufgenommen wurde. Dribbeln, verteidigen, Tore schießen - in der legendären Talentschmiede sollte er zu dem getrimmt werden, was heute in und mit Spanien Titel gewinnt.
Schnell entwickelte sich der Traum jedoch zum Trauma: Mit 16 Jahren war der Glaube in Albas Fußballkünste bei den Barça-Bossen gebrochen, er musste die Schule wieder verlassen. Die offizielle Begründung: Er war ihnen nicht groß genug.
Wie sehr man mit 1,70 Meter dennoch herausragen kann, zeigte der 23-jährige Alba beim EM-Finale gegen Italien. Es war die 41. Minute, Andrea Pirlo tänzelte noch unbeschwert und wohlwollend über den Rasen, als Alba die gegnerische Abwehr einfach überlief. Mit einem ambitionierten 70-Meter-Sprint zum italienischen Tor, einer perfekten Vorlage von Xavi und einem eiskalten Schuss verwandelte er aus zwölf Metern sicher zum 2:0. Null Respekt vor Gianluigi Buffon, dem viermaligen Welttorhüter des Jahres.
Für Buffon, der an diesem Abend insgesamt vier Tore verkraften musste, begann die Demütigung aber schon mit dem frühen - ebenso unhaltbaren - Kopfballtor von David Silva in der 14. Minute. Silva, Alba? Es wurde viel schwadroniert in der spanischen Presse über die Aufstellung mit oder ohne Stürmer, über den Einsatz von Fernando Torres oder Cesc Fàbregas. Es wurde gerätselt, wer das Finale entscheiden würde - die Namen Silva und Alba tauchten dabei nicht auf.
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Für 14 Millionen Euro nach Barcelona
Trainer Vicente del Bosque wechselte beständig zwischen Torres und Fàbregas. Doch als es um den historischen Sieg der Spanier ging, als zum ersten Mal ein Team einen EM-Titel verteidigen wollte, entschieden mit Alba und Silva zwei andere Spieler das Finale. Und das schon zur Halbzeit. Dass es Torres mit seinem späteren 3:0 gegen resignierende Italiener noch zum Torschützenkönig schaffte, bleibt dabei eine Randbemerkung.
In jedem EM-Spiel kam David Silva zum Einsatz, wurde in fünf der sechs Partien in der zweiten Halbzeit ausgewechselt. Wohl auch, weil er seine Arbeit dann meistens schon verrichtet hatte. Beim 4:0-Erfolg über Irland in der Vorrunde schoss er das zweite Tor in der 49. Minute, im Viertelfinale gegen Frankreich spielte er den entscheidenden Pass zum 1:0 durch Xabi Alonso (19. Minute). Der 26-Jährige war bei den Spaniern ein wichtiger, aber meist unauffälliger Vorbereiter.
Für Silva ist es - wie für viele seiner Kollegen - der dritte internationale Titel in Serie. Für Jordi Alba ist es der erste. Erst im Oktober vergangenen Jahres feierte der 23-Jährige sein Debüt in der Nationalmannschaft, elf Spiele hat er mittlerweile absolviert. Dass es mittlerweile wieder ganz gut für Alba läuft, ist offensichtlich. Seine Klasse hat nun auch der FC Barcelona wiederentdeckt, er verpflichtete die Abwehrkraft von Valencia für 14 Millionen Euro. Trotz seiner Größe.