Spanien beim Confed-Cup Mit Stoßstürmer Martínez ins Maracanã

Javi Martínez und seine Spanier stehen im Finale.

(Foto: dpa)

Der Confed-Cup mag sportlich fragwürdig sein, doch er hat sein Traumfinale bekommen. Nach 120 zähen Halbfinal-Minuten setzt sich Weltmeister Spanien im Elfmeterschießen gegen Italien durch - mit eher unspanischen Mitteln.

Von Carsten Eberts

Xavis Augen wirkten müde, der Körper restlos erschöpft. Gerade hatte der Spanier seinen Elfmeter verwandelt, doch aus seinem Gesicht war nicht abzulesen, ob er nun getroffen oder verschossen hatte. Dem sonst so eleganten Spielgestalter standen die Schweißperlen auf der Stirn, einige seiner Kollegen lagen zuvor mit Wadenkrämpfen auf dem Rasen. Xavi wollte unter die Dusche, ins Kühlbecken. Oder einfach nur ins Bett.

Die Saison war sehr lang, insbesondere für Xavi und seine Kollegen beim FC Barcelona. Nun mussten sie auch noch zum Confed-Cup, bei dem sie sich im Halbfinale mit den Italienern über 120 Minuten so sehr auf den Füßen standen, dass schließlich die Strafstoßlotterie entscheiden musste.

Weil der Italiener Leonardo Bonucci den Ball über die Latte drosch und Jesus Navas den finalen Schuss sicher verwandelte, siegten die Spanier 7:6 (0:0,0:0). "Wir hatten das Glück im Elfmeterschießen. Jetzt müssen wir sehen, dass wir uns schnell erholen", gestand Trainer Coach Vicente del Bosque. Im Finale am Sonntag wartet Brasilien. Es ist das Gigantenduell, das sich vor allem die Gastgeber so sehr erhofft hatten.

Halbfinale des Confed-Cups Spanien macht erst spät Traumfinale perfekt

Spanien steht im Finale um den Confed-Cup. Der Welt- und Europameister tut sich gegen Italien allerdings sehr schwer und siegt erst im Elfmeterschießen mit 7:6. Im Endspiel kommt es am Sonntag zum Duell mit Gastgeber Brasilien.

Bei den Italienern übertünchte der Stolz die Enttäuschung. "Die Jungs haben von der ersten bis zur letzten Minute ein tolles Spiel gezeigt", sagte Coach Cesare Prandelli. Die Begegnung sei für sein Team eine große Prüfung gewesen: "Wir haben bewiesen, dass wir über die nötige Qualität verfügen, um gegen die Besten zu bestehen." Und das sogar ohne Mario Balotelli, ihren besten, jedoch verletzten Stürmer. Prüfung bestanden, befand Prandelli.

Ein Jahr vor der WM ist dies kein schlechtes Zeugnis. Die Italiener hatten sich immerhin schon einmal gegen einen großen Gegner akklimatisieren können. Am frühen Nachmittag herrschten in der Küstenstadt Fortaleza Temperaturen locker über 30 Grad. Das sind Dinge, mit denen sich die Fifa in den kommenden Monaten bis zur WM befassen muss, als deren Generalprobe der Confed-Cup ja gilt. Ob Spiele in Fortaleza in der Mittagshitze tatsächlich Sinn ergeben - nicht um 16 Uhr wie am Donnerstag, sondern bereits um 13 Uhr, wenn es noch deutlich über 30 Grad heiß ist.

Wer versuchte, das Halbfinale sportlich einzuordnen, bekam Probleme. So unerwartet präsentierten sich beiden Teams. Zunächst die Italiener. Vor dem Spiel wurden sie verlacht, weil Prandelli gerne ein modernes Abwehrsystem spielen lassen wollte, mit offensiven Verteidigern, die Angriffe selbst einleiten. Das Ergebnis waren acht Gegentore bis zum Halbfinale, allein drei davon gegen das fußballerische Mittelklasseteam aus Japan - und einiger Spott in der Heimat.