Skispringen Freund gewinnt beim Weltcup-Auftakt

Überraschung beim Skispringen: Severin Freund gewinnt in Lillehammer. Camille Muffat stellt einen neuen Weltrekord im Schwimmen auf. Rafael van der Vaart hat sich vermutlich einen Muskelfaserriss zugezogen. Italiens Fußballverband entschuldigt sich für den Überfall auf Fans von Tottenham Hotspur. Die deutschen Kombinierer enttäuschen beim Weltcup-Auftakt, Evi Sachenbacher-Stehle überzeugt beim Biathlon.

Sportnachrichten in Kürze

Severin Freund gewinnt beim Weltcup-Auftakt.

(Foto: dpa)

Skispringen, Weltcup: Skispringer Severin Freund hat beim Weltcup-Auftakt in Lillehammer völlig überraschend für einen deutschen Sieg gesorgt. Der 24-Jährige aus Rastbüchl, der sich im April einer Bandscheiben-Operation unterziehen musste, setzte sich auf der Normalschanze nach Sprüngen auf 99 und 100,5 Meter mit 268,5 Punkten durch - vor dem Österreicher Thomas Morgenstern (267,2 Punkte/99+102 Meter) sowie dem Norweger Anders Bardal (267,0/98+101). Für Freund war es der dritte Weltcup-Erfolg seiner Laufbahn. Der nach dem ersten Durchgang sensationell führende Weltcup-Neuling Andreas Wellinger aus Ruhpolding (266,1/103+98,5) kam auf einen glänzenden fünften Platz.

Schwimmen, Weltrekord: Schwimm-Olympiasiegerin Camille Muffat hat bei der Kurzbahn-EM in Chartres einen Weltrekord über 400 Meter Freistil aufgestellt. Die Französin unterbot in 3:54,85 Minuten die drei Jahre alte Marke der Britin Joanne Jackson um sieben Hundertstel. Bereits vor acht Tagen war Muffat, die bei den Olympischen Spielen in London Gold über 400 Meter gewonnen hatte, Weltrekord über die doppelte Distanz geschwommen.

Handball, Champions League: Die Füchse Berlin haben in der Champions League einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht. Bei RK Zagreb gewannen die Hauptstädter am Samstagabend dank eines furiosen Sturmlaufes in der zweiten Halbzeit 25:23 (9:12). Mit nun 10:2 Punkten haben die Füchse in ihrer Sechser-Vorrundengruppe den Einzug in die K.o.-Runde damit dicht vor Augen. Die besten vier Teams ziehen in die nächste Runde ein. "Mit einem Sieg in Zagreb wären wir so gut wie durch", hatte Bob Hanning vor der Partie auf einen Erfolg gesagt. Eine Woche nach dem 29:27-Heimsieg gegen den kroatischen Meister erfüllte die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson ihrem Geschäftsführer dessen Wunsch in eindrucksvoller Weise. Am 7. Spieltag treten die Berliner am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr bei Dinamo Minsk (7:5 Punkte) an.

Hamburger SV, Rafael van der Vaart: Rafael van der Vaart vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV befürchtet das vorzeitige Hinrunden-Aus. "Es wird schwer, dieses Jahr noch mal zu spielen. Die Verletzung schmerzt mich mehr als die Niederlage", sagte der Mittelfeldspieler nach dem 0:2 des HSV bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Bei van der Vaart besteht der Verdacht auf einen Muskelfaseriss im rechten Oberschenkel. Der niederländische Nationalspieler ging bei einem Laufduell mit Düsseldorfs Adam Bodzek ohne Gegnereinwirkung zu Boden und wurde in der 32. Minute ausgewechselt. "Fest steht, dass es sich um eine Muskelverletzung handelt und er auf jeden Fall in der kommenden Woche ausfallen wird", sagte HSV-Sprecher Jörn Wolf der Nachrichtenagentur dapd. Eine genaue Diagnose soll dann eine Kernspintomografie am Sonntag ergeben. Somit wird der niederländische Nationalspieler den Hanseaten auf jeden Fall am kommenden Dienstag im Heimspiel gegen Schalke 04 und am darauf folgenden Sonntag beim VfL Wolfsburg nicht zur Verfügung stehen.

Premier League, FC Arsenal: Die deutschen Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski und Per Mertesacker haben mit dem FC Arsenal in der Premier League einen Rückschlag erlitten. Die Gunners kamen am Samstag nicht über ein 0:0 bei Aston Villa hinaus. Dabei blieb der Ex-Kölner Podolski, der zuletzt im Liga-Derby gegen Tottenham Hotspur (5:2) und beim Champions-League-Sieg gegen Montpellier (2:0) getroffen hatte, unglücklich im Abschluss. Er wurde wie an den vorigen zwölf Spieltagen ausgewechselt (70. Minute). Innenverteidiger Mertesacker hatte im Villa Park in Birmingham eine Schrecksekunde zu überstehen, als er unglücklich auf seine linke Schulter fiel (34.), aber nach kurzer Behandlung weiterspielen konnte. Arsenal bleibt mit 20 Punkten vorerst Tabellensechster. Das vom früheren Dortmund-Profi Paul Lambert trainierte Villa-Team hat erst 10 Zähler.

Leichtathletik, Usain Bolt: An Usain Bolt führt kein Weg vorbei. Auch nicht bei der Wahl zum Welt-Leichtathleten des Jahres. Zum vierten Mal nach 2008, 2009 und 2011 wurde der jamaikanische Sprinter vom Leichathletik-Weltverband IAAF ausgezeichnet. Bolt setzte sich bei der Wahl gegen Hürdenläufer Aries Merritt (USA) und Mittelstreckenläufer David Rudisha (Kenia) durch. Bei den Olympischen Spielen in London hatte Bolt seine Goldmedaillen über 100 und 200 Meter verteidigt. Zur Welt-Leichtathletin des Jahres wurde Allyson Felix (USA) gekürt. Die Sprinterin gewann die Wahl gegen Kugelstoßerin Valerie Adams (Neuseeland) und die britische Mehrkämpferin Jessica Ennis. Die Sieger wurden zum Abschluss des 100. Verbandsjubiläums des IAAF in Barcelona am Samstag bekannt gegeben.

Fangewalt, AS Rom: Nach den Angriffen von Hooligans des italienischen Fußball-Erstligisten AS Rom auf Anhänger von Tottenham Hotspur hat sich nun der italienische Verband FIGC entschuldigt. In einem offiziellen Brief an den englischen Verband FA verurteilte FIGC-Präsident Luigi Abete die Randale im Zentrum Roms ebenso wie die antisemitischen Parolen während der Begegnung in der Europa League am Donnerstag zwischen AS-Stadtrivale Lazio Rom und den Spurs (0:0). "Leider war wieder einmal ein Fußballmatch Vorwand für eine Gruppe von Kriminellen, um ihren rassistischen und antisemitischen Wahnsinn freien Lauf zu geben. Der Angriff auf die englischen Fans verletzt das Ansehen unseres Fußballs und entspricht keineswegs der Gastfreundlichkeit Roms", hieß es in dem Brief an den FA-Präsidenten David Bernstein. Der englische Verband hatte bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) am Freitag eine Untersuchung der Vorfälle gefordert. "Wir sind betrübt und alarmiert über die Ausschreitungen und die Gesänge", sagte ein FA-Sprecher. Die Polizei geht davon aus, dass der Angriff seit längerer Zeit geplant war. Die Ermittler berichteten, dass die Rowdys gezielt auf die Tottenham-Anhänger in einem Lokal auf dem Platz Campo dei Fiori losgegangen seien. Dabei wurden zehn Fans verletzt, ein Engländer musste mit schweren Stichwunden notoperiert werden.

Nordische Kombination: Die deutschen Kombinierer haben im ersten Weltcup-Wettbewerb der Saison in Lillehammer enttäuscht. Der Olympia-Zweite Björn Kircheisen aus Johanngeorgenstadt belegte nach dem Springen und dem 10-km-Skilanglauf den 13. Rang, Manuel Faißt aus Baiersbronn folgte auf Platz 15. Es gewann der im Springen achtplatzierte Norweger Magnus Moan mit einer Sekunde Vorsprung auf den Franzosen Jason Lamy-Chappuis. Dritter wurde in der Olympiastadt von 1994 der Österreicher Bernhard Gruber (3,3 Sekunden zurück). Der Rückstand von Kircheisen auf den Gewinner betrug 20,6 Sekunden, Faißt kam mit 24,4 Sekunden Rückstand ins Ziel. Janis Morweiser (Oberstdorf) und Weltmeister Eric Frenzel (Oberwiesenthal) belegten die Plätze 26 sowie 27.

Biathlon: Evi Sachenbacher-Stehle hat gleich bei ihrer internationalen Biathlon-Premiere die Weltcup-Norm geknackt. Die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin belegte am Samstag beim IBU-Cup im schwedischen Idre im 7,5-Kilometer-Sprint Rang 24. Die 31-Jährige, die erst seit dieser Saison bei den Skijägerinnen an den Start geht, leistete sich zwar im eigentlich als leichter eingestuften Liegendanschlag vier Fehlschüsse. Beim Stehendschießen blieb sie aber fehlerlos und kam mit einem Rückstand von 1:33,4 Minuten auf die norwegische Siegerin Hilde Fenne (22:36,1 Minuten/1 Fehler) ins Ziel. Damit erfüllte die Bayerin gleich die Qualifikationskriterien für einen Start im Weltcup. Laut Reglement des Weltverbandes IBU musste sie in einem Einzel- oder Sprintrennen ein Ergebnis erbringen, das maximal 15 Prozent hinter der Durchschnittszeit der ersten Drei liegt. "Wir können sehr zufrieden sein", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. "Beim ersten Schießen war sie sicher aufgeregt. Aber wie sie sich dann gefangen hat, war fantastisch." Am Sonntag folgt noch ein Sprintrennen (13.00 Uhr). Nach Planungen des Trainerstabes könnte Sachenbacher-Stehle im slowenischen Pokljuka Mitte Dezember bei den weltbesten Skijägern starten. Bis dahin soll sie im IBU-Cup in Beitostölen (Norwegen) Rennerfahrung sammeln.

Rodeln: Anke Wischnewski hat überraschend den Weltcup-Auftakt der Rodlerinnen in Innsbruck-Igls gewonnen und ihren zweiten Sieg überhaupt geholt. Die 34-Jährige war am Samstag nach zwei Durchgängen auf der Olympiabahn von 1976 0,074 Sekunden schneller als Natalie Geisenberger. "Ich bin sehr zufrieden, obwohl mein zweiter Lauf gar nicht so gut war", sagte Wischnewski. Auf den dritten Platz kam die Kanadierin Alex Gough (0,152 Sekunden zurück). Mit dem vierten Platz musste sich die Weltmeisterin und Siegerin des Gesamt-Weltcups der vergangenen Saison, Tatjana Hüfner, begnügen. Junioren-Weltmeisterin Aileen Frisch wurde Fünfte.

Zweier-Bob: Die deutschen Bobpiloten Sandra Kiriasis und Francesco Friedrich sind beim Weltcup im kanadischen Whistler jeweils aufs Podest gefahren. Beim dritten Saison-Rennen belegte die Olympiasiegerin von 2006 aus Winterberg am Freitag (Ortszeit) im Zweierbob Platz drei hinter Kaillie Humphries und Fabienne Meyer. Humphries legte auf der Olympiabahn von 2010 zweimal eine Laufbestzeit hin und kam in 1:48,68 Minuten deutlich vor Meyer (+0,69 Sekunden) und Kiriasis (+0,82 Sekunden) ins Ziel. Bei den Männern gelang Friedrich ebenfalls ein dritter Platz. Der WM-Vierte aus Pirna musste sich lediglich Doppel-Weltmeister Steven Holcomb und dem Kanadier Lyndon Rush geschlagen gegeben. Sowohl Kiriasis als auch Friedrich liegen damit in der Gesamtwertung auf Rang zwei hinter Humphries und Holcomb.

Ski Abfahrt, Daniel Albrecht: Der Schweizer Ski-Rennläufer Daniel Albrecht hat sich bei seinem Sturz beim Abfahrtstraining im kanadischen Lake Louise einen Innenbandriss im linken Knie und eine Kniescheibenluxation zugezogen. Das ergab eine Untersuchung im Krankenhaus in Calgary. Wie lange der frühere Kombinations-Weltmeister pausieren muss, ist offen. Albrecht wird in den nächsten Tagen zu weiteren Untersuchungen nach Bern verlegt. Albrecht, mit der hohen Nummer 67 gestartet, kam im obersten Streckenabschnitt an einer vermeintlich harmlosen und flachen Stelle zu Fall und landete im Fangnetz. Die Schweizer müssen in diesem Winter schon den Ausfall von Beat Feuz wegen einer Entzündung im linken Knie verkraften.

Basketball, NBA: Vierte Auswärtsniederlage im vierten Spiel: Die schwarze Serie auf fremdem Boden geht für die Los Angeles Lakers in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA weiter. Im Topspiel bei den Memphis Grizzlies unterlag das Team um Superstar Kobe Bryant am Freitag (Ortszeit) 98:106 (49:56). Memphis bleibt dagegen das Team der Stunde und feierte mit dem neunten Sieg im elften Spiel den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Rudy Gay war mit 21 Punkten bester Werfer bei den Grizzlies, für die Lakers waren auch 30 Punkte von Bryant am Ende nicht genug.

Badminton, Juliane Schenk: Badminton-Spielerin Juliane Schenk hat beim Jahresabschluss-Turnier der Super Series in Hongkong den Einzug ins Endspiel knapp verpasst. Die 29 Jahre alte Berlinerin, in der Weltrangliste auf Platz vier geführt, verlor am Samstag im Halbfinale der mit 350.000 Dollar dotierten Veranstaltung gegen die Weltmeisterin Wang Yihan aus China mit 8:21, 21:19, 15:21. Eine Woche zuvor bei den China Open hatte die EM-Zweite Schenk die Asiatin noch bezwungen. Juliane Schenk ist bereits für das Super-Series-Finale der acht besten Spielerinnen qualifiziert. Sie schloss die Serie als zweitbeste Spielerin ab. Im Juni konnte sie als erste Deutsche in Singapur sogar ein Super- Series-Turnier gewinnen, außerdem stand sie in zwei weiteren Finals.