Super-Kombination Viletta gewinnt das nächste Gold für die Schweiz

Sandro Viletta: Gold in der Super-Kombination

Sandro Viletta siegt als erster Skirennfahrer aus der Schweiz in der Super-Kombination. Sein Landsmann Dario Cologna holt im Skilanglauf über 15 Kilometer seine zweite Goldmedaille. Skeleton-Pilot Frank Rommel hat nach zwei Läufen kaum noch Medaillenchancen.

Ski alpin, Super-Kombination: Der Schweizer Skirennfahrer Sandro Viletta ist überraschend Olympiasieger in der Super-Kombination. Viletta fuhr am Freitag nach Rang 14 in der Abfahrt im Slalom nach ganz nach vorn. In 2:45,20 Minuten lag der 28-Jährige in Krasnaja Poljana 34 Hundertstelsekunden vor dem Kroaten Ivica Kostelic. Dessen Vater Ante hatte den schwierigen Slalom gesetzt. Kostelic galt wegen seiner starken Abfahrt am Morgen als Gold-Favorit. Rang drei ging an den Italiener Christof Innerhofer. Deutsche hatten sich für die Super-Kombination nicht qualifiziert.

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Langlauf, 15 Kilometer: Fünf Tage nach seinem Triumph im Skiathlon über 30 Kilometer hat der Schweizer Skilangläufer Dario Cologna seinen 15-Kilometer-Triumph von Vancouver 2010 wiederholt. Der 27-Jährige siegte dieses Mal im klassischen Stil mit einem Vorsprung von 28,5 Sekunden vor dem Schweden Johan Olsson. Bronze ging an dessen Landsmann Daniel Richardsson (38,8 zurück). Bester eines deutschen Quartetts war Axel Teichmann aus Lobenstein mit einem Rückstand von 1:12,7 Minuten auf Rangt acht. Elfter wurde Hannes Dotzler (Sonthofen), auf Platz 14 landete Jens Filbrich (Frankenhain). Tim Tscharnke (Biberach) beendete das Rennen auf Position 26.

Skeleton, Frank Rommel: Skeleton-Pilot Frank Rommel hat zur Halbzeit des Olympia-Rennens bereits deutlichen Rückstand auf die Medaillenränge. Der Eisenacher blieb am Freitag im zweiten von vier Durchgängen auf dem siebten Rang und liegt mehr als eine Sekunde hinter dem drittplatzierten Amerikaner John Daly. Mehr als zwei Sekunden vor Rommel geht der Russe Alexander Tretjakow als überlegen Führender in die beiden abschließenden Durchgänge am Samstag. Der Lette Martins Dukurs ist Zweiter bei den Winterspielen von Sotschi. Alexander Kröckel aus Oberhof fiel im zweiten Lauf von Rang acht weiter zurück und hat keine Chance mehr auf Edelmetall.

Skispringen, Österreicher: Bei Österreichs Skispringern fliegen einen Tag vor dem Finale auf der olympischen Großschanze in Sotschi die Fetzen. Wie mehrere österreichische Medien übereinstimmend berichten, hat der zweimalige Olympiasieger Gregor Schlierenzauer vor dem Wettbewerb am Samstag ordentlich Dampf abgelassen. "Die Trainer müssen sich Gedanken machen, warum es bei mir im Moment nicht funktioniert", sagte Schlierenzauer, der von der Normalschanze nicht über Platz elf hinausgekommen war. Zudem kritisierte der frühere Vierschanzentournee-Sieger, dass sein Heimtrainer Markus Maurberger in Russland nicht mit vor Ort sein kann. "Es wäre schön, wenn man mit den Trainern, mit denen man das ganze Jahr über arbeitet, auch beim Höhepunkt arbeiten kann", sagte Schlierenzauer der Tageszeitung Krone. Der Verband wollte das Trainerteam möglichst klein halten und verzichtete daher auf eine Nominierung Maurbergers. Nun ist das vor Ort befindliche Trainerteam um Nationalcoach Alexander Pointner gefragt. "Ich mache das, was mir aufgetragen wird", sagte Schlierenzauer.

Chefcoach Pointners Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: "Gregor kann sich Aufmerksamkeit holen, wenn er auf der Schanze einen runterbrettert!" Der 24 Jahre alte Schlierenzauer war eigentlich nach Sotschi gereist, um seine erste olympische Goldmedaille in einem Einzelspringen zu holen. Ansonsten hat der Tiroler alles gewonnen, was es im Skispringen zu gewinnen gibt. Der sechsmalige Weltmeister und 52-malige Weltcupsieger war allerdings nicht in Topform nach Russland gereist. Seinem Heimtrainer Maurberger sendet Schlierenzauer seine Sprünge aktuell als Videodatei per Mail, analysiert wird dann gemeinsam via Skype.

Sotschi 2014 Alles zu Olympia
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Trauerflor-Verbot, Erik Lesser: Silbermedaillengewinner Erik Lesser hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) für das Trauerverbot kritisiert. "Wenn man so eine emotionale Sache als Propaganda hinstellt, ist das extrem schade", sagte er am Freitag im Deutschen Haus von Krasnaja Poljana. Einen Tag zuvor hatte er Silber im Biathlon über 20 Kilometer gewonnen. "Das ist keine Propaganda und keine Rebellion. Ich kann die Argumentation des IOC nicht nachvollziehen", kritisierte der 25-Jährige. Das IOC ermahnte Norwegens Langläuferinnen für das Tragen eines Trauerflors im Skiathlon. Anlass war der Tod des Bruders der Langläuferin Astrid Jacobsen.

Langlauf, Staffeln Frauen: Claudia Nystad kommt am Samstag zu ihrem vierten olympischen Staffel-Einsatz. Die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin wurde am Freitag als vierte Läuferin für die Team-Entscheidung nominiert. Damit verzichtet das deutsche Team auf Katrin Zeller aus Oberstdorf. Zuvor hatten sich die Trainer bereits auf Nicole Fessel (Oberstdorf) und Stefanie Böhler (Ibach) für den klassischen Part sowie Denise Herrmann (Oberwiesenthal) für die Freistil-Distanz festgelegt. Die Oberwiesenthalerin Nystad hatte bei ihren bisherigen drei olympischen Staffel-Rennen eine Gold- und zwei Silbermedaillen gewonnen.

Curling, Deutschland: Die deutschen Curler haben bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi auch ihr fünftes Spiel verloren und bleiben als einziges punktloses Team Letzter der Tabelle. Die Mannschaft um Skip John Jahr unterlag am Freitag den USA mit 5:8 und kann den Einzug ins Halbfinale, das nur die ersten vier von zehn Mannschaften erreichen, abhaken. Das dritte und siebte End, in dem die Amerikaner jeweils vier Steine schrieben, waren im "Ice Cube" entscheidend.