Großartige Stimmung im Zielbereich, die Fahrer loben das "geniale Event": Der Team-Wettbewerb überrascht seine Kritiker. Am Ende gewinnt Frankreich - und nicht der große Favorit aus Österreich.
Sie dürften diese WM wohl sofort verlassen. Das Team-Hotel räumen, wortlos, grußlos - sie müssten sogar den Antrag stellen, dass das vertraute Attribut "Ski-Nation" nie wieder im Zusammenhang mit dem österreichischen Männerteam genannt werden darf.
Ski-WM 2011 Keine Schande gegen Frankreich auszuscheiden
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Die Kritik im eigenen Land, dass es für das österreichische Männerteam in Super-G und Abfahrt trotz Favoritenstellung nicht zu einer Goldmedaille gereicht hatte, war relativ heftig. Nur die Frauen waren erfolgreich, sehr sogar, die Männer nicht. Der Team-Wettbewerb sollte nun endlich das erste Gold bescheren - bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften hatte Österreich schließlich gewonnen.
Doch es kam alles anders. Die Österreicher zogen zwar recht souverän ins Finale ein, unterlagen dort jedoch Frankreich. Wieder kein Gold - beim Endstand von 2:2 hatten die Franzosen die bessere Gesamtzeit.
Die Enttäuschung darüber war groß - sie rückte jedoch bald in den Hintergrund, als die Schwere der Knieverletzung von Benjamin Raich bekannt wurde: Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie, Knorpelabbruch des äußeren Schienbeinkopfes und einen Teileinriss des äußeren Meniskus. Raich soll noch am Mittwoch operiert werden.
Die Einordnung des Team-Wettbewerbs, dem jüngsten aller WM-Formate, ist schwierig. Eigentlich ist das Team-Rennen eine attraktive Angelegenheit - ein Parallel-Riesenslalom, ein direktes Duell, bei dem die Zuschauer vom Zielbereich aus das gesamte Rennen verfolgen können. Zwei Frauen und zwei Männer pro Runde, der Sieger erhält jeweils einen Punkt, am Ende wird addiert. Steht es nach vier Fahrern 2:2, entscheidet die bessere Gesamtzeit der besten Frau und des besten Mannes.
Unattraktiv war jedoch, dass viele Nationen den Wettbewerb nicht sonderlich ernst nahmen: Fünf sagten ihren Start ganz ab, viele andere schonten ihre besten Fahrer, unter anderem Deutschland, das auf Maria Riesch, Viktoria Rebensburg und Kathrin Hölzl verzichtete. Da half es nichts, dass der Weltskiverband einzig für diesen WM-Wettbewerb ein Preisgeld auslobte.
Die Österreicher hingegen starteten hochambitioniert. Sie fuhren in voller Besetzung - mit Anna Fenninger, Marlies Schild, Michaela Kirchgasser, Benjamin Raich, Romed Baumann und Philipp Schörghofer, besser geht es kaum. Im Viertelfinale gegen Kroatien musste noch die bessere Zeit entscheiden, im Halbfinale hatte Italien dann keine Chance. Im Finale gegen Frankreich gewannen Fenninger und Baumann ihre Läufe, Schörghofer und Kirchgasser verloren jedoch. Schörghofer kam eine halbe Sekunde hinter Richard Cyprien ins Ziel - zu viel für Gold.
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und warum ist beim Stande von 2:2 nicht Nicolas Sarkozy gegen Andrea Merkel angetreten?
Ganz klar, sie hätte mit ihren teflonbeschichteten Skiern locker gewonnen.
Ein 25 Sekunden langer Riesentorlauf auf einem Idiotenhügel ohne komplexere Torkombinationen wollen uns die Medien als Highlight der WM verkaufen.
Ich hoffe, dass das Publikum kritisch genug ist, den fehlenden sportlichen Wert dieser Veranstaltung zu erkennen. Es ist ein künstlicher Wettbewerb. Noch dazu sind von den vier Startern eines "Teams" zwei völlig überflüssig, wenn die anderen zwei gut genug sind. Das ist dann kein echtes Team.