Ski alpin Rebensburg - abseits der Ideallinie zum Sieg

Viktoria Rebensburg jubelt nach ihrem Zieleinlauf.

(Foto: AP)
Von Max Sprick

Für ihre Konkurrentinnen hatte Viktoria Rebensburg keinen Blick. Sie schaute nicht zu, wie die anderen Fahrerinnen bei frühlingshaften Verhältnissen in Maribor mit der Strecke zu kämpfen hatten. Rebensburg interessierte nicht, dass gleich mehrere Fahrerinnen ausschieden. Sie konzentrierte sich nur auf sich und ihren Lauf - und hatte damit Erfolg.

Ihr erster Lauf war "mittelmäßig", sagte Rebensburg. Mit 0,37 Sekunden Rückstand auf die Österreicherin Eva-Maria Brem ging sie als Zweite in den zweiten Durchgang. Und der? "War von oben bis unten voll Chaos." Rebensburg schaute zwar nicht auf die Fahrfehler der anderen, ihr unterlief allerdings selbst einer. Direkt nach dem Start überdrehte sie am dritten Tor. "Ich habe den Speed aber relativ gut mitgenommen", sagte die 26-Jährige später im ARD-Interview. Wieder war sie mit ihrem Lauf nicht zufrieden, zwischendurch war sie ein ums andere Mal weit weg von der Ideallinie gefahren.

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"Als ich ins Ziel einfuhr, dachte ich eigentlich, ich wäre Zehnte oder so", sagte Rebensburg. War sie aber nicht. Als sie ins Ziel einfuhr, hatte sie den Kurs mit Bestzeit abgeschlossen.

Daran konnte auch Brem nichts mehr ändern, sie kam mit 0,32 Sekunden Rückstand auf Rebensburg ins Ziel. Die durfte so den zweiten Erfolg im Riesenslalom in Serie feiern, gewann schließlich vor Ana Drev aus Slowenien und der Liechtensteinerin Tina Weirather. "Umso schöner", sei dieser Sieg für sie, sagte Rebensburg, "weil ich zwischendrin ja gar nicht mehr daran geglaubt hatte".

In der Riesenslalom-Gesamtwertung liegt sie nun 32 Punkte hinter Brem auf Rang zwei. Auch darauf will Rebensburg nicht schauen. Die Führung im Weltcup zu übernehmen, sei erstmal nicht ihr Ziel: "Ich konzentriere mich von Rennen zu Rennen."