Maria Riesch führt dank eines vierten Platzes im Slalom wieder im Gesamt-Weltcup - allerdings so knapp, dass das Saisonfinale zur Nervenprobe wird. Wenn denn das Wetter mitspielt. Lindsey Vonn will dafür für Hilfe von oben beten.
Tom Stauffer stand oben, an der Einfahrt zum Zielhang, und man muss ihn nicht fragen, ob er angespannt war. "Logisch", sagt Tom Stauffer, der Cheftrainer der deutschen Skirennfahrerinnen, "jeder von uns war angespannt, das ist so in so einer Situation." Und dann startete Maria Riesch.
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Hat sich die Führung im Gesamtweltcup vor dem letzten Rennen wieder zurückgeholt: Maria Riesch. (© Getty Images)
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Die Woche war bislang nicht gut verlaufen für Maria Riesch, sie begann mit ein paar Aussagen, in denen sie sich zu Worten hinreißen ließ, die sie ursprünglich vermeiden wollte: dass Lindsey Vonn sie angelogen habe zum Beispiel. Es ging um die Vermutung, dass Vonn für die letzten Rennen einen anderen Schuh verwende, als sie vorgebe, und es ging um Ehrlichkeit in einer Freundschaft, die Maria Riesch plötzlich vermisste, weil Lindsey Vonn die Sache mit dem Schuh ihr gegenüber abstritt. Es war ein Thema, das ablenkte vom Sportbetrieb, und man will ja eigentlich keine Themen, die ablenken, zumal in so einer Woche, in der die letzten Rennen der Saison ausgetragen werden. In der es um alles geht, um den Gesamtweltcupsieg, um eine vorerst einmalige Karrierechance. Die Sache mit dem Schuh, sagt Susanne Riesch, Maria Rieschs Schwester, habe vielleicht ein bisschen Unruhe verursacht.
Am Mittwoch, bei der Abfahrt, wurde Maria Riesch dann nur 17., Lindsey Vonn wurde Vierte und übernahm die Führung im Gesamtweltcup. Bis dahin war Maria Riesch fast die gesamte Saison Erste gewesen, sie wirkte jetzt nervös, es sah nicht gut aus für Maria Riesch. Am Donnerstag aber wurde der Super-G wegen des schlechten Wetters in Lenzerheide abgesagt, das war gut für Riesch, weil Vonn ja in den Speed-Rennen zumeist die Bessere war bislang. Und am Freitag nun: der Slalom, Rieschs beste Disziplin. Nach dem ersten Durchgang lag Riesch auf Platz zwei, hinter der Österreicherin Marlies Schild; Vonn lag auf Rang 14.
Als Maria Riesch sich aus dem Starthaus schob, hatte die Slowenin Tina Maze bereits eine Bestzeit vorgelegt, Vonn dagegen lag nach einem fehlerhaften Lauf nur auf Position elf. Rieschs Rückstand auf Vonn im Gesamtranking betrug 23 Punkte, die Chance, das Bild wieder zu drehen, war nun riesengroß für Maria Riesch. Sie kurvte von Tor zu Tor, schnell, zielstrebig, aber der Schnee war schon sehr weich jetzt, die Piste war nicht mehr gut, und dann fuhr sie an Tom Stauffer vorbei, in den Zielhang, wo die Piste am schlechtesten war.
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