Sieg des FC Bayern bei Mainz 05 Elf-Mann-Flügelzange mit Türsteher-Modus

Der FC Bayern strebt maschinengleich dem Meistertitel entgegen - und stellt einen historischen Rekord auf. Bisher kann noch nicht einmal das unzufriedene Bankpersonal den Betriebsfrieden nachhaltig stören. Richtig Gegenwind bekommt eigentlich nur Sportvorstand Sammer zu spüren, zumindest kurzzeitig.

Von Maik Rosner, Mainz

Um 17:24 Uhr war Arjen Robben schon aus dem Stadion verschwunden, und gemessen am zeitlichen Rückstand hat die Unzufriedenheit bei Mario Gomez über die Rolle als Ergänzungsspieler noch längst nicht das kritische Niveau des zur Zeit ziemlich übellaunigen Kollegen erreicht. Ganze 13 Minuten nach Robben verließ Gomez die Arena, um 17:37 Uhr, auch nicht gerade vergnügt, aber immerhin einigermaßen gefasst.

Vielleicht hätte sich das geändert, wenn er Philipp Lahm gelauscht hätte, der in seinen Ausführungen gerade auch die beiden unfreiwilligen Teilzeitkräfte des FC Bayern bedachte. "Das gehört zum Fußball und zu einem Topverein. Wir sind ein Topverein, da wird es immer Härtefälle geben", sagte der Kapitän und verlieh dem Gesamtkonstrukt noch schnell ein Qualitätssiegel, welches die Gemütslage bei Robben und Gomez auch nicht gerade spiegelte. "Die ganze Saison ist ein Schritt nach vorne", befand Lahm.

Zwölf Minuten nach der Pause ist die Partie entschieden

Das 3:0 (1:0) der Münchner beim FSV Mainz 05 war in der Tat der Ausdruck einer besonderen Klasse, die es der Mannschaft des Trainers Jupp Heynckes in der Bundesliga derzeit erlaubt, maschinengleich dem Meistertitel entgegen zu streben. Anfangs hatten die Mainzer die Bayern mit aggressiven Balleroberungsstrategien zwar noch im Aufbau gehemmt. Doch als die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel kurz vor der Pause nur ein kleines bisschen nachließ, erzielte Thomas Müller umgehend die Führung (41.). Zwölf Minuten nach dem Seitenwechsel ist die Partie dann bereits entschieden.

Mario Mandzukic hatte sein 13. und 14. Saisontor bejubelt (50./57.) - und wieder einmal fehlten Robben und Gomez später die Argumente, um ihre Plätze, belegt durch Müller und Mandzukic, einfordern zu können. Die Ergänzungsspieler werden sich weiter gedulden müssen. Für Gomez bietet nun immerhin die Reise mit der Nationalmannschaft nach Paris, zum Länderspiel gegen Frankreich, Abwechselung. Der Angreifer darf bei Bundestrainer Joachim Löw auf eine Art Beschäftigungstherapie hoffen.

"Wir sind rundum zufrieden. Drei Spiele, neun Punkte, sieben Tore."

In München kommen sie derweil aus dem Schwärmen über den Lauf der Stammelf gar nicht mehr heraus. Präsident Uli Hoeneß federte beschwingt aus dem Stadion, der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge setzte gar zu einer bemerkenswerten Eloge an, die das ganze Selbstverständnis des enteilten Tabellenführers in sich bündelte.

"Wir sind rundum zufrieden. Drei Spiele, neun Punkte, sieben Tore, keines zugelassen: Wir haben einen Rückrundenstart nach Maß gehabt", fasste Rummenigge vergnügt zusammen. Die Darbietung nach der Pause sorgte bei ihm für besondere Verzückung. "Viel besser als wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben, kann man nicht spielen. Das war eine Super-Leistung der Mannschaft", flötete er, "das zweite und dritte Tor waren Delikatessen des Fußballs."