Die Pleitenserie der deutschen Schwimmer bei Olympia ist gestoppt: Die 4x200-m-Freistilstaffel mit Franziska van Almsick, Petra Dallmann, Antje Buschschulte und Hannah Stockbauer beendete die medaillenlose Zeit in Athen mit Bronze.

In 7:57,35 Minuten musste sich das Quartett nur den USA und China geschlagen geben. Die USA übertrafen auf den Tag genau nach 17 Jahren den Uralt-Weltrekord der DDR um 2,05 Sekunden.

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"Wir haben vor Glück alle ein bisschen geweint, auch ich hatte Tränen in den Augen", gab Franziska van Almsick zu, nachdem sie zuvor lange fast ungläubig auf die Anzeigetafel gestarrt hatte.

Derweil fielen sich ihre Teamkolleginnen immer wieder aufs Neue in die Arme und bejubelten die erste Medaille im 16. Wettbewerb der Spiele von Athen wie einen Olympiasieg.

"Es war supergut, wie wir das zusammen geschafft haben", sagte Hannah Stockbauer, die als Schlussschwimmerin auf der ungewohnten Distanz die finale Attacke der Australierin Petria Thomas abwehrte und den knappen Vorsprung ins Ziel rettete.

"Freigeschwommen"

Vor allem Stockbauer fühlte sich vier Tage nach ihrer Vorlauf-Pleite über 400 m Freistil im Aufwärtstrend. "Die Staffel-Teilnahme gibt mir Auftrieb für den 800-m-Vorlauf am Donnerstag. Ich hoffe, dass ich mich jetzt freigeschwommen habe", sagte die Erlangerin, die erst durch die Verletzung der ursprünglich vorgesehenen Britta Steffen zum Staffeleinsatz kam.

Franziska van Almsick verzichtete nach einem mäßigen Vorlauf-Auftritt über 100 m Freistil (11. in 55,57 Sekunden) auf das Halbfinale am Abend, um ihre Kräfte für die Staffel zu schonen.

Die internationalen Glanzlichter des fünften Wettkampftages setzten jeweils über 100 m Freistil die 20-jährige Australierin Jodie Henry, die im Halbfinale in 53,52 Sekunden den vierten Weltrekord der Athener Spiele markierte, und der "fliegende Holländer" Pieter van den Hoogenband mit seinem insgesamt dritten Olympia-Gold nach seinem Doppelschlag von Sydney.

Hinter "Hoogie" (48,17) gingen Silber an Südafrikas Staffel-Olympiasieger Roland Schoeman (48,23) und Bronze an Australiens Superstar Ian Thorpe (48,25), der damit bereits seine vierte Medaille in der griechischen Hauptstadt abholte.

Russlands "Zar" Alexander Popow, Doppel-Olympiasieger in Barcelona und Atlanta, war bei seinen vierten Spielen im Halbfinale gescheitert.

Sein zweites Athen-Gold holte Kosuke Kitajima (Japan/200 m Brust in 2:09,44 Minuten), Otylia Jedrzejczak (Polen/200 m Schmetterling in 2:06,05) ihr erstes nach zweimal Silber.

US-Superstar Michael Phelps schlug in 1:58,52 Minuten als Halbfinalschnellster Kurs auf sein viertes Gold und seine insgesamt sechste Medaille bei diesen Sommerspielen ein.

Über 200 m Brust erreichte die WM-Vierte Anne Poleska mit der viertbesten Zeit (2:26,59 Minuten) den Endlauf am Donnerstag.

Dagegen schied die wie Poleska in den USA studierende deutsche Rekordlerin Birte Steven (2:29,22) als Elfte aus.

Halbfinal-Schnellste war Weltrekordlerin Amanda Beard aus den USA (2:25,62).

Routinier Christian Keller sorgte für eine weitere Enttäuschung aus deutscher Sicht. Der 32 Jahre alte Essener schied bei seiner vierten Olympia-Teilnahme über 200 m Lagen als 21. in schwachen 2:02,93 Minuten bereits im Vorlauf aus und erhöhte die Zahl der deutschen Erstrundenausfälle auf zehn.

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(sid)