Linderung der deutschen Schwimm-Schmach und persönliche Genugtuung: Über 200 m Rücken musste sich Antje Buschschulte nur Kirsty Coventry aus Simbabwe und der Russin Stanislawa Komarowa geschlagen geben.

Antje Buschschulte war vier Tage nach ihrem enttäuschenden sechsten Platz über 100 m Rücken mit ihrer ganz persönlichen Olympia-Bilanz zufrieden.

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Endlich wieder ein Grund zur Freude: Antje Buschschulte gewinnt Bronze. (© Foto: dpa)

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Zwar musste sie sich den dritten Platz über 200 m mit der zeitgleichen Japanerin Reiko Nakamura teilen, fand ihren Auftritt aber "wesentlich besser als über 100 m. Ich habe aber ein solches Pensum trainiert, dass es heute einfach so sein musste." Damit hat der DSV das Ergebnis von Sydney 2000 (3x Bronze) eingestellt.

Thomas Rupprath wurde über die 100-m-Distanz beim fünften Olympiasieg von Michael Phelps (USA) in 52,27 Sekunden Vierter, Jana Henke über 800 m Freistil Siebte. Als Erste schlug die Ai Shibata an und holte damit das dritte Schwimm-Gold für Japan in Athen.

Zweite wurde die Französin Laure Manaudou, die auf der halben Distanz Gold geholt hatte, während Weltmeisterin Hannah Stockbauer auf beiden Strecken jeweils im Vorlauf ausgeschieden war.

Der Wuppertaler Rupprath, früher Europarekordler über diese Distanz, stand im Schatten von US-Superstar Michael Phelps, der in 51,25 Sekunden sein fünftes Gold abholte. "Ich bin sehr froh, dass ich Vierter geworden bin und einen Menschen wie Michael Phelps kenne", sagte Rupprath anschließend.

Am vorletzten Wettkampftag im Aquatic Centre hatte zuvor Sandra Völker die DSV-Pleitenserie fortgesetzt. Genau 25,74 Sekunden dauerte ihr einziger Einsatz in der griechischen Hauptstadt, dann war die 30 Jahre alte Rekord-Medaillengewinnerin als 18. der Vorläufe ausgeschieden und muss nun mit dem Ruf einer Olympia-Touristin leben.

Gemessen an ihren früheren Leistungen wirkte Sandra Völkers Auftritt peinlich. Immerhin hat die 50-m-Rücken-Weltrekordlerin in ihrer Laufbahn 63 internationale Medaillen gewonnen. Selbst sah sie das anders: "Ich habe mich gut gefühlt, auch das lange Warten hat mich nicht beschäftigt. Es ist einfach nur schade", sagte Völker und äußerte nicht die Spur von Rücktrittsgedanken: "Ich schwimme weiter bis zur WM 2005 in Montreal."

Die Verantwortung für ihre schwache Vorstellung suchte die 100-m-Freistil-Olympiazweite von 1996 lieber bei anderen: "Es läuft bei uns nicht gut, aber das ist der Druck von außen, deshalb sind wir doch nicht die Deppen der Nation."

Im Finale stehen am Schlusstag der Athener Schwimm-Wettkämpfe die beiden deutschen 4x100-m-Lagenstaffeln. Die Frauen qualifizierten sich in der Besetzung Antje Buschschulte (Rücken), Sarah Poewe (Brust), Franziska van Almsick (Schmetterling) und Daniela Götz (Freistil) sicher für den Endlauf am Samstag.

In 4:04, 16 Minuten musste das DSV-Quartett nur den USA (4:02,82) den Vortritt lassen, im anderen Halbfinalrennen war lediglich Sieger Australien (4:01,17) schneller.

Ebenfalls mit Medaillenambitionen gehen am Schlusstag der olympischen Schwimmwettbewerbe die Männer ins Rennen. Steffen Driesen, Jens Kruppa, Helge Meeuw und Lars Conrad erzielten in 3:36, 65 Minuten die zweitbeste Zeit nach Goldfavorit USA (3:35,10).

"Das wird eine ganz enge Sache", meinte Bundestrainer Manfred Thiesmann: "In den Vorläufen waren von Platz zwei bis acht alle Staffeln ganz dicht beieinander."

Über 1500 m Freistil der Männer sorgten die Würzburger Christian Hein (12. in 15:15,42 Minuten) und Thomas Lurz (22. in 15: 33,81) für weitere Enttäuschungen. Beide blieben deutlich von ihren persönlichen Bestzeiten entfernt und erhöhten die Zahl der deutschen Erstrundenausfälle auf 13.

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(sid)