Schwimm-WM in Barcelona Deutsche Freiwasserschwimmer gewinnen Gold

Auf dem Weg zur Goldmedaille: Thomas Lurz, Christian Reichert und Isabelle Härle.

(Foto: dpa)

Thomas Lurz holt sich seine dritte Medaille bei der WM in Barcelona: Gemeinsam mit Isabelle Härle und Christian Reichert gewinnt der Freiwasserschwimmer das Teamrennen über fünf Kilometer. Wasserspringerin Maria Kurjo wird WM-Fünfte, Britta Steffen muss auf ihren Start über 50 Meter Freistil verzichten.

Die deutschen Freiwasserschwimmer haben bei der Schwimm-WM in Barcelona Gold im Teamrennen über fünf Kilometer gewonnen. Das Trio mit Rekord-Weltmeister Thomas Lurz (Würzburg), Isabelle Härle (Essen) und Christian Reichert (Wiesbaden) setzte sich mit einer Siegerzeit von 52:54,9 Minuten deutlich vor Griechenland (+1:08,4 Minuten Rückstand) und Brasilien (1:08,06) durch.

Für den Deutschen Schwimmverband (DSV) war es die zweite Goldmedaille und das insgesamt fünfte Edelmetall bei den diesjährigen Titelkämpfen. "Ich habe von Anfang an gemerkt, dass wir ganz vorne dabei sind", sagte Lurz, der nach Bronze über fünf und Silber über zehn Kilometer in Barcelona einen Medaillensatz komplett machte: "Es war von A bis Z ein perfektes Rennen."

Der insgesamt elfte Weltmeistertitel hat für den 33-Jährigen "einen hohen Stellenwert, ich habe noch nie mit dem Team gewonnen", sagte er: "Weltmeister zu werden, ist immer geil." Es war für den Würzburger die 29. internationale Medaille.

Quereinsteigerin Isabelle Härle, die in Barcelona auch noch über 800 m Freistil im Palau San Jordi an den Start geht, gewann in ihrem erst sechsten internationalen Freiwasserrennen bereits zum zweiten Mal Edelmetall. "Ich bin wahnsinnig froh", sagte die 25-Jährige: "Ich hatte am Anfang Angst, dass ich den Jungs nicht hinterherkommen kann. Aber Gott sei dank ist alles aufgegangen." Vor zwei Jahren in Shanghai hatten Härle und Lurz zusammen mit Jan Wolfgarten Bronze gewonnen.

Wasserspringerin Maria Kurjo (Berlin) hat derweil in ihrem ersten WM-Finale einen starken fünften Platz vom Turm belegt. Nach einem etwas unsauberen dreieinhalbfachen Vorwärtssalto im ersten Druchgang steigerte sich die EM-Dritte im Laufe des Wettbewerbs deutlich und hatte am Ende 21,85 Punkte Rückstand auf Bronze. Im Kampf um Gold lieferten sich die Chinesinnen Si Yajie und Chen Roulin ein packendes und hochklassiges Duell, beide waren in den ersten drei Durchgängen jeweils punktgleich an der Spitze.

Schließlich setzte sich die erst 14-Jährige Si (392,15) vor Titelverteidigerin Chen (388,70) durch, Platz drei ging an Europameisterin Julia Prokoptschuk aus der Ukraine (358,40). "Das ist total toll. Das stärkt mich unheimlich, im Moment macht es mich überglücklich", sagte Kurjo. Bundestrainer Lutz Buschkow lobte: "Sie ist nervenstark durchgesprungen - eine tolle Leistung. Ihr Fleiß ist belohnt worden. Schon im Vorkampf war die Berlinerin Kieu Duong als 23. gescheitert. "Sie hat bei ihrer ersten WM Lehrgeld zahlen müssen und einen groben Fehler gemacht", sagte Buschkow.

Die dreimalige Olympiasiegerin Swetlana Romaschina aus Russland hat ihren 14. WM-Titel im Synchronschwimmen gewonnen. Die 23-Jährige setzte sich gemeinsam mit Duett-Partnerin Swetlana Kolesnitschenko in der Freien Kür mit 97,680 Punkten vor den Chinesinnen Jiang Wenwen/Jiang Tingting (95,350) und den Spanierinnen Ona Carbonell Ballestero/Margalida Crespi Jaume (94,990) durch. Das deutsche Duett Edith Zeppenfeld/Inken Jeske aus Flensburg hatte das Finale der zwölf besten Paare als Vorkampf-18. verpasst. Für Romaschina war es bereits das vierte Gold bei den diesjährigen Titelkämpfen in Barcelona, für das russische Team sogar der fünfte Titel in der fünften Entscheidung im Synchronschwimmen.

Steffen verzichtet auf einen Start über 50 Meter Freistil

Weltrekordlerin Britta Steffen muss bei der WM auf einen Start über 50 Meter Freistil verzichten. Nach dem Angebot von Daniela Schreiber, ihren Platz auf dieser Strecke der Teamkollegin zu überlassen, legte sich der Deutsche Schwimm-Verband am Donnerstag auf Schreiber und die deutsche Meisterin Dorothea Brandt als Starterinnen fest.

"Nach einem internen Gespräch mit den Aktiven, dem verantwortlichen Trainer-Team und dem Direktor Leistungssport Lutz Buschkow sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Daniela Schreiber den zweiten Startplatz über 50 m Freistil der Frauen neben der deutschen Meisterin Dorothea Brandt wahrnehmen wird", erklärte Chefbundestrainer Henning Lambertz laut Pressemitteilung des DSV. "Auf Britta Steffen warten im Verlauf der WM viele Staffel- und Einzelrennen über 100 m Freistil."

Leistungssportdirektor Lutz Buschkow wies darauf hin, dass man die Entscheidung in der "Gesamtheit der Belastung" sehen muss. Ob das überraschende Votum der Teamführung mit der Lagen-Staffel über 4 x 100 Meter zu tun habe, bei der am selben Abend wie über 50 Meter die Medaillen vergeben werden, sagte er nicht.

Peking-Olympiasiegerin Steffen hatte Ende April die WM-Qualifikation wegen Krankheit vorzeitig abgebrochen, war danach aber schnelle Zeiten geschwommen und ist die aktuelle Nummer acht der Weltrangliste. Steffen war bei Olympia Vierte geworden und hätte in Barcelona zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten gezählt.