Schwimm-WM in Barcelona Hausding bleibt zweite Medaille verwehrt

Patrick Hausding ist von seinem siebten Rang enttäuscht.

(Foto: AFP)

Der Wasserspringer Patrick Hausding hat vom Drei-Meter-Brett als Siebter das Treppchen verpasst. Vom Turm hatte der Olympia-Vierte Gold gewonnen. Mit erheblichen gesundheitlichen Problemen war er in den Wettkampf gegangen.

Patrick Hausding biss auf die Zähne, riskierte - und verlor. Vom Drei-Meter-Brett blieb dem Berliner Wasserspringer ein ähnlicher WM-Coup wie Synchron-Gold vom Turm verwehrt. Der Olympia-Vierte kam bei der Schwimm-WM am Freitag nicht über Platz sieben hinaus. Hausding hatte seit Tagen Ohrenprobleme, zudem behinderten den 24-Jährigen eine Bizepssehnenreizung am linken Arm und Schulterprobleme.

"Ich habe eigentlich fünf gute Sprünge, aber keine sehr guten gemacht. Die hätte ich aber gebraucht. Es waren immer kleine Dinge dabei", sagte Hausding. Der EM-Dritte hatte vor dem Wettbewerb Schmerzmittel nehmen müssen und verzichtet daher auf das Turm-Einzel in Barcelona. "Das Immunsystem ist langsam am Ende, und vielleicht ist es Zeit, dass die Wettkämpfe zu Ende gehen", erklärte Hausding, für den die WM nun vorbei ist. Europameisterin Tina Punzel verpasste als 13. knapp das Finale vom Drei-Meter-Brett.

Die Männer-Konkurrenz gewann überlegen der Olympia-Dritte He Chong. Der Chinese sicherte sich mit 544,95 Punkten seinen dritten WM-Titel vom Brett nacheinander. Zweiter wurde Jewgeni Kusnezow aus Russland mit 508,00 Punkten vor dem Mexikaner Yahel Castillo mit 498,30 Zählern. Hausding fehlten 52,55 Punkte zum Bronzerang.

Hausding verzichtet auf einen Einzeleinsatz vom Turm

Nach zwei von sechs Sprüngen lag Hausding auch aufgrund geringerer Schwierigkeitsgrade auf Platz acht. Die Wende sollte der zweieinhalbfache Salto mit drei Schrauben bringen. Mit 3,9 Punkten der schwierigste Sprung aller zwölf Finalisten - nur zwei andere Konkurrenten des Zwölferfeldes brachten ähnliches Schwieriges aufs Brett. Doch beim Eintauchen hatte Hausding die Beine nicht geschlossen, die Punktabzüge taten weh: 79,95 statt der erhofften rund 100 Punkte halfen für eine Medaille nicht entscheidend weiter. Nach einem verpatzten letzten Sprung fand er sich auf Platz sieben wieder.

Hausding durfte danach die Wettkampfsachen für diese Titelkämpfe zusammenpacken. Neben dessen Synchronsprung-Partner Sascha Klein wird der 17-jährige Dominik Stein am Samstag den Einzel-Wettbewerb vom Turm angehen. "Da geben wir einem jungen Sportler die Chance, sich vorzustellen", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow und begründete den Schritt mit der Verletzung Hausdings. "Patrick hat seine Aufgabe schon erfüllt, und man muss die Gesundheit des Sportlers im Auge haben."

Tina Punzel steigerte sich nach dem Vorkampf im Halbfinale, doch 290,75 Punkte waren nicht genug. 6,6 Punkte fehlten der 17-Jährigen für Platz zwölf und das Erreichen der vorletzten Entscheidung der Wasserspringer. "Die Tendenz stimmt, es ist eine junge Sportlerin", sagte Buschkow und bescheinigte der Kunstspringerin einen guten Reifeprozess. "Nervös war ich eigentlich nicht", sagte Punzel. Beste in Vorkampf und Halbfinale war Chinas Favoritin He Zi.