Max Schmeling bleibt der einzige deutsche Weltmeister im Schwergewicht. Am 100. Geburtstag der Box-Legende scheiterte Luan Krasniqi an Titelverteidiger Lamon Brewster. "Das ist eine Lehre fürs Leben für mich", sagte der Herausforderer nach dem Kampf.
Krasniqi unterlag am Mittwochabend in Hamburg WBO-Titelverteidiger Lamon Brewster (USA) nach großem Kampf durch technischen K.o. in der neunten Runde. "Ich war mir zu sicher. Einmal nicht aufgepasst, und schon war es passiert. Das ist eine Lehre fürs Leben für mich", sagte der Schützling von Torsten Schmitz nach seiner vergebenen ersten WM-Chance.
Schenkten sich nichts: Weltmeister Lamon Brewster und Herausforder Luan Krasniqi. (© Foto: AP)
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Krasniqi wollte der zweite deutsche Schwergewichts-Weltmeister werden. Einziger Champion bleibt Max Schmeling, der vor 75 Jahren Jack Sharkey (USA) bezwang. Die Veranstaltung wurde dem am 2. Februar gestorbenen Box-Idol gewidmet, der am Mittwoch 100 Jahre alt geworden wäre.
Krasniqi verpasste vor 13 000 Zuschauern in der Color-Line-Arena den größten Triumph seiner Karriere. Der gebürtige Kosovo-Albaner, der 1987 nach Deutschland übersiedelte, war als Amateur Olympia- Dritter und Vizeweltmeister. Als Profi eroberte er den EM-Titel, den er für den WM-Kampf gegen Brewster niedergelegt hatte.
Krasniqi hat nunmehr von 31 Kämpfen zwei verloren. Der als K.o.-Schläger bekannte Brewster baute seine Bilanz auf 33 Siegen in 35 Kämpfen aus. Anders als erwartet, begann der sechs Zentimeter kleinere Amerikaner zurückhaltend. Er versuchte nicht, mit Kampfbeginn Krasniqi unter Druck zu setzen, um eine schnelle Entscheidung zu erzwingen.
Nichts mehr mitbekommen
28 seiner bis dahin 34 Kämpfe hatte er vorzeitig durch K.o. zu seinen Gunsten entschieden, davon allein 23 in den ersten drei Runden. Krasniqi, der über die bessere Technik verfügte, gelang es, den Rivalen mit seiner Führhand auf Distanz zu halten und den Kampf zu kontrollieren.
Je länger der Fight dauerte, desto stärker schienen sich die konditionellen Vorteile des Herausforderers auszuzahlen. Die Wende zu Gunsten des Titelträger kam kurz vor Ende der achten Runde, als er den Deutschen einmal auf den Boden schickte.
Krasniqi wurde angezählt und rettete sich in die Pause. "Es war erstaunlich, dass ich überhaupt wieder aufgestanden bin. Das habe ich gar nicht mitbekommen", gestand der Deutsche.
"Super dicht dran"
Doch in der neunten Runde, als beide Kämpfer am Ende ihrer Kräfte waren, gab der Herausforderer nach einem weiteren Niederschlag auf. Trotz der vorzeitigen Niederlage hinterließ Krasniqi einen nachhaltigen Eindruck.
"Luan war ein harter Gegner, boxerisch der beste, gegen den ich je geboxt habe", schätzte ihn der alte und neue Weltmeister Lamon Brewster ein. "Luan war super dicht dran. Brewster hat gewackelt. Er hätte genauso gut umkippen können", meinte Axel Schulz, der in den 90-er Jahren selbst drei Mal vergeblich um einen WM-Gürtel im Schwergewicht gekämpft hatte.
Auch Universum-Chef Klaus-Peter Kohl sprach dem enttäuschten Herausforderer Mut zu: "Das ist nur eine Frage der Zeit, wann er eine neue Chance bekommt. Jeder hat gesehen, dass Luan der bessere Boxer war und kein "Weichei" ist."
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(dpa)
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