Durch ein glückliches 2:1 in Glasgow qualifiziert sich Italien für die Europameisterschaft. Durch den Sieg ist auch Frankreich sicher bei der EM dabei, die Schotten sind aus dem Rennen.
Nach einer schwarzen Woche für Italien hat der Fußball-Weltmeister mit der Qualifikation für die EM-Endrunde wenigstens sportlich für positive Schlagzeilen gesorgt. Bayern Münchens Stürmerstar Luca Toni ebnete mit seinem Blitztor nach nur 70 Sekunden den 2:1 (1:0)-Sieg der Squadra Azzurra in Glasgow gegen Schottland, womit sich das Team von Nationaltrainer Roberto Donadoni mit 26 Punkten an die Spitze der G setzte. Durch den Erfolg der Italiener löste auch der am Samstag spielfreie Vizeweltmeister Frankreich (25 Punkte) das EM-Ticket, weil die Schotten (23) als Dritter bereits alle Spiele absolviert haben.
Die Entscheidung in Glasgow: Christan Panucci (zweiter von links) hat geköpft, Schottlands Torwart kommt nicht mehr an den Ball. (© Foto: AFP)
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Vor 52.000 Zuschauern im ausverkauften Hampden Park verwertete Toni, der schon im Hinspiel beide Treffer zum 2:0-Sieg erzielt hatte, eine präzise Hereingabe von Antonio Di Natale zur Führung. Nach dem Ausgleich von Barry Ferguson (65.) sorgte Christian Panucci in der ersten Minute der Nachspielzeit für den umjubelten Siegtreffer. Die Schotten, die beide Spiele gegen Frankreich gewonnen hatten und im vorletzten Spiel ein schmerzhaftes 0:2 in Georgien kassierten, müssen damit weiter auf die erste Teilnahme an einem großen Turnier seit der WM-Endrunde 1998 warten.
Der sportliche Erfolg der Azzurri wird angesichts der Geschehnisse in der vergangenen Woche allerdings wieder schnell in den Hintergrund rücken. Die Stars des Weltmeisters liefen im strömenden schottischen Regen mit Trauerflor in Gedenken an den am vergangenen Wochenende getöteten Fan von Lazio Rom auf. Gabriele Sandri war vor Wochenfrist an einer Autobahnraststätte durch die Kugel aus der Dienstwaffe eines Polizisten zu Tode gekommen. Danach war es in mehreren italienischen Städten und besonders in Rom zu schwersten Ausschreitungen und Sachbeschädigungen gekommen.
Davon aber unbeeindruckt gingen die italienischen Stars am Samstagabend auf tiefem Boden von Beginn an aggressiv zu Werke und schockten die Bravehearts mit dem frühen Führungstor. Mauro Camoranesi hätte bereits in der dritten Minute alles klar machen können, setzte den Ball aus kurzer Distanz aber über das Tor. Die Gastgeber kamen erst nach einer Viertelstunde besser ins Spiel. Lee McCullouchs Distanzversuch wurde von Gianluca Zambrotta abgeblockt (16.), dann zielte Barry Ferguson über das Tor (17.). Nach einer Ecke verfehlte Alan Hutton per Kopf nur knapp das italienische Gehäuse. Und die größte Ausgleichschance vereitelte Andrea Pirlo in der Nachspielzeit, als er nach einem Kopfball von David Weir per Kopf auf der Linie rettete.
In der zweiten Hälfte erhöhten die Gastgeber den Druck und wurden schließlich durch das Abstaubertor von Ferguson (65.) belohnt. Zehn Minuten vor Spielende hatten die Schotten sogar die Chance zum Siegtreffer. In der Nachspielzeit war es dann aber Panucci, der nach einem Freistoß mit einem Kopfball das Spiel entschied. Dem Tor ging allerdings eine klare Fehlentscheidung des spanischen Schiedsrichters voraus: Ein italienischer Spieler hatte nahe der Eckfahne einen Schotten umgerempelt - anstatt Freistoß für Schottland zu geben, entschied Schiedsrichter Gonzalez auf Foul des Schotten. Den anschließenden Freistoß zirkelte Pirlo dann zum 2:1 auf Panuccis Stirn.
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(sid/sueddeutsche.de/lsp)
Maximilians
Also, etwas mehr Sachlichkeit tut manchem wohl Not:
1. Ich finde es furchtbar schade, dass Schottland verloren hat. Diese Gänsehautatmosphäre im Hampden-Park und eine toll kämpfende Mannschaft sind immer wieder beeindruckend!
2. Italien hat verdient gewonnen. Und alle die es immer noch nicht mitgekriegt haben, sollten verstehen, dass der italienische Fußball trotz aller Probleme ein taktisch extrem hochwertiger und effektiver ist! Technisch war jeder Italiener jedem Schotten weit überlegen und die Organisation vor allem in der Defensive war bei Italien wie fast immer brillant!
3. Die Schiedsrichterteamgesamtleistung war skandalös. Aber beidseitig!
a) Man erinnere sich, dass Italien in der 1. HZ ein reguläres Tor erzielt, das wegen Abseits annuliert wird (der SR-Assistent war vollkommen falsch positioniert!).
b) Das schottische Tor war Abseits, wieder steht der SRA nicht auf Höhe des vorletzten Abwehrspielers.
c) Zambrotta begeht im gesamten Spiel vier klar gelb-würdige Foulspiele und bleibt 90 Minuten auf dem Platz ohne mit gelb/rot des Feldes verwiesen zu werden.
d) Zu guter Letzt braucht nicht erwähnt zu werden, dass der Freistoß für Italien in der 90. Minute unberechtigt war. Dort hätte für Schottland gepfiffen werden müssen!
Alles in allem aber: Italien die bessere Mannschaft und verdienter Sieger!
aha- ohne die einzige fehlentscheidung zugunsten italiens wäre das spiel 1:1 ausgegangen und italien wäre damit natürlich draussen, weil ein in diesem fall benötigtes unentschieden gegen färöer natürlich geradezu illusorisch ist...
...dem Schiri-Team fürs Weiterkommen bezahlt, oder reichte es schon, sie einmal in den Lauf einer Pistole schauen zu lassen, wie es offenbar im italiensichen Fussball mittlerweile gang und gäbe ist?
Ohne die grottenschlechte "Leistung" des Schiedsrichtergespanns wäre die "Squadra Azzuri" nämlich draußen gewesen, soviel steht fest. Und ob eine Nationalmannschaft überhaupt noch an einem Turnier teilnehmen darf, dessen eigener Fussball sich eben größtenteils nur noch auf Drogen, Korruption und Gewalt reduzieren lässt...
Das man sich als Deutschland Fan über ein vorzeitiges Ausscheiden der Italiener hätte freuen müssen, leuchtet mir jetzt nicht so ganz ein, würde doch die Halbfinalniederlage von 2006 so erst recht zu einer unerträglichen Schmach, von einer Mannschaft zugefügt, die sich nicht nur durch den vielgeschmähten Catenaccio- und Schauspielerfussball, sondern auch von der Europameisterschaft sogar durch Schotten disqualifiziert hätte.
Eine Chance zur Revanche bietet sich ja vielleicht schon bei dieser EM, wo Deutschland seine unendliche Überlegenheit über den italienischen Fussball unter Beweis stellen können wird! Revanche man selber leisten, andere können das nicht für einen erledigen, schon gar keine geizigen Schotten!
Was ich nicht verstehen kann ist, dass die Deutschen die Niederlage gegen Italien im WM-Halbfinale nicht vergessen koennen. Ist das wirklich so schlimm? Tut euch das immer noch weh? Mein Gott, es war ein Fussballspiel, und Italien war in der Verlaengerung ein Tick besser. Aber immer diese staendigen Anfeindungen gegen die squadra, furchtbar. Hat ein Land wie Deutschland es wirklich noetig, staendig von Revanche zu sprechen? man muss auch mal ein fairer Verlierer sein, aber damit haben viele Deutsche anscheinend ein Problem. Es waere vielleicht auch mal schoen einfach anzuerkennen, dass Italien heute ein schweres Spiel in Glasgow nicht unverdient gewonnen hat. Aber quatscht lieber ueber eure Revanche...
Paging