Dank mutiger Trainer erlebt der deutsche Fußball eine muntere Euphorie- und Tore-Offensive. Das könnte sich in barer Münze auszahlen.
Hier noch schnell ein paar Ergebnisse des 7. Spieltags: Stuttgart - Bremen 3:3; Leverkusen - Hertha 4:2; Hoffenheim - Frankfurt 5:3. Der siebte Spieltag findet zwar erst am nächsten Wochenende statt, aber nach intensiven Debatten hat die SZ-Redaktion entschieden, diese Resultate vorab zu veröffentlichen. Der Redaktion liegen keinerlei vertrauliche Unterlagen vor, sie hat auch keinerlei Recherchen betrieben, die Prognosen orientieren sich aber streng an der Logik des Gesehenen. Um Klagen fehlgeleiteter Tipper zu entgehen, sei ausdrücklich erwähnt, dass das 3:3 in Stuttgart nicht gesichert ist. Vielleicht geht's auch 4:3 aus. Oder 3:4.
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Spannende Spiele und viele Tore sind für die DFL wertvolle Joker im Poker um einen neuen Fernsehvertrag. (© Foto: dpa)
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Die Bundesliga kämpft ja zurzeit um einen neuen Fernsehvertrag, und wenn sie schlau ist, wird sie ein Video des sechsten Spieltags an Rupert Murdoch schicken, den Großaktionär von Premiere, der nach Ansicht dieses unterhaltsamen Videos bestimmt ein paar Millionen mehr springen lässt.
Diese Schüsse von Özil, Hunt, Helmes, Hajnal! Diese Freistöße von Salihovic und Huszti! Pizarros Hackentrick! Diese urkomischen Abwehrfehler! Klinsmanns Mienenspiel! Und für die Controller in den Firmenzentralen, die nicht an die Macht der Bilder glauben, könnte man noch ein paar Torverhältnisse beilegen: 18:10 (Leverkusen); 18:12 (Bremen); 14:11 (Hoffenheim); 12:10 (BVB, HSV, Bayern). Nach sechs Spieltagen!
Aus der 1:1-Liga ist eine 5:4-Liga geworden, ein Trend, der sich einer strategischen Umorientierung und vielen kleinen Einzelaspekten (wie dem plötzlichen Vorkommen begabter Freistoß- und Distanzschützen) verdankt. Spätestens seit der EM gilt es wieder als schick, Spieler mit dem Ball spielen zu lassen und nicht gegen ihn - eine Entwicklung, die sich auf den Ligabänken wiederfindet. Nach dem Abschied der Defensivdenker (Stevens, Hitzfeld, Slomka) wird die Liga vom Geist Thomas Schaafs durchdrungen; von Euphorie- und/oder Offensivtrainern wie Klopp, Rangnick, Labbadia und Klinsmann, die Teams prägen, denen Offensive im Zweifel wichtiger ist als Defensive.
Und weil die Teams und die neuen Trainer noch in der Findungs- und Kennenlernphase stecken, kommen herrlich wilde Ergebnisse heraus - abzulesen an den Meisterbayern, bei denen Klinsmann seine Sturm&Drang-Ideen unter Schmerzen mit der eher an Stabilität orientierten Tradition des Klubs zu kombinieren versucht.
So viel für heute aus unserer schönen Liga. In dieser Woche müssen unsere Klubs wieder hinaus in die Welt, und ob die Europacup-Spiele als Werbevideo taugen, ist ungewiss. Nach Unterlagen, die der SZ ebenfalls nicht vorliegen, ist nicht auszuschließen, dass das Spiel Inter Mailand gegen Bremen bestenfalls 1:1 endet.
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(SZ vom 29.09.2008)
"Dank mutiger Trainer erlebt der deutsche Fußball eine muntere Euphorie- und Tore-Offensive."
Der mutigste Trainer ist Jürgen Klinsmann.
4:1, ich habe nochmal nachgedacht und komme zu dem Schluss, dass Stuttgart mindestens 5:1 siegen wird oder mit einem klaren 3:0 :-) Alle Tore schießt Mario Gomez.
Was ist die Vereinsbrille heute wieder schwer :-)
Na, das 4:1 werden wir wohl kaum sehen. ;-)
wohl eher ein klares 4:1 ;-)
Rensing machts möglich
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