Schalkes Julian Draxler Fast ein Rekordtransfer

Bleibt in Gelsenkirchen: Julian Draxler.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der FC Chelsea ist bereit, für Julian Draxler die festgeschriebene Ablösesumme von 45 Millionen Euro zu bezahlen und überbringt ein mehr als verlockendes Angebot. Doch der Schalker sagt ab.

Von Philipp Selldorf, Gelsenkirchen

Während Schalkes Mannschaft im Trainingslager in Donaueschingen an der Kondition arbeitet, verbringt Julian Draxler, 19, zu Hause in Gelsenkirchen die letzten Urlaubstage. Aber zur Erholung fand er zuletzt nicht die nötige Ruhe. Er musste sich mit der Frage auseinandersetzen, ob er überhaupt noch mal zum Training bei seinem Heimatklub erscheinen werde.

Zwar hat der Nationalspieler erst vor zwei Monaten seinen Vertrag bis 2018 verlängert, doch vor einigen Tagen erreichte ihn ein verführerisches Angebot aus England. Der FC Chelsea mit seinem neuen Sportchef José Mourinho wollte Draxler sofort in die Premier League holen und war bereit, Schalke die festgesetzte Ablösesumme von 45 Millionen Euro zu zahlen. Draxler wäre somit der teuerste Transfer in der Bundesligageschichte gewesen. Nach einigen Tagen Bedenkzeit sagte er ab.

In Schalke wird nicht bestätigt, dass Chelsea der Interessent war. Dort ist lediglich von "einem Klub aus England" die Rede, der offiziell Kontakt aufgenommen habe. Der Verein habe sich "sehr professionell und korrekt verhalten". Nach Informationen aus England handelte es sich eindeutig um Chelsea und nicht, wie auch berichtet wurde, um Manchester City.

Draxler begründete seine Absage schließlich damit, dass er sich in der Saison vor der WM in Brasilien nicht in einen anderen Klub und eine neue Liga eingewöhnen wolle. Die Konkurrenz in London wäre heftig gewesen: Im Aufgebot finden sich unter anderem die Belgier Kevin de Bruyne und Eden Hazard, die Brasilianer Ramires und Oscar, der Spanier Juan Mata und der englische Veteran Frank Lampard sowie der DFB-Kollege André Schürrle.

Hätte sich Draxler für Chelsea entschieden, hätte Schalke kein Veto mehr einlegen können. Über das viele Geld hätte sich Sportchef Horst Heldt aber nicht richtig freuen können, es wäre schwierig geworden, die Lücke zu füllen, die Draxler hinterlassen hätte. Nun berichtete Aufsichtsratschef Clemens Tönnies den Mitgliedern: "Jule hat mir gesagt, dass er bleibt, obwohl er woanders 50 Millionen Euro hätte verdienen können. Das ist Schalke."