Der FC Schalke 04 hat die erste von drei Nervenproben auf dem Weg zum Meistertitel bestanden. Doch warum sind die Stuttgarter trotzdem so gelassen?
Weil 90 Minuten Fußball so kurz sind und die Einschaltquoten so hoch, gibt es im Fernsehen die Vorberichterstattung. Die ist für gewöhnlich so kurzweilig wie das Schlange stehen vor dem Stadionbesuch.
Anzeige
Doch dieses Mal hatten sich die TV-Journalisten ein Lob verdient: Jemand kam auf die nette Idee, Schalker Fans zu fragen, was sie denn machen würden, wenn ihre Mannschaft die nahe Meisterschaft doch noch und schon wieder in letzter Sekunde verspielen würde.
Zu den erstaunlicheren Antworten gehörte "aus dem Fenster springen" (sagte ein junges Mädchen) und "nackt über den Pausenhof laufen" (sagte ein junger Mann). Den Menschen in Gelsenkirchen scheint es sehr ernst zu sein mit der Meisterschaft.
An diesem Nachmittag war es in der Arena auf Schalke sehr lange sehr ungewöhnlich ruhig. Wo sonst der Ruhrpott seine Liebe zum Fußball besingt, hörte man diesmal: Stille.
Ein ganzes Stadion hatte Angst. Sorgenfalten sah man auf der Stirn des Trainers Slomka, Sorgenfalten zogen sich über die Gesichter auf den Tribünen. Erinnerungen vom letzten Wochenende kamen hoch, von der 1:2-Niederlage gegen Bochum.
Die allgegenwärtige Frage nach 60 Spielminuten, beim Stand von 0:0 (Schalke) und 1:0 (Stuttgart) war: Haben Kuranyi, Lincoln und Co. neben dem Talent auch die Nerven und das Glück, um Deutscher Meister zu werden?
Es war nicht so, dass die Schalker keine Chancen hatten, oder nicht kämpfen wollten, doch sie trafen das Tor schlicht nicht. Noch ein Punktverlust und die Meisterschaft wäre wohl entschieden gewesen, zugunsten der locker und befreit aufspielenden Schwaben.
Doch dann kam die 62. Minute: Nach einer präzisen Flanke von Hamit Altintop erzielte Kevin Kuranyi per Kopf den ersehnten Treffer. Kuranyis Freudenschreie waren so laut, man müsste sie sogar noch in Stuttgart gehört haben.
Zu diesem Zeitpunkt jubelte man auch im Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart. Dort war nahezu zeitgleich das 2:0 gefallen. Die schlechte Nachricht vom Schalker Führungstreffer nahmen die Stuttgarter Zuschauer erstaunlich gelassen, sie klatschten einfach weiter.
Fans wie Spieler des VfB zeigen großes Selbstvertrauen. "Dann eben am nächsten Wochenende" schien man sich in Stuttgart zu denken. Bei Umfragen prophezeiten unter der Woche auffallend viele deutsche Fußballfans die Stuttgarter als künftigen Meister.
In der Tat hat Stuttgart nächsten Samstag die leichtere Aufgabe: Bochum hatte so eben den HSV mit 3:0 demontiert, der eh nur noch sehr theoretische Abstieg ist nun unmöglich, das dürfte die Motivation beim VfL sinken lassen.
Schalke hingegen spielt gegen Dortmund und der BVB hätte viel Freude daran, dem Lokalrivalen die Meisterschaft zu verderben. Und in Gelsenkirchen würden sie wohl wirklich aus dem Fenster springen. Aber bitte nur aus dem ersten Stock.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de)
Der Flügelflitzer
wirtschaftlich nachhaltig handeln in dieser Liga einzig der FCBayern und weit danach kommen Bremen, Cottbus... und sonst...
Am liebsten bei Konkurrenten wie Aachen oder den Schalkern ihre Ersatzspieler (Altintop) wegkaufen, sehr schlau.
oder dern AUSGELIEHENEN Lahm zurückholen.
Echt schlecht bei den Journos abgeschrieben.
Setzten sechs.
Bitte um eigene Theorien.
Liebe Grüße
Stulle
PS: Was machen Milan, Chelsea, ManU und Real...
seit Jahrzehnten...
das gleiche
Uli Hoeneß konnte wahrscheinlich das seit 6 Jahren anhaltende Gejammer der Schalker nicht mehr hören - also hat er sich mal eben 10 Minuten mit Klose unterhalten, und die Bremer sind prompt drauf reingefallen.
Dass S04 vorne steht verdanken sie jedenfalls nicht ihrer Stärke, soindern der Bremer Konfusion, siehe letztes Wochenende.
Trotzdem: Wer nach 34 Spieltagen vorne steht, der hat es verdient. Das gilt nach dieser Saison genauso wie in den Vorangegangenen (gell, gantenbein2?)
ach gantenbein...entkräfte doch meine argumente, wenn du kannst. wessen verein ich anhänge, tut doch gar nichts zur sache. weder spielt der fcb im artikel eine rolle, noch in meinem ersten kommentar. kleiner tip: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/512/112400/. glück auf!
Laß mich raten - Bayernfan ?
Frustriert ?
Macht nix, die schaffen das schon wieder. Nicht wegen Nachhaltigkeit oder so, sondern weil sie einfach am meisten Geld ausgeben und alles kaufen was aufrecht gehen kann. Am liebsten von direkten Konkurrenten. Übrigens unter den ersten 4 Mannschaften sind auch die 3 Mannschaften mit dem größten Bujet.
wenngleich der meistertitel 2006/07 wegen des sich saisonlang hinziehenden 'rumgeeieres meiner meinung nach wertlos ist, bleibe ich dabei: es wäre ein fatales signal, wenn schalke meister werden würde. denn es wäre nach dem bvb der zweite club der beweist, dass man titel doch kaufen kann. nachhaltiges wirtschaften mit prinzipien und augenmaß sind leider nur noch eine option.