Lange war Huub Stevens weg, jetzt ist er wieder da: Der Einstand des neuen alten Schalke-Trainers gelingt mit einem 3:1 gegen Maccabi Haifa. Ausgerechnet Abwehrspieler Christian Fuchs trifft gegen den israelischen Meister doppelt - und sorgt für zufriedene Gesichter in Gelsenkirchen. Einzig mit der Lieblingsmaxime des holländischen Coaches klappt es nicht. Hannover 96 quält sich gegen Worskla Poltawa zum Sieg.
Die Null steht noch nicht, aber das war auch gar nicht nötig. Obwohl das Lieblingskredo des neuen und alten Schalker Trainers Huub Stevens sich nicht erfüllte, scheint der Ruhrpottklub in der Europa League auf einem guten Weg. Zwei Treffer von Christian Fuchs bescherten dem Holländer bei S04 eine erfolgreiche Rückkehr. Beim 3:1 (1:1) gegen den israelischen Meister Maccabi Haifa agierte der DFB-Pokalsieger insgesamt durchwachsen, konnte sich aber auf einen torgefährlichen Abwehrspieler verlassen.
"Ob zu 0 oder nicht, interessiert mich nicht" Huub Stevens nach Schalke-Sieg
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Mit seinen zwei Toren in der achten und 66. Minute verhalf der österreichische Außenverteidiger den Gelsenkirchenern trotz einiger Schwächen in der ersten Halbzeit zum ersten Sieg in dieser Europapokal-Saison - bei der ersten Partie gegen Steaua Bukarest war der Bundesligist nicht über ein 0:0 hinaus gekommen. Der eingewechselte Jose Manuel Jurado traf dieses Mal in der 81. Minute zum 3:1, nachdem eine Minute zuvor Klaas-Jan Huntelaar noch mit einem Kopfball nur die Latte getroffen hatte.
Vorher war es das Spiel des Christian Fuchs: Zunächst schloss er den schönsten Angriff des Spiels mit der frühen Führung ab, die Idan Vered ausglich (35.). Dann verwandelte er einen Freistoß aus 20 Metern direkt. Damit schoss der Österreicher sein Team nicht nur an die Tabellenspitze der Gruppe J, in der sich AEK Larnaka und Steaua Bukarest im zweiten Spiel des Abends 1:1 trennten, sondern täuschte mit seinen Toren auch über einige Unzulänglichkeiten im Schalker Spiel hinweg.
Trainer Stevens, der in der Schlussphase von den Fans mit Sprechchören gefeiert wurde, war dennoch zufrieden. "Wir haben sehr gut gespielt gegen eine Mannschaft, die sehr gut Fußball spielen kann", sagte der Niederländer: "Natürlich kann man immer Sachen finden, die verbesserungswürdig sind. Aber wir sind in einer Gruppenphase, da ist es wichtig, zu gewinnen." Auch Fuchs freute sich. "Ich bin stolz auf die Mannschaft überhaupt. Wir haben eine überzeugende Leistung gezeigt, den Gegner über 90 Minuten im Griff gehabt. Auf die Leistung kann man stolz sein", sagte der zweifache Torschütze etwas überschwänglich.
Fast genau 15 Jahre nach dem Debüt von Stevens in Gelsenkirchen ließen die Gastgeber nicht nur defensive Stabilität vermissen. Auch auf den attraktiven Angriffsfußball, den die Schalker unter dem zurückgetretenen Vorgänger Ralf Rangnick in den vergangenen Wochen gezeigt hatten, warteten die 49.070 Zuschauer lange Zeit vergeblich. Immerhin: Stevens sah 3428 Tage nach seinem Abschied 2002 einen gelungenen Start in seine zweite Amtszeit auf Schalke.
Bereits den ersten gelungenen Angriff schloss Fuchs nach Zuspiel von Torjäger Huntelaar mit dem 1:0 ab. Mit dem Vorsprung im Rücken kontrollierten die Schalker zwar über weite Strecken das Spiel, suchten aber lange nach den spielerischen Mitteln, um die Abwehr der Isrealis ein weiteres Mal zu knacken. Viele Pässe waren zu ungenau, das Spiel war zu statisch, Gefahr entwickelte sich zunächst kaum. So dauerte es bis zur 22. Minute, ehe die Gastgeber ihre zweite Torchance bekamen: Joel Matips Kopfball strich aber über die Latte. Auch Raul verfehlte nach schönem Zuspiel von Julian Draxler, neben Fuchs bester Schalker, das Ziel (30.).
Haifa beschränkte sich keineswegs nur auf die Defensive, sondern trug den einen oder anderen sehenswerten Konter vor. Gefährlich wurde es für Schalke-Torwart Ralf Fährmann erstmals bei einem Solo von Vered (7.). Der Mittelfeldspieler überwand den Keeper der Königsblauen in der 35. Minute im Nachschuss zum Ausgleich. Dabei machte Fährmann nicht die beste Figur, als er den Ball vor die Füße des Israelis abwehrte. Zwei Minuten vor der Pause sorgte Huntelaar dann kurzfristig für Jubel der Schalker Fans, Schiedsrichter Manuel De Sousa aus Portugal versagte dem Tor allerdings die Anerkennung - zu Unrecht, da der Niederländer nicht im Abseits stand. Nach dem Seitenwechsel bemühten sich die Gastgeber um mehr Tempo und Passgenauigkeit - das gelang ihnen zumindest einigermaßen. Am Ende stand es 3:1, ein Ergebnis mit dem wohl selbst der selbsterklärte Zunull-Fanatiker Stevens gut leben kann.
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