Schach-WM So funktioniert der Tie-Break bei der Schach-WM

  • Nach zwölf regulären Partien steht es zwischen Magnus Carlsen und Sergy Karjakin 6:6. Die Entscheidung muss im Tie-Break fallen.
  • Zunächst wird Schnellschach gespielt, sollte es dann noch Remis stehen Blitzschach.
  • Als letzte Möglichkeit gibt es die sogenannte "Armageddon-Partie".

Zwölfmal standen sich Titelverteidiger Magnus Carlsen und sein russischer Herausforderer Sergej Karjakin bei der Schach-WM in New York bislang gegenüber. Einmal gewann Carlsen, einmal Karjakin, zehn Partien endeten Remis. Damit fällt die Entscheidung im Tiebreak am Mittwoch.

Wie läuft der Tie-Break der Schach-WM ab?

Gespielt werden zunächst vier Partien im sogenannten Schnellschach. Jeder Spieler erhält 25 Minuten Bedenkzeit sowie zusätzlich zehn Bonus-Sekunden nach jedem Zug. Ein Sieg gibt wie immer einen Punkt, bei Remis erhalten beide Spieler jeweils 0,5 Zähler. Das Eröffnungsrecht wechselt, wobei das Los bestimmt hat, dass Karjakin zunächst die weißen Steine führt.

Wer ist der bessere Schnellschach-Spieler?

Magnus Carlsen ist amtierender Weltmeister im Schnellschach, er gewann den Titel 2014 und 2015, Sergey Karjakin war 2012 Weltmeister in dieser Disziplin.. Bei der letzten Schnellschach-Weltmeisterschaft in Berlin gewann Carlsen, Karjakin wurde Fünfter. Der Russe bezeichnete den Norweger als Favorit, auch die meisten Experten sehen Carlsen vorne.

Ist diese Form der Entscheidung unumstritten?

Nein, der russische Ex-Weltmeister Anatoli Karpow kritisierte das Verfahren: "Das ist kein Schach mehr", sagte Karpow der Agentur Tass am Dienstag. "So kann man den Meister in einem Hinterhof ermitteln, aber nicht den Weltmeister", kritisierte er das komplizierte Spielsystem. "Bei einem WM-Match sollte es mindestens 16 Spiele mit normaler Bedenkzeit geben, um jeden Zufall bei der Ermittlung des Schachkönigs auszuschließen", so Karpow. Das System wird erst seit 2006 angewendet.

Was passiert bei einem Unentschieden nach vier Partien?

Dann beginnt eine Serie von Blitzschach-Partien. Dabei haben beide Spieler nur noch fünf Minuten Bedenkzeit. Gespielt werden jeweils zwei Partien und maximal fünf solcher Doppelpacks.

Und wenn es danach immer noch keine Entscheidung gibt?

Bei einem weiteren (sehr unwahrscheinlichen) Gleichstand kommt es zu einer sogenannten "Armageddon"-Partie. Das Eröffnungsrecht wird erneut ausgelost, wobei der Spieler mit den weißen Figuren fünf, sein Gegner vier Minuten Bedenkzeit hat. Bei einem Remis ist der Spieler mit Schwarz Weltmeister.

Carlsen folgt einem höheren Plan

Obwohl er mit Weiß im Vorteil ist, spielt Magnus Carlsen in der zwölften Partie um die Schach-WM voll auf Remis - und geht freiwillig in den Tiebreak. Beide Spieler sehen sich nun in der besseren Situation. Von Thomas Hummel mehr...