Im 31. Zug steckte wieder der Daumen im Mund - und Topalow schlug mit dem Turm einen Bauern auf d3. Nach 35 Zügen gab van Wely in hoffnungsloser Lage auf. Später zeigte sich, dass alle Züge, die Topalow in der entscheidenden Phase ausgeführt hatte, auch die Favoritenzüge von üblichen Computerprogrammen sind. "Während der Partie hatte ich überhaupt nicht das Gefühl, dass irgendetwas faul ist, aber es wurde mir auch gesagt, dass sich der Danailow sehr verdächtig benimmt", sagte van Wely.
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Auch der Oberschiedsrichter hatte nichts Verdächtiges bemerkt, kündigte aber an, im nächsten Spiel von Topalow auf auffälliges Verhalten zu achten. Am nächsten Tag - in der Partie gegen den Russen Sergej Karjakin - saß Topalow weiter rechts im Spielerareal. Ab dem 20. Zug war es wieder soweit: Danailow marschierte. Bloß diesmal ging er in die gegenüberliegende, linke Ecke. Von hier aus konnte er wiederum nicht das Spiel verfolgen, aber zu Topalow Blickkontakt aufnehmen. Dessen Stellung sah zu diesem Zeitpunkt bereits bedenklich aus; Karjakin besaß Vorteil.
Mit genauen Zügen zum Remis
Im 23. Zug, als Danailow mit Brille dastand, stellte sich plötzlich der Schiedsrichter direkt ins Blickfeld und schaute den Manager prüfend an. Auch im 26. Zug wurde das Ritual für einen Moment unterbrochen, als jemand Danailow um ein spontanes Fernseh-Interview bat. Beide verließen die Halle.
Als Danailow wiederkam, hatte Topalow schon zwei Züge ausgeführt. Danach folgte wieder das bekannte Spiel: Danailow lief raus, kam wieder, ging in die Ecke, Brille auf, Brille ab und so weiter. Bei fast jedem Zug, insgesamt über zwanzig Mal. Schließlich erreichte Topalow nach einer Serie genauer Züge noch ein Remis. Kurz vor der Zeitkontrolle (jeder Spieler hat bis zum 40. Zug zwei Stunden Bedenkzeit) war es hektisch geworden.
"Ich konnte es nicht glauben, Danailow ist im Sturmschritt hereinmarschiert, an den Ort, wo er Topalow sehen konnte, und hat die Leute an der Stelle fast weggeschubst. Es ging auch um Geschwindigkeit", sagte einer der Zuschauer, die das Treiben über zwei Stunden lang beobachtet hatten.
Weder Danailow noch Topalow waren in der vergangenen Woche trotz wiederholter Anfrage für eine Stellungnahme zu erreichen. War es nur ein Zufall, wenn der Daumen im Mund wackelte, oder Teil einer heimlichen Kommunikation?
Die wäre in der folgenden Runde durch die Sitzordnung erschwert gewesen, denn in der vierten Partie saß Topalow nahe an der Hallenwand, mit Blickrichtung zur selbigen: Und er gewann gegen Großmeister Alexej Schirow. Danailow ließ sich an diesem Tag kaum in der Halle blicken. Auch an den folgenden Tagen wiederholte sich das Ritual der Runden zwei und drei nicht.
Die Organisatoren erwägen, im kommenden Jahr erstmals gründliche Kontrollen einzuführen, unter anderem mit Metall-Detektoren. Hintergrund: In der jüngsten Vergangenheit waren in Indien und den USA schwächere Spieler bei Betrügereien mittels Funksignalen erwischt worden. Die Empfänger waren am Körper oder unter einem Käppi der Schachspieler versteckt. Diesmal sei in Wijk aan Zee für die Anschaffung zuverlässiger Detektoren zu wenig Zeit gewesen, hieß es.
(SZ vom 27. Januar 2007)
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Baukonzern Bilfinger Berger
Meinst du im Ernst, dass ich nicht weiss, was der Begriff "anonym" (landläufig als "anonymes surfen" bekannt) bedeutet? :-))
Sollte dies zutreffen, bleibt wohl für den kritischen Leser deines Beitrags die Frage offen: ist mr. busch wirklich so dumm oder tut er vielleicht nur so? (ich befürworte eher die erste Variante).
Ignoranz ist ein Stichwort, das mr. busch gerne benutzt - sollte er da etwa ein wenig aufpassen, in den Spiegel schauen und danach ein wenig über sich selbst nachdenken? (dies ist als wohlgemeinte Aufforderung gedacht, zumindest versuchen kann er es ja).
Meiner Meinung nach, darf JEDER seine Meinung über Kramnik und seine Vorliebe für Toiletten abgeben, findest du nicht auch?
In diesem Sinne, das "Niveau" ist mir hier immer noch zu 'hoch', deshalb überlasse ich dieses Thema doch lieber den 'Experten' - wie mr. busch :-))))
P.S.: In der heutigen Zeit muss es, zugegebenermassen, nicht ganz einfach sein, als busch in die Welt hineingeboren worden zu sein (erinnert es doch ein wenig an Freundchen Bush)
So sehr ich Freund bin der Zwillingsprinzipien "In dubio pro reo" und "Unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils", bin ich doch der Meinung, dass diese Leitsätze, ja Grundsätze auf ergänzende und zugleich sie BEgrenzende `Komplementärprinzipien` stoßen, die ebenfalls eine Daseinsberechtigung im humanistisch-philosophischen Logikgebäude haben und so auch in der journalistischen Ethik. Ich muss sicherlich nicht Rosa Luxemburg zitieren mit dem weisen aber mittlerweile etwas abgegriffenem Satz:" Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden", der andeutet, dass meine individuelle Freiheit zwar gut und schön ist, aber da ihre Grenzen findet, wo sie andere unangenehm (und unberechtig) einengt; ein jüngeres Beispiel, das unlängst die Gerichte beschäftigt hat, liegt viel näher: es ging um die Frage, inwieweit "öffentliches Interesse" durch journalistischen Eifer wirksam und fühlbar gemacht, die (Privats-)sphäre von Personen öffentlichen Interesses beschneiden darf. Ohne im entferntesten in juristische Details einzusteigen, werden doch viele mitbekommen haben, dass nach der jetzigen Gesetzgebung nun weder ein hemmungsloser Lauschangriff der Paparazzi eine Rechtfertigung erfährt noch ein Berichterstatter mit einer Verleumdungsklage rechnen muss, wenn er schreibt, was Frau Merkel in der Bundeshaushaltsdebatte gesagt hat. Und dennoch lässt sich das Thema nicht kontrastieren in Privat einerseits und Beruflich/öffentlich andererseits. Es lassen sich leicht Graubereiche finden.
Was meine ich damit konkret?
Wenn ein Anfangsverdacht durch eine Indizienkette, durch weitere konkrete Verdachtsmomente, verdächtige Beobachtungen, Zeugenaussagen, die qualitativ wie quantitativ eine eindeutige Tendenz ergeben usw., so weit verdichtet WäRE, dass ich mich eines bestimmten Eindrucks nicht mehr erwehren kann, kann ich mich nicht hinstellen und proklamieren:" Es gibt keine gerichtsverwertbaren Beweise, also halte bitte die Klappe, bis es welche gibt." Das ist lächerlich.
Wenn das die oberste Maxime des investigativen Journalismus wäre, könnte man dieses Ressort auch gleich schließen. Nicht zuletzt gerät durch einen seriösen Artikel in einer seriösen Zeitung wie der Süddeutschen ja der Stein häufig erst ins Rollen. Und wie dieser ins Rollen gerät, sehen wir jetzt gerade sehr prägnant an den jetzt oder jetzt erst von GM Nigel Short getätigten Aussagen, denen zufolge viele andere TOP-GM bei der in San Luis ausgetragenen WM übereinstimmende Verdachtsmomente gegen Topalov geäußert hätten (nachzulesen auf www.chessbase.de).
Aber warum sagen die Jungs das dann nicht öffentlich, werden sich jetzt einige Leser fragen.
Ich sehe drei Gründe.
1. Man hält sich an den oben beschriebenen Grundsatz (unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils), obwohl man eigentlich innerlich vom Gegenteil überzeugt ist bzw. annimmt, dass das Gegenteil der Fall ist
2. Man fürchtet (ich denke zurecht) vor Gericht gezerrt zu werden und dann dort ja auch nichts "beweisen" zu können
und
3. (vielleicht der wichtigste Aspekt) Man möchte nicht als schlechter Verlierer dastehn (Topalov gewann nicht gegen jeden in San Luis, aber ja dieses Turnier als Ganzes) und für einen "Verschwörungstheoretiker" gehalten werden oder Schlimmeres
Eben das ganze Kaleidoskop an Beleidigungen/Schmähungen, mit dem sich nun Herr Breutigam konfrontiert sieht.
Man stelle sich doch nun mal vor, der Verdacht aus den Beobachtungen von Herrn Breutigam bewahrheitet sich. Müssten dann nicht alle die, die sich jetzt so abfällig über die "unseriöse" Berichterstattung, die von "Verschwörungstheorie" kaum oder nicht mehr zu unterscheiden ist, demütig entschuldigen? Ich vermute stark, dass die Angesprochenen dies nicht tun werden/würden.
Bei allem hier Vorgebrachten möchte ich einen Sachverhalt unmißverständlich machen: Ich weiß nicht, ob Herr Topalov geschummelt hat, ich halte es nur für legitim den Verdacht zu äußern, falls die Dinge so liegen, wie sie dargestellt wurden.
Ich finde -abschließend gesagt- es läuft auf eine ganz einfache Frage hinaus, die sich jeder selbst einfach vorlegen und beantworten sollte:
WENN sich alles haargenau so abgespielt hat, wie der Berichterstatter es uns vermittelt, sollte oder sollte er nicht DANN davon berichten?
Ich habe dazu meine eindeutige Meinung schon genannt und vermute gleichzeitig, dass die meisten derer, die hier polemisierend gegen die Berichterstattung wettern, auch WOLLTEN, das es berichtet wird, wenn es wahr wäre, aber den Bericht ablehnen, WEIL er in ihren Ohren "unseriös" KLINGT.
Insofern machen sich diese Leute kurioserweise genau dessen schuldig, was sie dem Autor vorwerfen: sie gießen das in Gewißheit, von dem sie nur ANNEHMEN, dass es wahr ist, nämlich dass der Autor lügt, übertreibt, nicht die ganze Wahrheit sagt und ähnliches.
M. Schütte
Beitrage der Herren Martschausky Zonk intermittko 64felder :-)
Beim Lesen der teils sehr kritischen Kommentare frage ich mich, welchen Artikel die im Betreff genannten Diskussionsteilnehmer gelesen haben.
Weder finde ich die ¨gröbsten Betrugsvorwürfe¨ des Ishigure in dem Artikel, der
recht detailliert Beobachtungen beschreibt, die von Topalovs Manager Danailov,
so er denn das ¨Glueck¨ haette, dies bei jemand anderm zu beobachten, sicher
zuallererst zu diesen Betrugsvorwuerfen aufgebauscht wuerden. Ishigure´ s
sagen wir mal ¨kritische¨ Fragen an Herrn Breutigam jedenfalls sprechen fuer
sich, oder fuer ein ihm nur zu wuenschendes Mass an ueberbordendem Humor. Ob
man ihn deswegen schon als unverschaemt bezeichnen muss, ist eine andere Frage,
aber dass Herr Martschausky die Bezeichung ¨Feigling¨ auf die Art der naemlich
anonymen Angriffe bezieht, scheint Herrn Zonk wohl leichter zu entgehn als er
sich Nachgeschlagene Elozahlen zu merken in der Lage scheint. Niemand hat
sich, wie herr Zonk behauptet, dazu verstiegen, Meinungsaeussern als Frechheit
per se zu brandmarken, aber so arrogant sich fuer irgendwen auch etwas
¨anhoert¨, so ignorant zeigt sich damit, und ich sage nicht ¨scheint mir¨, Herr
Zonk. So nett und freundlich seine Smileys andererseits auch angenehm
auffallen. Ach, wenn da nur der betreff - ¨Dreck¨ nicht waer.
Ich kann Herrn Martschausky ¨es gibt keinerlei Beweise für ein unlauteres Treiben. ¨ und uebrigens auch herrn breutigam nur zustimmen und wuerde mir wuenschen, alle, die, anonym oder nicht ihre Meinungen hier zum Besten geben, laesen erst mal das, was in einem Artikel oder Kommentar drin stand, und kommentierten dann nicht das, was sie, uebrigens leider nicht so kenntlich gemacht, wie es sich herr intermittko wuenschen wuerde, an Saetzen, die nirgendwo stehn. erstmal selber hineininterpretiert haben mussten, damit es dieser Kritik auch nur annaehernd wuerdig werden konnte.
Ob jemand einen Daumen im Mund hat und raus oder reinlaeuft, Herr 64felder ... ist das fuer Sie ein Fakt, oder eine Vermutung? Also, so schoen eine Traumwelt ja auch sein mag, kritisieren Sie doch bitte, bitte, bitte alles, was vor Ihnen Schwarz auf weiss und fuer andere, wie mich, nachvollziehbar ist, aber nicht etwas, was andere, ohne soviel kreativitaet, oder soviel ¨Mut¨ wie Sie sich wohl zu haben gluecklich schaetzen, erst zusammenfabulieren muessen, bevor man Ihre Aufregung verstehen kann.
Ihrem Statement: ¨Die Unschuldsvermutung muß bis zum Beweis des Gegenteils für alle gelten¨ stimme ich zu, wie ich stark vermute, dass auch Herr Breutigam und auch Herr Martschausky
dem zustimmen wuerden. (Allerdings ... bezieht sich die Aussage auf eine
Gerishctssituation. Ich haette wirklich gerne ueber die Sportlichkeit von Spitzenschachspielern zu urteilen, aber solange ich nicht Richter bin, nehem ich mir das Recht raus, Vermutungen zu Aeussern, die nicht bewiesen sind. Auch wenn ich zufaellig gerade jetzt mal nicht vermute, dass Herr Topalov falsch spielt, koennte ich das ... und zwar ohne mir zu widersprechen. ) Ihr Aerger dagegen bleibt mir schleierhaft. Es ist schoen, vermuten zu duerfen, ohne Richter zu sein, Manche vermuten plausibel, manche weniger. Meine persoenliche Dummheit lasse ich mir jedenfalls ungern verbieten.
Herr intermitko scheint sich gut mit der Bildzeitung auszukennen. Aber seine ¨Argumentation¨ ist so wenig logisch zwingend wie der von Ihm angegriffene Herr Breutigam die ihm von Herrn intermitko unterstellten Schluesse nicht zieht. Bewusstsein hilft eben oft. Wo bitte ist erstens ein Zusammenhang zu der Erwaegung von Betrugsversuchen angesichts seltsamen und womoeglich betrugsgeeigneten Verhaltens zu sehn, wenn Herr intermitko die hohe Elo Zahl von Topalov ins Felde fuehrt. Niemand hat behauptet, dass ein Sieg
Topalovs gegen einen 200 Punkte geringer gewerteten Spieler ein Skandal sei, aber Herr intermitko scheint zu denken, das tue irgendwas zur Sache. Ich kann mich ueber seine Plausibilitaetsanalyse nur wundern. Denkt er etwa, dass Sprinter, die bei Olympia gedopt gewonnen haben, ohne Doping laufunfaehig waeren? NIemand, zumindest nicht ich und sehr wahrscheinlich auch nicht herr breutigam, bezweifelt, dass Topalov ein Weltklasse Spieler ist. Bedeutet das zwangslaeufig, dass er nicht ¨dopt¨? Natuerlich nicht, Herr intermitko!
Uebrigens freue ich mich darauf, dass die von Herrn Breutigam im Artikel erwaehnten Alternativerklaerungen, Geburtstags gruesse und Abfragen von Boersenkursen, von den in Verdacht geratenen Personen, die Zitat ¨in der vergangenen Woche trotz wiederholter Anfrage für eine Stellungnahme [nicht] zu erreichen.¨ waren, plausibel gemacht werden.
Ob Herrn Breutigams Artikel noch besser haette sein koennen? Wahrscheinlich. Dass er so schlecht ist wie sie und manch anderer behaupoten? Ganz sicher nicht. daher:
Ich hoffe sehr, dass der von Ihnen verehrte Autor sein Honorar durch Bezuege aus welchen Quellen auch immer aufgebessert hat.
Angesichts mancher Kommentare hier koennte ich zumindest das dann als ein Schmerzensgeld ansehn, das ich Herrn Breutigam von Herzen goenne. Es ist schon sehr hart, nicht verstanden zu werden!
Erst hing Kramnik mehr auf dem Klo als am Schachbrett herum, nun soll Topalow eine geheime Zeichensprache mit Danailow nachgewiesen werden... Derartige Betrugsvorwürfe erinnern mich fatal an Schach während des Kalten Krieges, insbesondere die entdeckten 2 toten Fliegen im Sessel von Bobby Fischer Reykjavik 1972, der auf Verlangen der Sowjets (Verdacht: Strahlen!) auseinandermontiert werden mußte, und dem Joghurt- bzw. Telekinese-Krieg 6 Jahre später in Baguio City zwischen dem Renegaten Kortschnoi und Karpow. Wie auch immer: Warum setzt die FIDE nicht einfach fest, daß 1) während einer Partie der Spieltisch von keinem Spieler verlassen werden darf (wer Durchfall o.ä. hat, muß halt eine Auszeit nehmen), 2) alle Spieler vor der Partie auf unerlaubte technische Gadgets überprüft werden, 3) keine dem jeweiligen Lager zuzuordnenden Personen den Spielsaal betreten dürfen und sorgt schließlich für eine überwachung der Spieler auf sonstwie auffälliges Verhalten via Kameras (inkl. der Möglichkeit der Disqualifikation)? Klingt ziemlich rigide, ich weiß, aber so sollte es doch möglich sein, betrügerische Hilfe für die Kämpen zu (fast) 100 % auszuschließen und damit endlich wieder einen "sauberen" Schachsport herzustellen!
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