Schach Carlsen enttäuscht in seiner Heimat

Grübelt: Magnus Carlsen (hier bei der WM)

(Foto: Justin Lane/dpa)

Ein Armenier gewinnt das Schachturnier in Stavanger. Diskus-Olympiasieger Christoph Harting verpasst die WM-Norm. Schweden vergibt zum Auftakt der U21-EM einen Elfmeter gegen England.

Schach: Der Armenier Levon Aronjan hat das Weltklasse-Schachturnier in Stavanger gewonnen, Weltmeister Magnus Carlsen enttäuschte dagegen in seiner Heimat. Der 26 Jahre alte Norweger landete nach zwei Niederlagen und nur einem Sieg mit vier Punkten lediglich auf dem vorletzten Platz. Nur beim Blitzschach-Prolog (fünf Minuten Bedenkzeit pro Spieler) konnte sich Carlsen vor heimischem Publikum wie erhofft in Szene setzen.In den Partien mit langer Bedenkzeit spielte er insgesamt sechs Mal remis, gegen Aronjan und den Russen Wladimir Kramnik kassierte Carlsen Niederlagen. Lediglich gegen seinen Herausforderer im WM-Finale von 2016, den Russen Sergej Karjakin, konnte der Weltmeister gewinnen. Aronjan gewann die hochklassig besetzten Norway Chess am Freitag mit sechs Punkten aus neun Partien.In der Weltrangliste konnte Carlsen gerade noch seine knappe Führung vor Kramnik behaupten. Seit 2011 ist der Norweger im Ranking ununterbrochen die Nummer 1; den WM-Titel hält er seit 2013.

Leichtathletik: Diskus-Olympiasieger Christoph Harting hat auch beim Anhalt-Meeting in Dessau-Roßlau die Norm für die Leichtathletik-WM verpasst. Der 26 Jahre alte Berliner musste sich am Freitagabend mit mäßigen 61,08 Metern und fünf Fehlversuchen mit dem fünften Platz begnügen. Es siegte der Österreicher Lukas Weißhaidinger mit 64,67 Metern vor dem Magdeburger Martin Wierig (63,79) und dem Potsdamer Markus Münch (61,64). Die WM-Norm für die Titelkämpfe im August in London liegt bei 65,00 Metern.Harting traf wegen eine Staus erst eine halbe Stunde nach Beginn des Meetings in der Anhalt Arena ein. "Nach fünf Stunden auf der Autobahn ist man nicht mehr so leistungsfähig. Ich habe jedoch auch gestaunt, dass der Lukas Weißhaidinger den Diskus bei diesen schwierigen Bedingungen so weit geworfen hat. Ich war mau", sagte der Olympiasieger, der bereits am Sonntag in Stockholm wieder startet. "Wenn ich meine Wettkampf-Performance finde, werden auch die 65 Meter fallen", meinte der Berliner.Von den Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes konnte diesmal keiner die WM-Norm knacken. Der deutsche Rekordhalter Julian Reus aus Wattenscheid gewann die 100 Meter in 10,23 Sekunden. Tobias Scherbarth (Leverkusen) belegte im Stabhochsprung mit 5,50 Meter hinter dem Polen Piotr Lisek (5,70) den zweiten Platz.

Fußball, U21: Titelverteidiger Schweden ist mit einem Remis gegen England in die U21-Europameisterschaft in Polen gestartet. Die Skandinavier kamen im Eröffnungsspiel am Freitag in Kielce nur zu einem 0:0 gegen die Three Lions. Schwedens Linus Wahlqvist vergab einen Foulelfmeter (81. Minute), nachdem der deutsche Schiedsrichter Tobias Spieler auf den Punkt gezeigt hatte. Englands Keeper Jordan Pickford, der für 28 Millionen Euro zum FC Everton wechselt, hielt den Schuss von Wahlqvist.Im zweiten Spiel in der Gruppe A standen sich später am Abend Gastgeber Polen und die Slowakei gegenüber. Nur der Gruppenerste steht sicher im Halbfinale.

Olympia, Boxen: Der russische Boxer Mischa Alojan muss seine Silbermedaille von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro wegen eines Dopingvergehens definitiv zurückgeben. Der Internationale Sportgerichtshof CAS wies am Freitag in Lausanne den Einspruch des Sportlers gegen die Strafe ab. Die Disqualifikation Alojans sei "eine notwendige Konsequenz" seines positiven Dopingtests, betonten die CAS-Richter in einem Statement.Bei Alojan war bei einem Test am 21. August das verbotene Stimulanzium Tuaminoheptan entdeckt worden. Der 29 Jahre alte Russe wurde disqualifiziert und muss seine Rio-Silbermedaille in der Klasse bis 52 Kilo zurückgeben. Die olympische Bronzemedaille, die er 2012 in London erkämpft hatte, darf Alojan behalten.

Tennis, 's-Hertogenbosch: Fed-Cup-Spielerin Carina Witthöft hat ihr zweites Halbfinale in dieser Tennis-Saison verpasst. Die 22-jährige Hamburgerin unterlag im Viertelfinale des WTA-Turniers im niederländischen 's-Hertogenbosch der Estin Anett Kontaveit in 1:01 Stunden 3:6, 1:6. Im Februar hatte Witthöft in Budapest die Runde der letzten Vier erreicht.

Alexander Zverev hat dagegen das Halbfinale des ATP-Tennisturniers in s-Hertogenbosch erreicht. Der an Nummer zwei gesetzte Hamburger besiegte am Freitag den Franzosen Julien Benneteau sicher mit 6:0, 6:4. Gegen den Luxemburger Gilles Muller kämpft der Weltranglisten-Zehnte Zverev am Samstag um den Einzug ins Finale des mit 589 000 Euro dotierten ATP-Turniers.

Revolution gegen den Volkssport

Champions League nur noch im Pay-TV - das ist ein riskantes Experiment. Fraglich ist, ob die Rechnung für die Großklubs aufgeht. Kommentar von Klaus Hoeltzenbein mehr...