Nur acht deutsche Boote stehen in den Endläufen am Wochenende. Der Achter der Männer wird im Halbfinale Dritter hinter Kanada und Großbritannien.

Der Deutschland-Achter hat als Titelverteidiger erneut Kurs auf eine Medaille genommen, doch dem Gastgeber droht die schlechteste WM-Bilanz seit der Wiedervereinigung. Neben dem Flaggschiff zogen lediglich sieben weitere Boote der erfolgsverwöhnten Flotte des Deutschen Ruderverbandes (DRV) bei den Titelkämpfen in München in die 14 Finals der olympischen Klassen ein.

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Auf den Deutschland-Achter um Schlagmann Bernd Heidicker (Wanne-Eickel) war unterdessen erneut Verlass. Mit dem dritten Platz im Halbfinale in 5:33,05 Minuten Platz gelang hinter Top-Favorit Kanada (5:30,88) und dem WM-Fünften Großbritannien (5:32,62) auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking.

"Das Minimalziel ist erreicht. Auf der Mannschaft lastete ein großer Druck. Jetzt wollen wir mindestens eine Medaille. Dafür sind wir erfahren genug und bleiben ruhig", sagte Heidicker, der die starken Kanadier aber weiterhin in der Favoritenrolle sieht: "Das ist schon eine Hausnummer. Sie sind das Maß aller Dinge."

Schon kurz nach dem Start musste der Deutschland-Achter die Kanadier auf eine Länge wegziehen lassen. Ein Rückstand, den man über die gesamte 2000 m Strecke nicht entscheidend verringern konnte. "Es war nicht optimal. Aber es sind noch Reserven vorhanden", meinte Bundestrainer Dieter Grahn.

"Das internationale Niveau hat sich zusammengeschoben"

Neben dem Achter schafften auf der Regattastrecke der Olympischen Spiele 1972 auch der Doppelvierer der Männer und Frauen sowie der Leichtgewichts-Doppelzweier mit Berit Carow/Marie-Louise Dräger (Hamburg/Rostock) den Finaleinzug und die damit verbundene Olympia-Qualifikation. Zuvor hatten bereits Vize-Weltmeister Marcel Hacker im Einer, Nicole Zimmermann/Elke Hippler im Zweier ohne Steuerfrau, Peggy Waleska/Christiane Huth im Doppelzweier und der Frauen-Achter die Endläufe in Oberschleißheim erreicht.

"Das internationale Niveau hat sich zusammengeschoben. In einigen Klassen müssen wir uns im taktischen Bereich deutlich steigern", erklärte DRV-Sportdirektor Michael Müller. Daher droht in München eine magere Medaillen-Ausbeute. Die bisher schlechteste Bilanz seit der Wiedervereinigung gab es 2005 in Gifu/Japan mit einer Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen. Vor einem Jahr im englischen Eton hatte es zu sieben Medaillen gereicht.

Bei den Titelkämpfen in München fallen am Samstag die ersten Entscheidungen in sieben olympischen Bootsklassen. Im Mittelpunkt steht dabei der Männer-Einer. Neben Hacker greifen mit Weltmeister Mahe Drysdale (Neuseeland), Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen), Weltcup-Gesamtsieger Ondrej Synek (Tschechien), Alan Campbell (Großbritannien) und Lassi Karonen (Schweden) fünf weitere Modellathleten nach der Skiff-Krone.

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(sid)