Wechsel zu Juventus Turin Ronaldo, das 100-Millionen-Schnäppchen

Geht dieses Spiel in Zukunft anders aus? Ronaldos Traumtor beim 0:3 der Turiner gegen Real.

(Foto: Alberto Pizzoli/AFP)
  • Cristiano Ronaldo steht anscheinend vor einem Wechsel zu Juventus Turin.
  • Der fünffache Weltfußballer soll angeblich "nur" 100 Millionen Euro kosten, das wäre verhältnismäßig günstig.
  • Der Stürmer soll nicht nur für den sportlichen Erfolg kommen, sondern den italienischen Rekordmeister auch als Marke verstärken.
Von Birgit Schönau, Rom

Mit einem derart warmen Empfang hatte Armando Izzo nun wirklich nicht gerechnet. Als der 26-Jährige, bis dato ein Spieler des CFC Genua, am Donnerstag auf dem Turiner Flughafen landete, wartete schon ein stattliches Komitee von Tifosi auf ihn - verblüffend viele Leute für den sicherlich talentierten, aber ganz bestimmt nicht weltberühmten neuen Verteidiger des FC Turin. Merkwürdig auch, dass die Fans schwarz-weiße Schals trugen, also die Farben der Lokalrivalin Juventus.

Und dann jubelten sie Izzo zu. Die Tifosi riefen: "Cristiano!" und "Ronaldo!" Izzo war verwechselt worden - mit jenem Mann, von dem seit ein paar Tagen 13 Millionen Juventini träumen.

Man muss sich das vorstellen: Italien ist erstmals seit 60 Jahren nicht bei einer WM dabei, die Tifosi sind gezwungen, anderen bei ihren Höhenflügen in Richtung Titel zuzusehen. Sogar die Schweden, gegen die Italien im Playoff unterlag, haben es ins Viertelfinale geschafft. Und dann platzt mitten in einen Sommer ohne Fußball die Nachricht, Ronaldo, kurz: CR7, der fünfmalige Weltfußballer, ziehe mitsamt seinen fünf goldenen Bällen aus Madrid nach Turin. Der vielleicht größte Weltstar, bislang unerreichbarer und unzugänglicher als die tiefste Tiefsee, liebäugelt mit einem Angebot ausgerechnet aus Italien.

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"Ein schöner Traum", wiegelte das Juve-Management zunächst ab. Geschäftsführer Giuseppe Marotta sagt: "Ich sage gar nichts." Hinter diesem vielsagenden Schweigen laufen jedoch hektische Verhandlungen. In Madrid traf sich am Donnerstag Ronaldos Manager Jorge Mendes mit Real-Patron Florentino Perez.

Wer muss für Ronaldo Platz machen?

Es gehe, so behaupten italienische Medien, um die Ausstiegsklausel des Portugiesen. Vormals hatte Perez seinen Star als unverkäuflich erklärt, heute sei er bereit, ihn für 100 Millionen Euro abzugeben. Das wären nur zehn Millionen mehr als jene Summe, die Juventus vor zwei Jahren für den Argentinier Gonzalo Higuain ausgab - vergleichsweise ein Schnäppchen.

Etwa zeitgleich zum Gipfel in Madrid traf Juve-Trainer Massimiliano Allegri in Turin ein, aus dem Urlaub angefordert von seinem Chef Andrea Agnelli. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich das Thema des Gesprächs zwischen Klubpräsident und Coach vorzustellen: Wen können und müssen wir verkaufen, um uns Ronaldo leisten zu können? Neben Higuain müsste womöglich auch Miralem Pjanic gehen, der angeblich vom FC Barcelona und von Manchester City umworben wird.

Rund 60 Millionen Euro würde der Spieler im Jahr kosten. Ronaldo verlangt ein Nettogehalt von 30 Millionen, eine Riesensumme für einen Klub, der früher penibel darauf achtete, seine Spieler nicht mit Gold zu überschütten, um die Arbeiter des Autokonzerns Fiat, der den Agnellis ja bis heute auch gehört, nicht zu verärgern.