Angemessene Anteilnahme für einen georgischen Olympioniken: Die Eröffnung der Winterspiele war keine reine Trauerfeier - und das ist auch gut so.
Es war bis zuletzt nicht klar, was es für die Eröffnungsfeier der 21. Olympischen Winterspiele bedeuten würde, dass am Freitagnachmittag der 21-jährige georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili tödlich verunglückt war. Noch wenige Stunden vor dem Beginn der Zeremonie hatte IOC-Präsident Jacques Rogge sämtliche Fragen nach dem weiteren Verlauf offengelassen, mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen.
Die georgische Mannschaft lief bei der Eröffnungsfeier in Vancouver zu Ehren ihres verunglückten Sportskameraden mit Trauerflor auf. (© Foto: dpa)
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Dass die Eröffnungsfeier kurzfristig abgesagt werden würde, daran dachte in Vancouver allerdings niemand - und allein der Gedanke wäre schon ein Fehler gewesen.
Immense Symbolkraft
Ein ganzes Land hat sich mit all seiner Kraft auf diesen Moment vorbereitet, es hat ihm entgegengefiebert, seit Wochen und Monaten. Und die Symbolkraft, die von so einer Feier ausgeht, wie auch immer sie gestaltet sein mag, ist immens, sie ist für die danach folgenden Spiele von entscheidender Bedeutung.
Deshalb war der Weg, den das Organisationskomitee Vanoc wie auch die georgische Delegation wählten, richtig: Sie haben die Symbolkraft dieses Ereignisses genutzt, um ihre Trauer und Anteilnahme zu zeigen, öffentlich, und sie haben Nodar Kumaritaschwili vor Milliarden Menschen geehrt.
Vor Beginn der Feier wurde auf den Leinwänden im Stadion minutenlang ein Text eingeblendet, der den Abend dem Georgier widmete. Als die georgische Mannschaft einlief, mit schwarzen Schals und Armbinden, erhoben sich die Zuschauer und klatschten; später schwiegen sie in einer Gedenkminute.
IOC-Präsident Jacques Rogge wies die Zuschauer und Athleten vor seiner Rede sichtlich bedrückt auf den Tod Kumaritaschwilis hin, und Vanoc-Präsident John Furlong bat die Sportler, den olympischen Traum des jungen georgischen Rodlers weiterzutransportieren.
Um Trauer bewältigen zu können, muss man sie ausdrücken. Das haben alle Beteiligten am Freitagabend angemessen und würdevoll getan.
Einzig an einer Stelle klang der Ausdruck der Trauer etwas ungeschickt: Als John Furlong den Georgier als "gefallenen Kollegen" bezeichnete.
Doch nun: Nodar Kumaritischwili war der erste Todesfall in der Geschichte Olympischer Winterspiele, ein Extremfall, auf den niemand vorbereitet war - und niemand vorbereitet sein konnte.
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(sueddeutsche.de/jobr/pak)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten