Vor dem Länderspiel der Nationalmannschaft spricht die Kanzlerin: Sie hofft nach dem Tod von Enke auf mehr Verständnis für depressive Menschen. Auch in der Politik schwiegen viele über ihre Schwächen.
Vor drei Jahren feierte Deutschland sein Sommermärchen und die Bundeskanzlerin war mittendrin. Oft fieberte sie auf der Tribüne mit und traf die Nationalspieler. Man merkte: Angela Merkel interessiert sich wie die meisten Deutschen für Fußball. Ihr besonderer Liebling Bastian Schweinsteiger bestätigte einst der Bild-Zeitung: "Frau Merkel hat Ahnung."
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Angela Merkel mit einem Trikot von Energie Cottbus: Die Kanzlerin ist Ehrenmitglied des ostdeutschen Vereins. (© Foto: ddp)
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In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit spricht die Kanzlerin nun nicht nur über die ersten Tage der schwarz-gelben Regierung, sondern auch für den Suizid von Nationaltorwart Robert Enke, der das Land tagelang bewegte und beschäftigte.
Sie hoffe nun auf mehr Verständnis für depressive Menschen, sagte Merkel. Der Tod des 32-Jährigen gebe womöglich vielen Menschen die Möglichkeit, offener über Ängste und psychische Erkrankungen zu sprechen, sagte die CDU-Vorsitzende.
Sie könne deren Sorgen nachvollziehen: "Es gibt bei den Betroffenen auf der einen Seite die große Angst: Wenn man das zugibt, ist man kein Teil der funktionierenden Gesellschaft mehr." Allerdings fordert sie mehr Ehrlichkeit: Kaum ein Mensch könne von sich sagen, dass "er immer der Sonnyboy ist, der leistungskräftig und gutgelaunt zur Arbeit" schreite. Merkel ist überzeugt: "Wenn man krank ist oder etwas nicht kann, sollte man es ruhig sagen."
Die Angst von vielen
Der Tod des Torwarts, der jahrelang an Depressionen gelitten hatte, habe so viele Menschen berührt, "weil sich an einem berühmten Beispiel etwas zeigt, wovor viele Angst haben und was viel öfter passiert, als wir es uns vor Augen führen". Sie hoffe, dass nun "Mitmenschen Verständnis für diese Krankheit entwickeln und sie nicht stigmatisieren", sagte die Kanzlerin.
Als Politiker habe man schon aufgrund des etwas höheren Alters "ein großes Erfahrungspolster". Sie empfinde die Situation der Leistungssportler als schwierig: Diese wüssten stets, dass ihre Karriere "zwischen 30 und 40" vorbei sein werde - dabei erarbeite man sich in diesem Alter gerade erst die perönliche Reife. Die Schlussfolgerung der 55-Jährigen: "Deshalb dürfen wir junge Sportler auch nicht überfordern, dass sie immer funktionieren müssen."
Laut einer Studie der Universität Tübingen fühlt sich jeder zweite Leistungssportler durch die extremen Anforderungen immer wieder ausgebrannt und kraftlos. Fast ein Drittel der befragten Sportler leide an Schlafstörungen, jeder fünfte klage sogar über gelegentliche Depressionen.
In ihrem eigenen Umfeld, dem Politikbetrieb in Berlin, würden psychische Erkrankungen ebenfalls tabuisiert: "Die Politik ist immer ein Spiegel der Gesellschaft - einer Gesellschaft, in der über psychische Erkrankungen generell nicht offen gesprochen wird. Aber auch in der Wirtschaft nicht, gerade dort also, wo Menschen sehr hohem Stress ausgesetzt sind."
Dabei seien, so die Überzeugung Merkels, die graduellen Unterschiede zwischen gesund und krank sehr klein: "Da machen wir uns in der Gesellschaft etwas vor."
Zugleich ist das Gefühl, möglichst stark erscheinen zu müssen, auch Angela Merkel nicht fremd. Sie sagte in dem Zeit-Gespräch, es sei besser, zumindest nach außen keine Schwäche zu zeigen: "Besser ist es. Dann habe ich weniger Ärger." Wenn ihr auf der Regierungsbank mal die Augen zufielen, "habe ich viel Nacharbeit zu leisten".
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(sueddeutsche.de/bavo)
Bürgermeister in Baden-Württemberg
Man fragt sich wirklich, ob die geistige Verfasstheit der Bundeskanzlerin dem entspricht, was sie an öffentlichen Bemerkungen und Bekundungen von sich gibt.
Wer sich in diesem, unserem Lande umschaut, dem wird genau so schlecht werden, wie es mir immer schlecht wurde, wenn ich mich als Westbesucher in den Betrieben der Ostzone umgeschaut habe.
Die Pressionen, das paranoide Beobachtungssystem, die real-existierende Ineffektivität und die mangelnde praktische Professionalität der Führungs-, Lenkungs- und Leitungskräfte entsprachen in etwa dem, was man heute als Outsider sehen kann, wenn man mit offenen Augen und Ohren durch die Betriebe der Agenda-2010-Republik geht.
Die totalitäre und allgegenwärtige Dominanz des Renditeprimats der real-existierenden, autoritär agierenden Share-holder-Funktionäre der heutigen Zeit unterscheiden sich nur optisch und propagandistisch von jenen stalinistischen Kaderfunktionären,die wir dereinst im "sozialistischen Lager" treffen konnten. Darin scheint sich die Konvergenz der Systeme tatsächlich zu erfüllen. Die Entwürdigung der Menschen, die Entehrung, die Entgeistigung und Entwertung der Mehrheitsbevölkerung sind die Stereotypen, mit denen sich die heutigen Alphatiere und Führungskräfte dieses "Neuen Deutschlands", das unter den formenden Händen eines Dr. H. Kohl und H.-D. Genscher geformt wurde.
Man sollte sich langsam mit der Frage vertraut machen, ob diese real-praktizierte Politik des Besitzstandsegoismus und der gesamtgesellschaftlichen Verantwortungsverweigerung zu einem justitiablen Offizialdelikt gemacht werden sollte. Natürlich nur, wenn jemand Interesse daran hat, dass aus dem Besitzbürgerfeudalstaat mit seinen Erbfunktions- und -einkunftssystemen endlich wieder eine demokratische Zivilgesellschaft gemacht wird, in der es wieder wichtig ist, was einer kann und eben nicht mehr die Vergabe von Führungsfunktionen davon abhängig gemacht wird, wer wen kennt.
Deutschland, einig Vettern- und Günstlingswirtschaftsland ist abgebrannt. Lasst uns also handeln, wie wir so oft singen:
Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach laßt uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!
Ich sammle ab sofort dafür, der Kanzlerin den Text als Tatoo auf ihre Stirn zu tätowieren, damit Sie es allmorgendlich lesen kann.
Sie brauchen ja weder die Artikel noch die Beiträge zu lesen.
Diejenigen, die sich mit allem intensiver befassen - aus welchen Gründen auch immer - "dürfen" hier doch wohl diskutieren, oder braucht man da Ihr Einverständnis?
Wer weiß, warum Sie sich hier plötzlich melden, ohne etwas zu sagen! Kann das Thema bei Ihnen ein Auslöser sein?
Es ist offensichtlich für einige nicht so leicht zu verkraften, wenn sie feststellen, dass die Welt um sie herum nicht nur rosarot glücklich ist.
Im Gegensatz zu Merckle war Enke eine öffentliche Figur und Sympathieträger. Da verwundert es weniger, dass dieses Mal mehr Menschen innehalten und Anteil nehmen.
Verlautbarungen allerorts.
Wenn man bisher nicht depressiv war, wird man's garantiert so und jetzt.
"Wenn man (krank ist oder) etwas nicht kann, sollte man es ruhig sagen."
Ja, da warte ich schon lange drauf.
Bevor alle ausrasten.
Im Laufe meines Lebens sind fünf meiner Freunde gestorben. Es ist Jahrzehnte her und sie waren alle noch jung. Zweimal Verkehrs-Unfall, zweimal Krankheit, ein Suizid.
Wenn ich heute nach einem besten Freund gefragt werden, stelle ich fest, es ist keiner mehr da. Die sind alle tot.
Robert Enkes Suizid, vor allem jedoch seine Hinterbliebenen tun mir leid.
Aber es gab leider schon viele Ereignisse für mich, die mir näher gingen.
Paging