Denn das Geschäft des IOC läuft so: Werbeverbot in den Arenen sorgt für "saubere" Wettkampfbilder. Das wiederum ist gut für den Verkauf der Fernsehrechte. Besonders die rein kommerziellen TV-Unternehmen haben dadurch die Chance, ihre eigenen Werbebotschaften umso wirksamer unter das Volk zu bringen. Beispiel NBC: Der US-Gigant lässt sich die Peking-Rechte 894 Millionen Dollar kosten, sein Einnahmeziel liegt jenseits von 1,1 Milliarden Dollar.

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Mit seinem Kerngeschäft Fernsehen generiert das IOC durch die Peking-Spiele 1,737 Milliarden Dollar, nach 1,494 Milliarden Dollar 2004 in Athen und schon jetzt vertraglich gesicherte mehr als zwei Milliarden Dollar in London 2012. Größter Profiteur ist jeweils der Olympia-Organisator mit einem Anteil von jeweils knapp 50 Prozent.

Das US-Komitee bekommt am meisten

Vom olympischen Bruttosozialprodukt aus den Spielen in Peking und Turin von mindestens fünf Milliarden Dollar behält das IOC rund acht Prozent für seinen eigenen Vierjahreshaushalt, was ungefähr 415 Millionen Dollar entspricht. Für diese Summe hat das IOC eine Ausfallversicherung abgeschlossen, nachdem sich die Athen-Spiele drei Jahre nach dem Terroranschlag in New York als unversicherbar erwiesen hatten.

Eigentlich müsste in der olympischen Familie ob der Hochkonjunktur eitel Sonnenschein herrschen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Aufteilung des Kuchens zwischen IOC, den 205 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und den 35 olympischen Sportverbänden zu drei gleichen Teilen steht nur auf dem Papier. Verbände und NOKs sind empört, dass aus altem, längst überholtem Recht das US-Komitee USOC fast so viel verdient wie sie jeweils zusammen - durch 12,75 Prozent Anteile an den Einnahmen der zwölf Top-Sponsoren des IOC und durch 20 Prozent an den Zahlungen des US-Fernsehens. Der Kaufkraftverlust des Dollars von fast 30 Prozent in den vergangenen vier Jahren gegenüber dem Euro schmerzt jene IOC-Partner besonders, die Ausgaben in Euro haben.

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(sueddeutsche.de/dpa/aum)