Reifenplatzer in der Formel 1 Fia setzt Pirelli unter Druck

Auch bei Ferrari-Fahrer Felipe Massa platzte am Sonntag der Reifen.

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Der Automobil-Weltverband fordert vom Reifenhersteller eine schnelle Analyse der Vorfälle. Pat McQuaid kandidiert erneut für das Präsidentenamt beim Radverband UCI. Die Dallas Mavericks verpflichten den Israeli Gal Mekel.

Formel 1, Pirelli: Der Automobil-Weltverband FIA hat nach den zahlreichen Reifenplatzern beim Grand Prix von England in Silverstone Einheitshersteller Pirelli unter Druck gesetzt. "Ich hatte ein Gespräch mit den Verantwortlichen und sie haben mir zugesichert, dass die Vorfälle schnell analysiert werden. Bis zu unserem nächsten Treffen am Mittwoch werden sie ihre Ideen und Vorschläge zum Lösen des Problems unterbreiten", sagte FIA-Präsident Jean Todt, der Pirelli für den Mittwoch zu einer Krisensitzung vor dem nächsten Formel-1-Rennen am Sonntag auf dem Nürburgring bestellt hat. In Silverstone explodierten zahlreiche Reifen, immer war es der hintere linke Pneu. "Diese verdammten Reifen, dafür will ich mein Leben nicht riskieren", schimpfte Mercedes-Pilot Lewis Hamilton.

Rennleiter Charlie Whiting sagte hinterher, dass "das Rennen ziemlich nahe daran war, mit der roten Flagge abgebrochen zu werden." Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery wusste noch nicht, was die Schäden verursacht hatte. "Was heute passiert ist, war nicht vorherzusehen. Diese Art von Schaden ist für uns neu", sagte der Engländer, "wir haben mit der Analyse der Schäden begonnen. Erst wenn wir die Fakten kennen, können wir entscheiden, was wir als nächstes tun werden." Spekulationen, ein neuer in Silverstone eingesetzter Kleber hätte die Probleme verursacht, wollte Hembery nicht kommentieren.

Radsport, UCI: Der Machtkampf um den Chefposten im Weltradsport ist offiziell eröffnet. Am heutigen Montag bestätigte die UCI die Kandidatur des Chefs des britischen Radsportverbandes Brian Cookson. Er tritt gegen den amtierenden UCI-Präsidenten Pat McQuaid an. Allerdings ist noch immer unklar, ob die Nominierung des UCI-Chefs überhaupt gültig ist. McQuaid hatte sich vom Schweizer Radsportverband aufstellen lassen, weil sich sein irischer Heimatverband gegen ihn gestellt hatte. Drei Mitglieder von Swiss Cycling klagten anschließend gegen die Nominierung des Iren. Eine Entscheidung des Schweizer Verbandsschiedsgerichts steht noch aus. Wann das dreiköpfige Gremium den Einspruch gegen die Nominierung McQuaids verhandelt, ist noch unklar. "Leider gibt es noch keinen Zeitplan", erklärte eine Sprecherin von Swiss Cycling auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. McQuaid steht seit Monaten in der Kritik wegen seines Umgangs mit dem Dopingskandal um Lance Armstrong. Dem Weltverband wird vorgeworfen, den lebenslang gesperrten Amerikaner jahrelang gedeckt zu haben. McQuaid und sein Vorgänger, der Niederländer Hein Verbruggen, bestreiten die Vorwürfe.

Basketball, NBA: Bereits kurz nach Beginn der Transferperiode haben die Dallas Mavericks Einigung mit dem ersten neuen Spieler erzielt. Nach US-Medienberichten wird der israelische Point Guard Gal Mekel in der kommenden Saison an der Seite von Dirk Nowitzki spielen. Der 25-Jährige, der zuletzt in seiner Heimat bei Maccabi Haifa überzeugte, soll bei den Texanern einen mehrjährigen Vertrag zu den Minimalkonditionen der nordamerikanischen Profiliga NBA erhalten. Formell können beide Seiten den Kontrakt erst nach dem 10. Juli unterzeichnen. Mekels Chancen auf Einsatzzeiten bei den Mavs sind nicht schlecht, plant Trainer Rick Carlisle auf der Position des Aufbauspielers doch einen Neuanfang.

Fußball, Confed Cup: Italien hat sich beim Confed Cup mit Platz drei für all die Qualen in Brasilien entschädigt. Der verletzungsbedingt arg dezimierte Vize-Europameister bezwang Uruguay im Spiel um Platz drei bei erneut äußerst schwierigen Bedingungen in Salvador da Bahia nach einer letzten Kraftanstrengung mit 3:2 im Elfmeterschießen. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 2:2 (1:0) gestanden. Drei Tage nach der Halbfinal-Niederlage gegen Weltmeister Spanien, bei der Italien ebenfalls ins Elfmeterschießen musste, brachten Davide Astori (24.) und Alessandro Diamanti (73.) die Azzurri bei brütender Mittagshitze zweimal in Führung. Doch Edinson Cavani glich jeweils aus (58., 78.). Im Krimi vom Punkt sicherte Torwart Gianluigi Buffon den Italiernern mit gleich drei Paraden gegen Diego Forlan, Martin Caceres und Walter Gargano den Sieg. Damit ging "Bronze" bei der "Mini-WM" zum vierten Mal nacheinander an eine Mannschaft aus Europa. Für Italien ist es die beste Platzierung beim "Festival der Champions", Südamerikameister Uruguay verlor bereits 1997 das "kleine Finale".

Trotz hoher Temperaturen und Luftfeuchtigkeit war es vor 43.382 Zuschauern eine sehr unterhaltsame Begegnung mit vielen Torszenen, die noch einmal Lust auf das Finale zwischen Brasilien und Spanien am Abend in Rio de Janeiro machte. Italien musste in der Arena Fonte Nova gleich fünf Spieler wegen Verletzung oder Ermüdung ersetzen, darunter Regisseur Andrea Pirlo. Beim 1:0 bekam Italien gütige Mithilfe von Uruguays Torwart Fernando Muslera. Der unterschätzte die Freistoßflanke Alessandro Diamantis, die an den linken Innenpfosten krachte. Von da sprang der Ball an Musleras rechte Schulter und vor die Füße Astoris, der auf der Linie nur noch einschieben musste. Angestachelt vom Rückstand kam jetzt auch Uruguay zu Torchancen. Luis Suárez (27.) und Diego Forlán (37.) scheiterten aber an Torwart Gianluigi Buffon. Pech hatten die "Urus", als Schiedsrichter Djamel Haimoudi (Algerien) ein Handspiel Giorgio Chiellinis in Italiens Strafraum ungeahndet ließ (40.). Cavani belohnte den Willen der "Celeste" bei einem Gegenstoß mit dem Ausgleich, später traf er wie Diamanti per direktem Freistoß erneut. In der Verlängerung taten sich beide Teams kaum noch weh, die Strapatzen standen allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Die Gelb-Rote Karte gegen den Italiener Riccardo Montolivo wegen wiederholten Foulspiels (110.) fiel nicht mehr ins Gewicht.

Fußball: FC Bayern: Triple-Gewinner Bayern München hat nach anfänglichen Schwierigkeiten auch seinen zweiten Auftritt unter dem neuen Trainer Pep Guardiola erfolgreich gestaltet. Beim Bezirksligisten TSV Regen kam der Fußball-Rekordmeister mit einem verstärkten B-Team zu einem 9:1 (3:1)-Erfolg, lag nach fünf Minuten allerdings überraschend zurück: Daniel Kopp hatte die Gastgeber vor mehr als 7000 Zuschauern in Führung geschossen, bis zur Halbzeit drehten dann Nationalspieler Thomas Müller (32.) sowie der 19-jährige Patrick Weihrauch (37./38.) mit einem Doppelpack die Begegnung. Bei den Bayern standen neben Müller mit Kapitän Philipp Lahm, Jérôme Boateng und Franck Ribéry nur drei weitere etablierte Kräfte in der Startformation. Nach dem Seitenwechsel erhöhten Dreifach-Torschütze Julian Green (47./60./81.), Emre Can (67.) und Alessandro Schöpf (70.). Der eingewechselte Toni Kroos (84.) setzte mit seinem Treffer den Schlusspunkt unter eine Partie, deren Erlös an die Opfer der Flutkatastrophe geht.