Trotz der umstrittenen Warentest-Studie hält das Innenministerium die WM-Fußballstadien für weitgehend sicher. Es gebe keinen "eklatanten Handlungsbedarf". Das sieht der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses anders.
"Ich halte die Wahrscheinlichkeit für nicht sehr groß, dass sich da ein eklatanter Handlungsbedarf ergibt", sagte Innen-Staatssekretär Christoph Bergner bei einer Pressekonferenz zum Vorbereitungsstand der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin.
Staatssekretär Bergner nimmt die Warentest-Studie ernst, hält aber Nachbesserungen an den Stadien für unwahrscheinlich. (© Foto: dpa)
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Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lege zwar großen Wert darauf, dass jeder Sicherheitshinweis verantwortungsbewusst geprüft werde. In den vergangenen 60 Jahren sei es aber in keinem deutschen Stadion zu einer Zuschauerkatastrophe gekommen.
"Wir nehmen die Ergebnisse der Stiftung Warentest ernst", sagte Bergner. "Wir sind dankbar für jeden Hinweis und gehen dem verantwortungsbewusst nach." Die Realität in den Stadien zeige aber vielmehr, dass keine akute Gefahr im Fall einer Zuschauerpanik bestehe.
Sollten dennoch Nachbesserungen nötig seien, werde der Bund den Stadionbetreibern nicht finanziell unter die Arme greifen können. "Wir fühlen uns nicht in der Verantwortung und können an dieser Stelle auch keine finanzielle Verantwortung übernehmen."
Der Sportausschuss des Bundestages wollte sich am Mittwoch mit dem Streit über die Sicherheit in den deutschen WM-Stadien befassen. Die Sicherheitsdebatte soll Ende März auf einer internationalen Konferenz mit rund 250 Vertretern aus 40 Nationen in Berlin fortgesetzt werden.
Staatssekretär Bergner warnte mit Blick auf die Untersuchung der Stiftung Warentest vor Panikmache und zeigte Verständnis für den Unmut der Organisatoren, die die Prüfer zur Rücknahme der Studie aufgefordert hatten.
Die Prüfer hatten Sicherheitsmängel in mehreren WM-Stadien kritisiert. Die Arenen in Berlin, Leipzig und Gelsenkirchen könnten zu tödlichen Fallen werden, weil Fluchttore von den Rängen aufs Spielfeld fehlten, erklärten sie. In Kaiserslautern bemängelten sie den Brandschutz.
Der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert, setzt dagegen auf eine schnelle Behebung der von der Stiftung Warentest festgestellten Mängel.
"Ich plädiere dafür, dass wir gemeinsam versuchen, diese Dinge auszuräumen - und zwar so schnell wie möglich", sagte der SPD-Politiker. Der Ausschuss könne zwar nicht anordnen, bestimmte Mängel zu beseitigen.
"Aber wir können es auch nicht zulassen, dass diese Streitigkeiten zwischen zwei unterschiedlichen Parteien offen bleiben", sagte Danckert im Deutschlandfunk. "Und wenn dann etwas passiert, dann machen wir uns alle schwerste Vorwürfe."
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