Real Madrid Ronaldo für fünf Spiele gesperrt

Gar nicht einverstanden: Cristiano Ronaldo meckert mit Schiedsrichter Ricardo de Burgos Bengoetxea.

(Foto: REUTERS)
  • Real Madrid gewinnt das Hinspiel des spanischen Supercups mit 3:1 gegen den FC Barcelona.
  • Dabei fliegt Cristiano Ronaldo mit Gelb-Rot vom Platz, anschließend schubst er den Schiedsrichter. Er wird für fünf Spiele gesperrt.

Natürlich wollte Cristiano Ronaldo es nicht wahrhaben. Im Hinspiel des spanischen Supercups gegen den FC Barcelona (Endstand 3:1) lief der Stürmer von Real Madrid in der 82. Minute aufs Tor zu, vom Gegenspieler bedrängt schaffte er es in den Strafraum - und verlor dann doch etwas zu leicht das Gleichgewicht. Eine Schwalbe, urteilte der Schiedsrichter, er zeigte Gelb-Rot. Ihm, Cristiano Ronaldo, dem Weltfußballer.

Der Portugiese drehte entrückt ab, änderte dann abrupt die Richtung und stürmte auf Schiedsrichter Ricardo de Burgos Bengoetxea zu. Es folgte ein Wortgefecht, und als sich der Referee entfernen wollte, verpasste ihm Ronaldo einen Schubser in den Rücken. Nicht doll, aber eben doch: ein Schubser.

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Dieser kostet Ronaldo nun den Saisonstart. Fünf bis zwölf Spiele kann die Sperre in Spanien in einem solchen Fall betragen, der nationale Verband entschied am Montagmittag, Ronaldo immerhin fünf Spiele aufzubrummen. Die Strafe setzt sich aus einem Spiel Sperre für den Platzverweis und vier Partien für sein anschließendes Fehlverhalten zusammen. Laut der Zeitung AS will Real Madrid gegen das Urteil Berufung einlegen. Ist diese nicht erfolgreich, kann Ronaldo erst Mitte September in den Ligabetrieb einsteigen.

Ronaldo trifft und jubelt wie Messi

Es war ein mitreißendes Supercup-Hinspiel zwischen den beiden beherrschenden Mannschaften des Landes. Barcelona-Verteidiger Gerard Piqué hatte Real mit einem Eigentor in Führung (50.) gebracht, Lionel Messi konnte vom Elfmeterpunkt mit seinem ersten Clásico-Treffer im heimischen Camp Nou seit Oktober 2012 ausgleichen (77.).

Dann folgte Ronaldos Auftritt. Erst traf er per traumhaftem Schlenzer zur neuerlichen Führung (80.), beim Jubel zog er sein Trikot aus und präsentierte es dem Publikum. Damit imitierte er Messis Torjubel im vergangenen Clásico im Bernabéu - eine Retourkutsche also. Ronaldo sah wie der Sieger aus. Natürlich sah er Gelb, doch als er zwei Minuten später im Strafraum fiel, folgten Gelb-Rot und der Schubser, der ihm nun eine Fünf-Spiele-Pause einbrachte.

Bei Real waren sie darüber wenig erfreut, auch wenn Marco Asensio noch zum 3:1-Endstand traf (90.). Die Real-nahe Marca schrieb ab Montag: "Real Madrid glaubt, dass es kein Zufall sein kann, dass Zidanes Team in den letzten fünf Clásicos immer mit einem Mann weniger auf dem Platz stand." Auch Trainer Zinédine Zidane erklärte: "Was mich ärgert, ist der Platzverweis von Cristiano. Vielleicht ist es kein Elfmeter, aber die Karte ist ein bisschen zu hart."

Immerhin: Reals Aussichten auf den Gewinn des Supercups sind trotzdem gut. Am Mittwoch (23 Uhr) steigt im Estadio Santiago Bernabéu das Rückspiel. Vor eigenem Publikum will Real dort den ersten Supercup-Sieg seit 2012 klarmachen - auch ohne Ronaldo.

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