Rassismus-Debatte im Fußball Blatter fordert Zwangsabstieg für Vereine

Will bei der Rassismus-Debatte die Klubs für ihre Zuschauer verantwortlich machen: Sepp Blatter.

(Foto: REUTERS)

Fifa-Präsident Blatter fordert Punktabzüge und Zwangsabstiege für Vereine, deren Fans Spieler rassistisch beleidigen. Real Madrid steht im Semifinale der Copa del Rey, Torwart Casillas bricht sich die Hand. Titelverteidiger Frankreich verliert bei der Handball-WM. Und die LA Lakers beklagen eine erneute Krise und einen prominenten Ausfall.

Sportnachrichten in Kürze

Rassismusdebatte, Fußball: Fifa-Präsident Joseph Blatter fordert Punktabzüge und Zwangsabstiege für Fußball-Klubs, deren Fans sich rassistische Ausfälle leisten. "Es ist nicht genug, Geldstrafen zu verteilen. Spiele ohne Zuschauer sind eine mögliche Lösung, aber am besten wären ein Punktabzug und der Abstieg der Mannschaft, denn letztendlich ist der Klub für seine Zuschauer verantwortlich", sagte der Chef des Weltverbandes in einem Interview auf fifa.com. Man sollte die Verbände und Konföderationen anweisen, "sehr streng" zu sein. Er stimme mit der "Bewegung Boateng" überein, dass der Rassismus-Vorfall während des Testspiels des AC Mailand in Italien ein "deutliche Warnung" gewesen sei, sagte Blatter: "Nun ist es an uns, die geeigneten Schritte einzuleiten."

Der Fußball sei mit Blick auf das Phänomen Rassismus zwar ein "Opfer unserer Gesellschaft", ergänzte der Schweizer, aber nirgendwo könnten Probleme gelöst werden, "indem man wegrennt". Der ehemalige Bundesliga-Profi Kevin-Prince Boateng hatte Anfang Januar einen Abbruch eines Testspiels erwirkt. Fans des Viertligisten Pro Partia hatten ihn und weitere dunkelhäutige Milan-Spieler beleidigt. Daraufhin unterbrach Boateng in der 26. Minute das Spiel, schoss den Ball in Richtung der Zuschauer und verließ den Platz. Seine Teamkollegen folgten Boateng, das Spiel wurde abgebrochen. Blatter hatte die Aktion unmittelbar danach kritisch betrachtet. "Wenn ein Spieler vom Feld läuft, weil er rassistisch beleidigt wurde, ist das ein starkes Signal, das sagt: Das war zu viel", sagte Blatter in Zürich. Unterdessen forderte der Fifa-Boss auch die Einführung von Ethikkommissionen in allen nationalen Fußballverbänden, um gegen Korruption vorzugehen.

Eiskunstlauf, EM: Der Berliner Peter Liebers ist mit einem enttäuschenden 17. Platz in die Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Zagreb gestartet. Die knappe Führung nach dem Kurzprogramm übernahm der Franzose Florent Amodio vor dem Spanier Javier Fernandez. Dritter ist Brian Joubert aus Frankreich. Der 30 Jahre alte Olympiasieger Jewgeni Pluschenko stürzte beim dreifachen Axel und ist Sechster.

Martin Kaymer, Golf: Der deutsche Golf-Star Martin Kaymer darf sich bei der Europa-Tour in Doha Hoffnungen auf seinen ersten Turniersieg des Jahres machen. Der 28-Jährige eroberte bei der mit 2,5 Millionen Euro dotierten Veranstaltung durch eine beeindruckende 67 mit insgesamt 135 Schlägen die Führung. Nach der ersten Runde hatte der ehemalige Weltranglistenerste auf dem geteilten elften Platz gelegen. Kaymer muss sich die Spitze bei Halbzeit mit dem spanischen Routinier Sergio Garcia, dem Australier Marcus Fraser und dem Portugiesen Ricardo Santos teilen. Hinter dem Führungsquartett liegen außerdem fünf Spieler mit nur jeweils einem Schlag Rückstand ebenfalls noch in Lauerstellung.

Pokal, Spanien: Mesut Özil und Sami Khedira stehen mit Real Madrid im Halbfinale des spanischen Fußball-Pokals. Dem Meister reichte am Mittwochabend im Viertelfinal-Rückspiel beim FC Valencia ein 1:1 (1:0). Das Hinspiel hatten Real 2:0 gewonnen. Karim Benzema (44. Minute) hatte Real nach Vorarbeit von Xabi Alonso in Führung gebracht. Der Franzose profitierte dabei von einem Fehler des früheren Wolfsburgers Ricardo Costa. Dessen Namensvetter Tino Costa schoss kurz nach der Pause (52.) den Ausgleich. Kurz zuvor hatte Madrids Außenverteidiger Fabio Contrao Gelb-Rot gesehen. Auch Angel di María wurde in der Schlussphase des Feldes verwiesen. Der Argentinier leistete sich vor den Augen des Schiedsrichters eine Tätlichkeit gegen Joao Pereira. Özil wurde vorzeitig ausgewechselt. Im Halbfinale ist nun ein "Clásico" gegen den FC Barcelona möglich. Der aktuelle Tabellenführer der spanischen Liga muss am Donnerstag im Viertelfinal-Rückspiel beim FC Málaga antreten. Die Andalusier hatten Barca im Hinspiel allerdings ein 2:2 abgetrotzt. Zuvor hatte bereits der FC Sevilla mit einem lockeren 4:0 (2:0/Hinspiel 0:0) gegen Real Saragossa das Halbfinale erreicht. Sevilla trifft im Halbfinale auf Atlético Madrid oder den Lokalrivalen Real Betis aus Sevilla.

Basketball, NBA: Die Leiden der Los Angeles Lakers gehen weiter. Der 16-malige Champion kassierte in Memphis beim 93:106 gegen die Grizzlies seine 25. Saisonniederlage und verlor zu allem Überfluss Dwight Howard. Der Center erlitt erneut eine Verletzung an der rechten Schulter. Wie lange der Neuzugang ausfällt, steht noch nicht fest. Dazu gab es für den berühmten Basketball-Klub mitten in der schweren Krise eine weitere schlechte Nachricht. Für Jordan Hill ist die Spielzeit nach einer Hüftoperation vorzeitig beendet. Die Stimmung im Lager der Lakers war aber schon vorher schlecht. Bei einem Meeting in Memphis ist es nach Informationen der Los Angeles Times zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen. Unter anderem soll sich Howard darüber beschwert haben, dass er zu wenige Wurfgelegenheiten erhält.

Die mit großen Erwartungen gestarteten Lakers (17:25) hatten in den ersten 42 Spielen einer Saison seit dem Umzug aus Minneapolis im Jahr 1960 nur einmal eine schlechtere Bilanz. 1993/94 stand das Team aus Kalifornien bei 14 Siegen und 28 Niederlagen. In Memphis setzte es die vierte Pleite in Serie. L.A. hat zehn der vergangenen zwölf Spiele verloren. Erst zum zehnten Mal ging Oklahoma City Thunder in dieser Spielzeit als Verlierer vom Feld. Bei den Golden State Warriors unterlag der Vorjahresfinalist trotz der 33 Punkte von Kevin Durant mit 99:104. Meister Miami Heat gewann nach Verlängerung 123:116 gegen die Toronto Raptors. Dwyane Wade (35 Punkte) und LeBron James (31) waren die besten Werfer beim Titelverteidiger.

Iker Casillas, Real Madrid: Der Torhüter des spanischen Fußball-Rekordmeisters hat im Viertelfinalrückspiel des Pokals ersten Untersuchungen zufolge einen Handbruch erlitten. Wie lange Casillas ausfallen wird, steht noch nicht fest. Ausgerechnet sein Mitspieler Alvaro Arbeloa trat Casillas versehentlich, als er den Ball aus dem Strafraum schießen wollte. "Iker wird am Donnerstag noch einmal von einem Spezialisten untersucht. Erst dann wird entschieden, wie die Verletzung behandelt werden soll", teilte Real mit.

Handball, WM: Titelverteidiger Frankreich ist bei der Handball-WM in Spanien ausgeschieden. Der Olympiasieger, der in der Vorrunde schon von Deutschland bezwungen worden war, unterlag im Viertelfinale am Mittwochabend in Saragossa in einer Neuauflage des WM-Finales von 2009 gegen Kroatien klar mit 23:30 (12:13). In der Vorschlussrunde treffen die Kroaten am Freitagabend auf Europameister Dänemark, der sich in seiner Viertelfinalbegegnung mit 28:26 (18:11) gegen Ungarn durchsetzte. Die mit fünf Bundesligaspielern besetzten Skandinavier beherrschten ihren Kontrahenten anfangs nach Belieben und lagen nach gut 20 Minuten bereits mit sieben Treffern vorn. Der Vorsprung schmolz, weil sich die Ungarn im zweiten Spielabschnitt deutlich steigerten. Die zweite Semifinalpartie bestreiten Gastgeber Spanien und Außenseiter Slowenien.

Radsport, Doping: Die spanische Polizei hat den früheren Radprofi Jose Luis Martinez Jimenez festgenommen. Der 33-Jährige soll in seiner Heimat Murcia einen Dopingring angeführt haben. Die Ermittler fanden in einer Fabrikhalle 300.000 Dosen verschiedener Dopingsubstanzen, eine Zentrifuge für Blutdoping und weiteres Equipment, teilte das Innenministerium mit. Neben Martinez Jimenez nahm die Polizei drei weitere Männer fest. Martinez Jimenez hatte 2006 nach der "Operacion Puerto", dem Schlag gegen die Dopingszene um Frauenarzt Eufemiano Fuentes, seinen Rücktritt vom aktiven Radsport erklärt, eigenes Doping allerdings stets bestritten. In den vergangenen Jahren arbeitete er als Ernährungsberater für Radprofis. Am Montag beginnt in Madrid der Prozess gegen Fuentes und dessen Komplizen. Nach eigenen Angaben ermittelte die spanische Polizei neun Monate lang, bevor sie Martinez Jimenez verhaftete. Die entscheidenden Hinweise auf das Dopinglabor kamen demnach aus Schweden, von dort seien illegale Substanzen nach Murcia geschickt worden.