Real Madrid Neuer Zoff zwischen Mourinho und Casillas

Dicke Luft zwischen Mourinho (rechts) und Torwart Casillas.

(Foto: dpa)

Real-Trainer José Mourinho hält Torwart Casillas trotz überstandener Verletzung für nicht einsatzfähig. Die deutsche Firma GoalControl kümmert sich um die Torlinientechnik beim ConfedCup. Mainz 05 gibt Andreas Ivanschitz keinen neuen Vertrag. In der Verbandsliga wird ein Schiedsrichter von einem Spieler ins Gesicht geschlagen.

Sportnachrichten in Kürze

Champions League, Real Madrid: Der Zwist bei Real Madrid zwischen Trainer José Mourinho und Torwart Iker Casillas wirft einen Schatten auf das Champions-League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul. Der Coach gab vor dem Viertelfinal-Hinspiel am Mittwoch gegen den türkischen Fußballmeister zu verstehen, dass der Welt- und Europameister Casillas vorerst wenig Chancen auf eine Rückkehr ins Tor der "Königlichen" hat. "Wenn (Vertreter) Diego López weiter so gut hält wie bisher, wird es sehr schwer werden, ihm den Platz in der Stammelf streitig zu machen", sagte Mourinho. Für das Spiel gegen Istanbul nominierte der Portugiese den Kapitän der spanischen Nationalelf nicht einmal für die Ersatzbank.

Obwohl Casillas nach seinem Handbruch von den Ärzten für fit erklärt wurde, will Mourinho nichts von einer Rückkehr des 31-Jährigen ins Real-Tor wissen. Casillas sei zwar medizinisch fit, aber "nicht einsatzfähig", argumentiert der Trainer. Die Äußerungen deuten darauf hin, dass der Trainer Casillas auf Dauer ins zweite Glied zurückstufen möchte. Der Portugiese hatte den "Heiligen Iker", wie der Keeper von den Fans genannt wird, aufgrund seiner Beliebtheit und seines Einflusses im Kader schon immer skeptisch beäugt. Nach Medienberichten wechseln Mourinho und Casillas kaum ein Wort. Gegen Galatasaray dürfte der neue Stammtorwart López damit eine entscheidende Rolle spielen.

Fußball, Torlinientechnik: Die Fifa hat der deutschen Firma GoalControl den Zuschlag für die neue Torlinientechnologie beim Confederations Cup 2013 erteilt. Der Fußball-Weltverband vergab den Auftrag für das Turnier in Brasilien an das Unternehmen aus Würselen. Sollte das System in diesem Sommer den Fifa-Anforderungen entsprechen, wird es auch bei der WM im kommenden Jahr zum Einsatz kommen. GoalControl beruht auf einer dreidimensionalen Kontrolle des Balls durch 14 Kameras, die auf beide Tore gerichtet sind. Überquert der Ball die Torlinie, geht ein Signal an den Schiedsrichter.

Die drei Mitbewerber aus England, Erlangen und Ismaning gingen leer aus. Die Regelhüter des International Football Association Board IFAB hatten mit ihrer Entscheidung zu einer Statutenänderung im Juli 2012 den Weg für die Torlinientechnik frei gemacht. Zuvor war jahrelang über die Zulassung debattiert worden. Fifa-Präsident Joseph Blatter legte sich erst nach der krassen Fehlentscheidung bei der WM 2010 fest, als England ein reguläres Tor durch Frank Lampard beim 1:4 im Viertelfinale gegen Deutschland nicht zugesprochen bekam. Außerhalb der Fifa-Wettbewerbe hat die Technik noch nicht Einzug gehalten. Die Uefa setzt auf zwei Torlinien-Assistenten. In der Bundesliga könnte ein System erst von 2015/16 an eingeführt werden.

Fußball, Mainz 05: Mittelfeldspieler Andreas Ivanschitz erhält beim Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 keine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags. "Diese Entscheidung ist uns schwer gefallen", sagte Trainer Thomas Tuchel am Dienstag. Manager Christian Heidel hatte zwei Gespräche mit dem Österreicher geführt. Ein konkretes Angebot gab es aber nicht. Der Nationalspieler Österreichs war 2009 von Panathinaikos Athen zum damaligen Erstliga-Aufsteiger gewechselt.

In bisher 99 Bundesliga-Begegnungen schoss er 28 Tore. In dieser Spielzeit ist Ivanschitz unverzichtbarer Teil der Mainzer Mannschaft. Beim 1:1 am Samstag gegen Werder Bremen hatte der Mittelfeldspieler das schnellste Saisontor durch Adam Szalai vorbereitet. Ivanschitz liebäugelt mit einem Wechsel in die US-Profiliga, als ein möglicher Interessent für den im Sommer ablösefreien Spieler gilt Werder Bremen. Torhüter Christian Wetklo wird dagegen weiter für die Mainzer spielen. Heidel zog am Dienstag die Option des Vereins für eine Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2014. Der 33-Jährige steht seit 2000 in Mainz unter Vertrag.

Tennis, Turnier in Charleston: Die deutschen Tennisspielerinnen Sabine Lisicki und Andrea Petkovic haben die zweite Runde des WTA-Turniers in Charleston erreicht. Die 23 Jahre alte Lisicki (Berlin) setzte sich zum Auftakt der mit rund 796.000 Dollar dotierten Sandplatz-Veranstaltung im US-Bundesstaat South Carolina gegen Anna Tatischwili aus Georgien mit 6:0, 6:0 durch. Petkovic (Darmstadt) gewann ihr Match gegen Taylor Townsend (USA) mit 6:3, 6:0. Lisicki, derzeitige Nummer 41 der Welt, zog nach nur 41 Minuten gegen die hoffnungslos unterlegene Tatischwili in die nächste Runde ein und trifft nun auf Mallory Burdette (USA). Auch Petkovic hatte gegen die erst 16 Jahre alte US-Amerikanerin Townsend keine Mühe und bekommt es mit Jaroslawa Schwedowa (Kasachstan/Nr. 14) oder Vania King zu tun. Tatjana Malek (Bad Salgau) scheiterte dagegen an ihrer Auftakthürde. Die 25-Jährige verlor mit 4:6, 6:7 (5:7) gegen die Rumänin Sorana Cirstea.

Patrick Ebert, Real Valladolid: Wegen angeblicher Treffen mit dem Manager von Atlético Madrid hat der frühere Hertha-Profi Patrick Ebert in Spanien Ärger mit seinem derzeitigen Club Real Valladolid. Der spanische Fußball-Erstligist kündigte die Einleitung rechtlicher Schritte gegen Atlético an. Valladolid wies in einer Mitteilung darauf hin, dass Ebert sich nach Informationen des Vereins zweimal mit dem Atlético-Manager José Luis Pérez Caminero getroffen habe. "Solche Treffen sind nach der sportlichen Gesetzgebung nicht erlaubt", betonte der Verein. "Gespräche mit einem Profi eines anderen Vereins dürfen nur sechs Monate vor Ablauf des Vertrags aufgenommen werden." Ebert wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Probleme im US Sport Es ist absurd, es ist Amerika

Football, Baseball, Eishockey: Die US-Profiligen fesseln ein globales Millionenpublikum. Doch zu welchem Preis? Seit sich mehrere Athleten das Leben nahmen, diskutiert Amerika die Schattenseiten eines neuen Gladiatorentums.

Radsport, Baskenland-Rundfahrt: Der angeschlagene Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (Cottbus/Quick Step) hat nach seinem Sturz am Montag auf der zweiten Etappe der Baskenland-Rundfahrt viel Zeit verloren. Der 27-Jährige, der auf dem ersten Teilstück wenige Kilometer vor dem Ziel auf das linke Handgelenk gefallen war, erreichte am Dienstag nach 170,2 Kilometer zwischen Elgoibar und Vitoria-Gasteiz als 155. erst 6:12 Minuten nach Sieger Daryl Impey (Südafrika/Orica) das Ziel. In der Gesamtwertung verdrängte der Tageszweite Francesco Gavazzi (Italien/Astana) Auftaktsieger Simon Gerrans (Australien/Orica) vom ersten Platz. Dominik Nerz (Wangen/BMC), der im Klassement als 22. fünf Sekunden hinter Gavazzi liegt, verpasste als Zwölfter nur knapp eine Top-10-Platzierung. Der zweimalige Gesamtsieger Andreas Klöden (Mittweida/RadioShack) fuhr auf den 40. Rang und liegt in der Gesamtwertung zeitgleich mit Nerz auf dem 26. Platz. Die dritte Etappe führt das Fahrerfeld am Mittwoch über 167,7 Kilometer von Vitoria-Gasteiz nach Trapagaran. Die 53. Baskenland-Rundfahrt endet am Samstag mit einem Einzelzeitfahren in Beasain.

Boxen, Sauerland: Ex-Weltmeister Firat Arslan aus Süßen boxt künftig für den Sauerland-Stall. Der Cruisergewichtler werde erstmals am 27. April in Hamburg für seinen neuen Vertragspartner in den Ring steigen, teilte die in Berlin ansässige Promotion am Dienstag mit. "Hier stehen mehrere hochkarätige Cruisergewichtler unter Vertrag, so dass ich davon ausgehen kann, bei weiteren Siegen schon bald wieder um den WM-Titel zu kämpfen", sagte Arslan. Sein Gegner in Hamburg steht noch nicht fest. Der bereits 42 Jahre alte Boxprofi bestritt seinen bis dato letzten Kampf 3. November 2012 in Halle/Westfalen und verlor dabei gegen Sauerlands WBO-Weltmeister Marco Huck umstritten nach Punkten. Für Arslan, der 2007 WBA-Weltmeister war, ist eine Revanche das große Ziel. Hauptkämpfer in der Sporthalle Hamburg ist Europameister Jürgen Brähmer. Der Halbschwergewichtler verteidigt seinen Titel gegen Tony Averlant. Der 29 Jahre alte Franzose hat 27 Profi-Kämpfe bestritten und 18 davon gewonnen. Der frühere WBO-Weltmeister Brähmer bringt es auf 39 Siege in 41 Kämpfen.