Das Losglück ist dem DFB-Team erhalten geblieben: Es spielt in der Gruppe A gegen Costa Rica, Polen und Ecuador. Auch Franz Beckenbauer sagte: "Es gibt sicher schwierigere Gruppen als unsere." Allerdings warnte der Kaiser vor Überheblichkeit - gerade im Eröffnungsspiel.

Beckenbauer mahnte aber: "Eröffnungsspiele sind oft peinlich und mit einer bösen Überraschung für den Favoriten ausgegangen." Vor vier Jahren hatte Titelverteidiger Frankreich in Seoul gegen Senegal mit einem sensationellen 0:1 sein Vorrunden-Aus eingeleitet.

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Um 22 Uhr standen die Teilnehmer der Gruppe A fest. (© Foto: Reuters)

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Bundestrainer Jürgen Klinsmann erklärte nach der Auslosung durch Pele, Johan Cruyff, Lothar Matthäus und Roger Milla in Leipzig: "Ja, wir sind zufrieden. Das ist natürlich eine Gruppe, in der wir als Heimmannschaft weiterkommen müssen." Am 9. Juni eröffnet die deutsche Mannschaft die Weltmeisterschaft 2006 in München gegen Costa Rica, danach tritt sie am 14. Juni in Dortmund gegen Polen und am 20. Juni in Berlin gegen Ecuador an.

Gute Bilanz gegen Polen

Die Bilanz spricht für Deutschland. Gegen den vermeintlich stärksten Gegner Polen hat die DFB-Auswahl in 14 Spielen bei zehn Siegen noch nie verloren. Keine einzige Partie bestritt der dreifache Weltmeister in seiner über 100-jährigen Geschichte gegen Costa Rica und Ecuador.

Diese Gegner liegen aber auf den Positionen 21 (Costa Rica) und 37 (Ecuador) in der FIFA-Weltrangliste ebenso hinter den Deutschen (Rang 16) wie Polen (23). "Wir werden keine dieser Mannschaften in irgend einer Form unterschätzen. Wir werden sie bis ins Detail studieren", kündigte Klinsmann an.

Deutsche Gegner ebenfalls zufrieden

Die deutschen Gegner waren ebenso glücklich mit den gezogenen Losen. "Das ist das wichtigste Spiel in unserer Geschichte. Wir sind glücklich, das erste Spiel der WM bestreiten zu können", sagte Costa Ricas Trainer Alexandre Guimaraes.

Sein Kollege aus Ecuador, Luis Suarez, gab Freude strahlend Interviews: "Das ist für uns eine ganz große Herausforderung, gegen Deutschland zu spielen. Wir wollen zeigen, was wir gelernt haben." Polens Coach Pawel Janas, als Spieler WM-Dritter 1982, jubilierte ebenfalls: "Das ist eine Riesensache. Schade nur, dass wir nicht das Eröffnungsspiel machen."

Lange Gesichter machten andere: Den Niederlanden blieb ein auf beiden Seiten gefürchtetes Duell mit Nachbar und Erzrivale Deutschland erspart. Dafür wurden Argentinien, Serbien-Montenegro und die Elfenbeinküste zugelost, weshalb sich "Oranje" als großer Verlierer des Abends fühlte. "Das ist eine richtig harte Gruppe. Es ist überhaupt nicht sicher, dass wir weiter kommen", sagte Bondscoach Marco van Basten.

Für Beckenbauer war aber keineswegs die Gruppe C der dickste Brocken, sondern die Gruppe E mit Italien, Ghana, den USA und Tschechien. "Die scheint mir sogar noch ein bisschen schwerer."

Organisatoren mit Auslosungs-Show zufrieden

Der "Kaiser" war nach der Leipziger WM-Woche mit unzähligen Sitzungen, vielen Interviews und der Auslosung als stimmungsvollem Höhepunkt erschöpft und erleichtert. "Ich glaube, wir haben diese Woche ganz gut hinter uns gebracht. Wir sind von allen Seiten mit Komplimenten bedacht worden", schilderte er das Echo auf die Gala in der Leipziger Messe.

Auch FIFA-Präsident Joseph Blatter, der den WM-Machern zu Wochenbeginn noch eine Schulnote 2+ gegeben hatte, sprach nun in Superlativen: "Ich bin überzeugt, dass aus der 2+ noch eine 1 wird."

Allein in Deutschland sahen 8,14 Millionen Menschen die von Heidi Klum und Reinhold Beckmann moderierte Show.

Lesen Sie die deutschen Reaktionen auf die Auslosung.

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