Reaktionen auf Uefa-Beschluss Fans diskutieren differenziert

Viele Fans sehen die Entscheidung dagegen ein wenig differenzierter: "Euro 2020 in ganz Europa! So was Beklopptes. Glaubt denn der Platini, ich hab einen Heli oder einen Privatjet" ist ebenso zu lesen wie: "Wenn ich also die deutschen Spiele bis ins Finale sehen möchte, lautet meine Reiseroute innerhalb von vier Wochen: London, Baku, Paris, Berlin, Istanbul."

Die Fans stört weniger die Idee, das Turnier in verschiedenen Ländern auszutragen - als vielmehr der Beschluss, es auf 24 Teilnehmer aufzustocken. Für die Ewigkeit solle die EM auf dem gesamten Kontinent nämlich nicht sein, so Platini: "Die Entscheidung gilt nur für 2020. Das wird nicht immer so sein. Stand heute ist für die Zukunft alles offen."

Auf Twitter ist zu lesen: "Mit der Ausrichtung löscht Platini den Brand, den er selbst gelegt hat." Viele stellen sich auch die Frage, was denn danach passiert: "Wenn es 2020 Sinn macht, warum sollte man dann 2024 wieder in ein einzelnes Land gehen?" Einige Fans befürchten eine weitere Aufstockung: "Irgendwann gibt es keine Quali mehr, man spielt am Südpol. Hauptsache, es wird im Fernsehen übertragen."

Die Uefa-Exekutive mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger folgte dem Vorschlag von Uefa-Präsident Michel Platini. Mit Ausnahme des türkischen Vertreters stimmten alle Mitglieder für den Plan Platinis. Die Türkei hatte sich um die Austragung der Spiele bemüht. Sie könnte nun insofern entschädigt werden, dass die Halbfinals und auch das Endspiel in Istanbul stattfinden. Sicher ist das aber noch nicht. Die Wettbewerbskommission der Uefa soll nun in den kommenden Monaten die genauen Details der Fußball-Revolution ausarbeiten.

Nach derzeitigem Stand könnten mindestens drei der Spiele in Deutschland ausgetragen werden. In wie vielen Ländern das Turnier stattfinden wird, steht noch nicht fest. Der Bewerbungsprozess für die Ausrichtung beginnt Anfang des kommenden Jahres und dauert zwölf Monate. Die Entscheidung, wer an der EM beteiligt sein wird, fällt im Frühjahr 2014, sagte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino.