Razzia DFB zerlegt sich selbst

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach

(Foto: dpa)

Es sind nicht die Staatsanwälte, die den DFB kaputt machen wollen. Das erledigen Niersbach, Zwanziger und Co. schon selbst.

Kommentar von Heribert Prantl

Korruption ist zur Disziplin im internationalen Sportbetrieb geworden. In dieser Disziplin ist ungeheuer viel Geld im Spiel, die Methoden sind dubios, aber die Akteure geben sich integer. Zum Beispiel im Fußball: Dessen Spitzenfunktionäre tun so, als sei, weil ihr Fußball die schönste Nebensache der Welt ist, auch die Einhaltung von gesetzlichen Regeln Nebensache. Dem Fifa-Präsidenten schaut die Hybris aus jedem Knopfloch. Und bei den Funktionären vom DFB ist es zum Teil nicht viel anders.

Nun ist Selbstherrlichkeit als solche, auch wenn sie atemberaubend ist, nicht strafbar. Aber wenn diese Selbstüberhebung dazu führt, dass Korruption für notwendig, nützlich und alltäglich gehalten wird - dann ist die Staatsanwaltschaft gefordert.

Die Razzia ist eine Chance

Die Großrazzia beim DFB ist die Quittung für Vertuschung und Verschleierung von anrüchigen Geschäften; sie ist der Versuch, mit den Mitteln des Strafrechts in einen Abgrund von Intransparenz zu leuchten. Es wird Fußballfunktionäre geben, die davon schwadronieren, dass die Staatsanwälte den DFB kaputt machen wollen. Nein, das erledigt der Deutsche Fußballbund, das erledigen Niersbach, Zwanziger und Co. schon selbst. Die Geschichte der vergangenen Wochen trägt den Titel: Ein Verband zerlegt sich selbst.

Die Razzia ist eine Chance, als solche sollte der Verband sie begreifen: Sie zwingt den DFB zur Läuterung.