Rallye Dakar in Südamerika:Gefährliches Geschäft, das sich lohnt

Die Rallye Dakar hat in ihrer Geschichte mehr als 60 Todesopfer gefordert - auch diesmal kommt es zu mehreren tragischen Unfällen. Seit dem Wechsel nach Südamerika entwickelt sich das Rennen für den Veranstalter zur Gelddruck-Maschine. Die Staaten zahlen Millionen dafür, dass die motorisierten Abenteurer bei ihnen durchfahren und spektakuläre Bilder in die Welt senden. Und das tun sie.

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(Foto: AFP)

Die Rallye Dakar hat in ihrer Geschichte mehr als 60 Todesopfer gefordert - auch diesmal kommt es zu mehreren tragischen Unfällen. Seit dem Wechsel nach Südamerika entwickelt sich das Rennen für den Veranstalter zur Gelddruck-Maschine. Die Staaten zahlen Millionen dafür, dass die motorisierten Abenteurer bei ihnen durchfahren und spektakuläre Bilder in die Welt senden. Und das tun sie. Die Rallye Dakar war schon immer eine Veranstaltung für Abenteurer. Für zumeist reiche Abenteurer, die mit ihren Fahrzeugen durch die unwirtlichsten Gegenden der Welt rauschten. Seit 2009 ist die Rallye von Afrika nach Südamerika umgezogen, das Bild des Südafrikaner Riaan van Niekerk entstand auf der fünften Etappe der Dakar 2013 zwischen Arequipa, Peru, und Arica, Chile.

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(Foto: AFP)

Das sieht schon mehr nach Afrika aus. Doch die nach der Hauptstadt des Senegal benannte Rallye verbindet nur noch der Name mit Afrika. Hier kämpft sich der spanische Motorradfahrer Joan Barreda Bort durch die Ica-Wüste in Süd-Peru.

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Die Fahrzeuge hinterlassen Spuren. 2008 musste die Veranstaltung wegen Terror-Warnungen in Afrika abgesagt werden. Es folgte der Wechsel nach Südamerika, den die Beteiligten heute als Glücksfall erleben: "Die Leute in Afrika hat die Dakar nicht wirklich interessiert. In manchen Teilen dort geht es für die Menschen nur darum, für die nächste Mahlzeit zu sorgen. Zeit spielt für sie keine Rolle, mit Rennen gegen die Uhr können sie deshalb nichts anfangen", sagte Dakar-Rekordchampion und Titelverteidiger Stephane Peterhansel.

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Doch das Spektakel ist weiterhin hoch gefährlich. Mindestens 63 Tote forderte die Rallye bereits seit 1978, im vergangenen Jahr starb ein Zuschauer - und auch in diesen Tagen kam es zu einem schwerwiegenden Unfällen: Zuerst starben bei einem Crash eines Begleitfahrzeugs in Peru zwei Menschen, es war mit einem Taxi frontal zusammengeprallt. Vor der siebten Etappe starb der Motorradfahrer Thomas Bourgin, als er mit einem Polizeiauto kollidierte.  Mehr Glück hatte der russische Fahrer Wladimir Wassiljew, er überstand diesen ungewollten Überschlag mit seinem Boliden.

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Auch der Amerikaner Robby Gordon verlor mit seinem Hummer etwas die Orientierung, ...

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... er und sein Beifahrer kamen aber ebenso unbeschadet aus der Angelegenheit heraus.

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Motorradfahrer Henno van Bergheijk musste nach diesem Unfall die Rallye hingegen aufgeben. Nach dem Zusammenprall mit einem Felsen verletzte er sich die Schulter. Der Fall erinnert daran, dass seit 2006 fünf Motorradfahrer tödlich verunglückt waren.

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(Foto: AFP)

Trotz aller Gefahren: Der Reiz der Dakar war vielleicht nie größer als jetzt.  Sind die Fahrer in Afrika oft einen ganzen Tag gefahren, ohne einem Menschen zu begegnen, sind in Südamerika bereits zehn Minuten Einsamkeit in den Dünen etwas Besonderes. Hier drängeln sich die Zuschauer zwischen Arequipa und Arica an der Strecke.

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(Foto: AFP)

Für den Veranstalter ASO, der unter anderem auch die Tour de France organisiert, ist der Wechsel ein Glücksfall und eine Lizenz zum Gelddrucken. Statt die afrikanischen Staaten zu entlohnen, zahlen die Bewerber in Südamerika für eine Durchfahrt der Dakar an die ASO. Sechs Millionen Dollar (rund 4,5 Millionen Euro) überweist etwa Peru, die Kosten für die Bereitstellung der Logistik dürfte noch einmal die Hälfte dieser Summe betragen. Chile zahlt ebenfalls sechs Millionen, Argentinien immerhin noch vier.

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(Foto: AFP)

Doch auch die Staaten selbst profitieren vom Besuch der Dakar. So führt die Strecke an traumhafte Passagen vorbei, hier fährt der Pole Jacek Czachor zwischen Pisco und Nazca in Peru dem Pazifik entgegen.

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Eine Fahrt am Strand: Der Spanier Joan Roma mit seinem französischen Beifahrer Michel Perin zwischen Nazca und Arequipa. Bilder wie diese sind es, die sich die ASO erhofft und die Austragungsländer im rechten Licht erscheinen lassen. Über eine Milliarde Menschen sahen im Vorjahr die Dakar im TV. Die Tourismusbehörden Perus, Chiles und Argentiniens können sich 2013 auf ähnliche Zahlen freuen.

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(Foto: dpa)

Der Kampf zwischen Maschinen und der Natur fasziniert offenbar viele Menschen, hier versucht der Truck des Niederländers Hans Stacey den Weg durch die Dünen zu finden.

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(Foto: AFP)

Kollege Nikolajew Eduard aus Russland sucht da lieber den Weg durch die Lüfte.

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(Foto: REUTERS)

Und wie viel Sand verträgt ein Auto? Ein Experiment mit Christian Lavieille aus Frankreich.

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(Foto: dpa)

Hin und wieder müssen sich Mensch und Maschine dann geschlagen geben. Der Italiener Gianpaolo Bedin hat sein Gefährt ordentlich eingegraben.

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