Wie der Tour-Domestike Daniel Becke im Schatten der Stars bei einem Unfall "in eine Felswand eintauchte" und danach zwei Wochen voller Angst weiterfuhr.
Am Sonntagabend ist in Paris viel über Glück geredet worden. Jan Ullrich sagte immerzu, wie glücklich er sei, als Dritter und gesund die Kapitale erreicht zu haben. Auch beim Team Gerolsteiner stellten sie nach der Ankunft auf dem Place de la Concorde ausnahmsweise die Wasserflaschen zur Seite und prosteten sich mit Champagner zu, weil die Equipe erstmals vollzählig nach Paris gelangt war. 2003 hatten sie nur zu dritt die Ehrenrunde absolviert, "nach einer Ansammlung von Pech", wie sich Teamchef Hans-Michael Holczer erinnerte, "diesmal sind wir sehr stolz und glücklich." Das galt auch für Jens Voigt, der das Gelbe Trikot erobert hatte, ehe er nach einer Quälerei auf dem Galibier mit Schüttelfrost und 40 Grad Fieber aus dem Zeitlimit flog. Sonntagnacht marschierte der aus Berlin angereiste Profi um drei Uhr zur Tourparty ins "Douplex", er sah glücklich und gut erholt aus. Doch vermutlich ist das alles nichts gegen jenes Glück, das Daniel Becke seit einiger Zeit empfindet. Genauer gesagt: seit der neunten Etappe, die er nie mehr vergessen wird. Denn er hat sie überlebt, und ohne ein wenig Glück hätte dieser Tag der letzte in seinem Leben sein können.
Anzeige
Daniel Becke ist 27 und ein guter Bahnfahrer, 2000 in Sydney gewann er im Vierer Olympiagold. Er stammt aus Erfurt und fuhr die Tour für den Rennstall Illes Balears. Das ist seine Geschichte.
Die neunte Etappe führt von Gérardmer nach Mulhouse, an einem Sonntag. Im Ziel sollte Jens Voigt das Maillot Jaune überziehen, er und Tagessieger Mickael Rasmussen würden abends das Gesprächsthema sein. Den Unfall von Daniel Becke registriert kaum jemand. Dabei handelt es sich um einen unglaublichen Unfall.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
Drogeriekette wird abgewickelt