Von Hans Leyendecker

Die deutschen Ermittler vermuten, dass Jan Ullrich über ein Konto in der Schweiz Geld an den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes überwiesen hat.

In das Ermittlungsverfahren der Bonner Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Radsportler Jan Ullrich und dessen früheren Betreuer Rudy Pevenage kommt Bewegung. Die deutschen Strafverfolger sollen noch in dieser Woche Auszüge eines Kontos erhalten, das Ullrich bei der Credit Suisse in Kreuzlingen (Schweiz) unterhält.

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Jan Ullrich: erfolgloser Einspruch. (© Foto: dpa)

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Die Ermittler wollen prüfen, ob über dieses Konto Geld an den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes oder an andere Personen im Zusammenhang mit möglichen Käufen von Dopingmitteln geflossen ist.

Unterlagen der Ermittler legen den Verdacht nahe, dass Ullrich mindestens 25000 Euro an Fuentes gezahlt hat. Eintragungen in einem bei Fuentes sichergestellten Kalender deuten zudem darauf hin, dass sich Ullrich und Pevenage an drei aufeinanderfolgenden Tagen in Madrid mit Fuentes getroffen haben. Bei Fuentes sichergestellte Konserven waren identisch mit einer DNS-Probe des ehemaligen Toursiegers.

In einem Rechtshilfeersuchen an die Schweiz hatte die Bonner Staatsanwaltschaft im vorigen Jahr um die Herausgabe der Bank-Unterlagen für den Zeitraum 1.Januar 2003 bis 30. Juni 2006 gebeten. Nachdem die im Januar von der Staatsanwaltschaft im Kanton Thurgau angeordnete Weitergabe der Unterlagen zunächst durch einen Anwalt des ehemaligen Tour-de-France-Siegers blockiert worden war, hatte im Mai das Bundesstrafgericht in Bellinzona dessen Beschwerde verworfen.

Das Bundesgericht in Lausanne hat den von Ullrichs Anwälten erhobenen Rekurs nicht angenommen: Der Fall sei "nicht wesentlich".

Lesen Sie im zweiten Teil: Was die Herausgabe der Unterlagen bedeuten könnte.

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