Radsport Tödliche Kollision mit dem Motorrad

Starb mit 25 Jahren: der belgische Radprofi Antoine Demoitié.

(Foto: dpa)

Zwei Todesopfer innerhalb von 24 Stunden erschüttern den belgischen Radsport. Vor allem der Unfall von Antoine Demoitié verschärft die Sicherheitsdebatte.

Am Tag danach herrschte überall im Peloton Trauer, aber in die Trauer mischte sich zunehmend auch Wut. In der Nacht von Sonntag auf Montag war der belgische Radprofi Antoine Demoitié, 25, aus der zweitklassigen Wanty-Gobert-Mannschaft im Krankenhaus in Lille an den Folgen eines Rennunfalls beim Frühjahrsklassiker Gent-Wevelgem gestorben. Keine 24 Stunden später verstarb am Montagabend auch dessen Landsmann Daan Myngheer in einem Krankenhaus in Ajaccio.

Der 22-Jährige starb an den Folgen einer Herzattacke beim Critérium International auf Korsika. Der Tod Demoitiés intensiviert dagegen eine schon länger schwelende Sicherheitsdebatte, in deren Mittelpunkt die Gefahren fürs Fahrerfeld durch die Autos und Motorräder aus dem Begleittross stehen.

Noch ermittelt die Polizei den konkreten Unfallhergang, aber die Aussagen aus dem Peloton sowie von Augenzeugen in französischen und belgischen Medien legen folgende Rekonstruktion des Ablaufs nahe. Nach circa 150 Kilometern stürzte Demoitié demnach mit vier anderen Fahrern, und es sah zunächst nach einem normalen Rennunfall aus - doch dann soll von hinten ein Begleitmotorrad in die Gruppe hineingerast sein und den Profi am Kopf getroffen haben.

Es ist nicht das erste Mal in den vergangenen Jahren, dass ein Begleitfahrzeug die Ursache für einen schlimmen Unfall im Radsport ist. Bei der Tour de France 2011 drängte ein Auto den Niederländer Johnny Hoogerland so sehr an den Straßenrand, dass dieser in einen Stacheldrahtzaun flog und am ganzen Körper tiefe Schnittwunden erlitt. Im März 2013 stieß der Uruguayer Marcelo Graces bei der Rundfahrt durch sein Heimatland nach einem Lenkerbruch mit einem Motorrad zusammen und starb an den Folgen der Kollision.

Radsportler monieren mangelnde Qualifiaktion der Motorradfahrer

Während der vergangenen zwölf Monate gab es alleine in den größeren Rennen mindestens zehn solcher Zwischenfälle, bei denen sich unter anderen Weltmeister Peter Sagan, der belgische Klassikerspezialist Greg Van Avermaet und der junge Deutsche Rick Zabel verletzten.

Schon seit Längerem monieren Fahrer und Teamverantwortliche die mangelnde Qualifikation der Motorradfahrer, die zum Teil in immer größerer Zahl rund um das Peloton die Rennen begleiten. Aus Sicht der Aktiven hat der Rad-Weltverband UCI unter Führung seines Präsidenten Brian Cookson viel zu wenig für Verbesserungen in diesem Bereich getan. Entsprechend empört waren sie nach dem Tod von Demoitié.