Von Thomas Kistner

Nach dem Fehlverhalten bei einem überraschenden Trainingstest gerät Armstrongs angepeilte Tour-de-France-Rückkehr in Gefahr.

Damit hat er nicht gerechet, der Meister dieser kleinen, gewöhnlich gut vernetzten Radsportwelt: Taucht einfach ein Kontrolleur vor seinem südfranzösischen Domizil auf, überfallartig, und will einen Test mit Blut-, Urin- und überdies einer Haarprobe vornehmen. 23 Kontrolleursbesuche, zürnt Lance Armstrong im Web, habe er seit Herbst 2008 klaglos erduldet, bei diesem ist ihm der Kragen geplatzt.

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Lance Armstrong (Archivbild) bei der Tour de France im Jahr 2004. (© Foto: AP)

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Weshalb der Radheros aus Texas nun wieder ein einschlägiges Problem hat: Wegen Behinderung der Testprozedur drohen dem siebenmaligen Tour-Sieger Sanktionen durch die französische Antidoping-Agentur AFLD, schwant ihm selbst: "Es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie mir verbieten werden, die Tour zu fahren", sagt der 37-Jährige in einem Video auf der Homepage seiner Krebsstiftung.

Gespräch mit Sarkozy

Offen ist, ob ihn die AFLD wegen der Sache am 17. März wirklich straft. Druck von oben auf die Agentur dürfte im zentralistischen Frankreich gegeben sein - Armstrong hatte vor dem Comeback persönlichen Austausch mit Nicolas Sarkozy.

Tatsächlich ist für die zwei eine gemeinsame Schnittmenge denkbar: Der eine wähnt sich chronisch verfolgt im Mutterland des Radsports; dem anderen dürfte nicht entgangen sein, dass die Tour mit Problemen zu kämpfen hat, seit dort engagiert nach Dopern gefahndet wurde. Was übrigens jüngst zur Kurskorrektur führte.

Jedenfalls fällt auf, dass die Tour-Besitzergruppe Amaury Personalwechsel bei der Veranstalterorganisation ASO und dem Sportblatt L'Équipe vornahm, die signalisieren: Gewünscht ist eine dezentere Betrugsbekämpfung. Passend zum Bild stehen die Dopingtests bei der Tour 2009 nicht mehr unter Regie der AFLD, sondern wieder des Weltverbandes UCI. Ob die AFLD 2008 zu effektiv war? Jedenfalls überführte sie mit neuen, sogar nachträglichen Tests unter anderen Stefan Schumacher und den Italiener Riccardo Ricco als Doper.

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