Der Bundesinnenminister fordert eine Ehrenerklärung der Fahrer und mehr Dopingkontrollen. Sonst will er den Bundeszuschuss für die Rad-WM Ende September stornieren.

Auch alle Teilnehmer an den Rad-Weltmeisterschaften sollen vor ihrem Start in Stuttgart eine Ehrenerklärung im Anti-Doping-Kampf unterzeichnen. Darauf hat sich Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit Rad-Weltverbandschef Pat McQuaid und BDR-Präsident Rudolf Scharping am Montag in Berlin verständigt. Vor der Tour de France hatten alle 189 Fahrer eine entsprechende Erklärung unterschrieben, anderenfalls hatten die Tour-Verantwortlichen mit der Verweigerung des Starts gedroht.

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"Über den Berg ist die Rad-WM noch lange nicht": Bundesinnenminister Schäuble. (© Foto: afp)

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Wie das Bundesinnenministerium nach dem Spitzengespräch weiter mitteilte, soll eine Steuerungsgruppe konkrete Maßnahmen gegen Doping koordinieren. Angehören werden ihr Vertreter der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), der nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), von UCI und dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR).

"Wir sind uns einig, dass eine Weltmeisterschaft im Radsport ein Neuanfang sein muss", unterstrich Schäuble, dessen Ministerium den geplanten WM-Zuschuss in Höhe von 150.000 Euro bisher zurückhält. Die Steuerungsgruppe soll dafür sorgen, dass es vor der WM Ende September intensivierte unangemeldete Trainingskontrollen sowie vor und nach dem Wettkampf Kontrollen geben soll. Ferner sollen die Blutprofile aller WM-Starter kontrolliert werden. Die nationalen Verbände sollen sicherstellen, dass alle Fahrer die geplante Anti-Doping-Erklärung unterschreiben.

Sollten die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt werden, dürfte der geplante Bundeszuschuss von 150.000 Euro ausgezahlt werden. Daran hatte Stuttgart die Festhaltung an die WM geknüpft; die Stadt trägt mit 2,3 Millionen Euro den Löwenanteil am Etat von gut fünf Millionen. Allerdings kommen auf UCI und BDR erhebliche Zusatzkosten zu, wenn die Kontrollen in diesem Umfang durchgeführt werden. "Das werden wir stemmen", meinte Scharping.

Schäuble hatte vorher selbst eine Absage der WM nicht ausgeschlossen. "Über den Berg ist die Rad-WM noch lange nicht", hatte er erklärt und gefordert, die WM müsse sichtbar anders sein als andere Radsport-Ereignisse. Das weitere Vorgehen werde nun zeitnah mit den Vertretern aus Stuttgart und Baden-Württemberg abgestimmt. "Ich bin optimistisch, dass wir eine gemeinsame Lösung finden werden", sagte Scharping. Bereits an diesem Donnerstag wird eine Delegation aus Stuttgart im Bundesinnenministerium erwartet.

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(dpa/sid)