Public Viewing bei der Fußball-WM Welche Folgen hat das späte Public Viewing?

Wo wird Public Viewing im Sommer angeboten?

Das steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht im Detail fest, denn in den meisten Städten sind die Vorbereitungen noch im Gange: In Hamburg, wo der Senat bereits im Februar eine entsprechende Rechtsgrundlage geschaffen hat, steht die Genehmigung einer Public-Viewing-Anlage auf dem Heiligengeistfeld kurz vor dem Abschluss. "Formsache", heißt es dazu aus der Bezirksverwaltung.

In München hat die zuständige Verwaltung noch nicht über die Anträge entschieden, im Kreisverwaltungsreferat will man erst die Entscheidung des Bundeskabinetts und die Reaktion der bayerischen Landesregierung abwarten. Dennoch gehen die Betreiber des Münchner Olympiaparks fest davon aus, dass auch in diesem Jahr wieder Public Viewing im Olympiastadion möglich sein wird - in der Vergangenheit, etwa beim Champions-League-Finale 2012, waren fast 70 000 Zuschauer gekommen.

Bei besonders späten Spielen wolle man die Rahmenbedingungen in jedem einzelnen Fall prüfen, kündigte eine Sprecherin der Münchner Verwaltung an. Ob es im Juni auch in der Hauptstadt wieder eine Fanmeile zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule geben wird, ist derzeit allerdings noch unklar. In vielen Fällen werden die Behörden erst dann abschließend entscheiden, wenn die Sonderverordnung in Kraft getreten ist. Dazu muss neben dem Kabinett auch der Bundesrat seine Zustimmung geben. Diese werde aber nicht vor Mitte Mai erwartet, heißt es aus dem Bundesumweltministerium.

Welche Folgen hat das späte Public Viewing?

Nicht nur für Fans hat die geplante Sonderregelung für die WM-Zeit Folgen: Gastronomen und Caterer werden vielerorts teils deutlich länger arbeiten müssen, um Hunger und Durst der Fußball-Nachtschwärmer zu stillen. "Arbeitnehmer in Restaurants und Gaststätten, die durch das Public Viewing länger arbeiten als sonst, haben Anspruch darauf, dass ihre Überstunden bezahlt werden. Auch kommen nachts entsprechende Zuschläge hinzu", sagt eine Sprecherin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Auch Anwohner müssen sich während der WM-Wochen auf einige Veränderungen einstellen: Wer in der Nähe einer Public-Viewing-Anlage wohnt und sich nicht jedes Mal zum kollektiven Mitfiebern motivieren kann, für den kann es in diesem Jahr ein Sommer mit besonders wenig Schlaf werden. "Anwohner im Umfeld einer Großleinwand müssen dann in den sauren Apfel beißen", sagt Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbunds. "Und die Sonderregelung ist auch kein Freibrief für Außengastronomie oder private Veranstaltungen." Will heißen: Auch wenn Kabinett und Bundesrat die Verordnung nun beschließen, muss in Biergärten und auf privaten Balkonen für gewöhnlich gegen 22 Uhr Ruhe sein.