III. Die Liebenden II

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Thomas Helmer unterbreitete der Fernseh-Schauspielerin Yasmina Filali seinen Heiratsantrag im Gourmet-Zirkus "Palazzo" in München. Er fiel im Beisein der Presse auf die Knie und sagte: "Ich bete dich an. Du bist meine Göttin. Willst du meine Frau werden?" Der Ort, die Geste, die Wortwahl. Gegen Geste und Wortwahl ist im Grunde nichts einzuwenden. Helmer arbeitet heute bisweilen im Privatfernsehen, genauer: im Deutschen Sportfernsehen (DSF). 1996 ist Thomas Helmer, heute 43, Fußball-Europameister geworden.

IV. Franz und Uwe

Am einfachsten ist der Übergang ins zweite Leben zu bewerkstelligen, wenn man nichts mehr tun muss außer zu sein. Man ist dann tatsächlich einfach der Fall, und zwar in Ludwig Wittgensteins Sinne: denn von abwärts kann keine Rede sein. Franz Beckenbauer hat es geschafft, dass er tun kann, was er will, und dass er sagen kann, was er will, und trotzdem immer höchstes Ansehen genießt. Als er 1999 auf der Weihnachtsfeier des FC Bayern eine Sekretärin geschwängert hatte, beendete er alle Aufregung mit dem Satz: "Der liebe Gott freut sich über jedes Kind." George Best wäre neidisch gewesen auf eine derart endgültige Äußerung, die die seine übertrifft, und Wittgenstein erst recht. In dieser Kategorie ist in Deutschland allenfalls noch Uwe Seeler anzusiedeln. Vor einigen Jahren gab er ein Interview im Sender Sat1, in dem er sitzend zu sehen war und fortwährend seine Körpermitte mit der Hand in eine ihm genehmere Position brachte. Es dauerte lange, bis die Kamera den Bildausschnitt so veränderte, dass Seelers Körpermitte nicht mehr zu sehen war; doch man sah an seiner Schulter, dass die Hand weiterhin nach einer noch besseren Position der Körpermitte suchte. Das ist eigentlich peinlich, aber Uwe Seeler blieb und bleibt ein Hamburger Idol. Unvergessen, wie er Werbung machte für ein Rasierwasser namens "Hattrick" und dabei pfiff. Seeler ist immer bei sich, und deshalb ist es allen egal, ob er pfeift oder sein Gemächt sortiert.

Beckenbauer, 62, ist die Münchner Ikone des Fußballs. Seeler, 71, ist die Hamburger Ikone des Fußballs.

V. Die Trinker, Nicht-Fußballer

Matti Nykänen war Popsänger, Stripper und Trinker. 2004 wurde er wegen ver-suchten Totschlags angeklagt, weil er einen Freund nach einem Streit (es ging ums Fingerhakeln) im Rausch niedergestochen haben soll. Er wurde verurteilt, bekam einen Herzinfarkt, er kam auf Bewährung frei, schlug seine Frau, ging zurück in den Knast, und das alles passierte noch nachdem er 2003 seine Biographie veröffentlicht hatte. Sie heißt: "Grüße aus der Hölle". Nykänen war mal Skispringer, es hätte also einen anderen Titelvorschlag für die Biographie gegeben, aber dass die Welt alles ist, was der Fall ist, erscheint zu banal, wenn einer bereits aus der Hölle grüßt.

Gustav, genannt: Bubi, Scholz, erschoss 1984 im Vollrausch seine Frau Helga. Helga hatte sich im Gästeklo eingeschlossen, Bubi holte sein Repetierge-wehr, Kaliber 22, und schoss durch die Tür. Hätte Helga gesessen, wäre der Schuss über sie hinweggegangen, aber Helga saß nicht. Bubi sagte in einer Vernehmung: "Ich wollte sie doch nur da rausholen." Sein Leben wurde verfilmt, Götz George spielte den alternden Bubi

Matti Nykänen, 44, gewann 1984 eine Goldmedaille bei Olympia im Skispringen, 1988 gewann er drei.

Bubi Scholz war in den sechziger und siebziger Jahren der beliebteste Boxer Deutschlands. Er starb im Jahr 2000.

VI. Die Fußball-Geschäftsleute

Uli Hoeneß, 56, der seine Karriere Ende der siebziger Jahre beendete, baute eine Wurstfabrik auf und den FC Bayern. Günter Netzer, 63, der seine Karriere Ende der siebziger Jahre beendete, führte erst den Hamburger SV als Manager in dessen beste Zeit (1978 - 1986), und wurde dann erfolgreicher Sportrechtehändler und Fernsehfigur. Klaus Allofs, 51, der seine Karriere Anfang der neunziger Jahre beendete, wurde Geschäftsführer bei Werder Bremen und wird in der Liga sehr bewundert, weil er Französisch spricht.

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