Probleme beim FC Barcelona Messi schlurft

Hat er keine Lust, läuft es auch beim FC Barcelona schlecht: Lionel Messi.

(Foto: REUTERS)

Die Schultern des Argentiniers weisen auf tiefe Verstimmung hin: Vor dem Champions-League-Ernstfall in Manchester macht ein Zwist zwischen Trainer Luis Enrique und Stürmer Lionel Messi dem FC Barcelona schwer zu schaffen.

Von Oliver Meiler

Es ist nie gut, wenn der Chef nicht mit seinem wichtigsten Mitarbeiter spricht, seinem Arm im Operativen, dem ersten Umsetzer seiner Ideen und Strategien. Auch im Fußball nicht.

Beim FC Barcelona, einem Unternehmen mit einer halben Milliarde Euro Umsatz, spricht der Trainer nicht mehr mit seinem Spielgestalter, seinem besten Mann, seinem CEO auf dem Platz. Zwischen Luis Enrique und Lionel Messi ist die Beziehung mittlerweile so angespannt, dass es Mittler braucht in der Mannschaft, Pingpong-Diplomaten, die Botschaften hin- und hertragen, damit sich die Streithähne ganz dem wechselseitigen, irgendwie infantilen Ignorieren hingeben können.

Barcelonas Höhenlage hängt von Messi ab

Und es verwundert nicht, dass Xavi Hernández, der Veteran, ein geerdeter Mann mit feinen Umgangsformen, diesen Part spielt. Frieden aber ist nicht absehbar, dafür sind die beiden Herrschaften wohl einfach zu stur. Wenn man gewinnt, sonnt sich jeder einzeln unter dem Beifall. Wenn man verliert, wie am Samstag daheim im Camp Nou gegen den FC Málaga, dann ist jeweils der andere schuld. Dafür braucht es nicht einmal Worte.

So, mit tiefer interner Verstimmung, fährt Barça auf die Insel zum Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Manchester City, das sich seinerseits gegen Newcastle United mit einem runden 5:0 - oder wie die Spanier sagen: mit einer Manita, einer Handvoll Tore - Mut angespielt hat. Wahrscheinlich reichen dann schon fünf, zehn Minuten Stilstudie zu Spielbeginn, um zu verstehen, wie die Gäste drauf sind.

Man braucht dann nur auf Messi zu schauen: Schlurft er mit hängenden Armen im vorderen Drittel, als wollte er dem Trainer seine Zentralität demonstrieren, dann droht ein lauer Flop, wie es sie im vergangenen Jahr des Öfteren gab. Steht ihm der Sinn hingegen nach Lust und Kür, nach Pressing und Kunst, dann ist es möglich, dass man wieder einen der besten Messi überhaupt zu sehen bekommt.

Die Katalanen erleben eine Saison mit Himmelhöhen und Höllentiefen in schneller Abfolge, und immer, wirklich immer, hängt die Höhenlage ganz vom CEO ab, von der Tageslaune von Lionel Messi, nunmehr 27 Jahre alt.

In den ersten eineinhalb Monaten des laufenden Jahres spielte er so gut, dass es hieß, er sei nie besser gewesen. Bis zur Niederlage gegen Málaga gab es elf Siege in Serie, so viele wie schon lange nicht mehr. Und der Argentinier schoss 14 Tore, mehr als der gesamte Sturm von Real Madrid in derselben Zeitspanne. Vom "neuen Messi" war die Rede.

Malaga schockt Barcelona

Selbst Messi kann die Niederlage nicht verhindern: Der FC Barcelona unterliegt dem FC Malaga und verliert wichtige Punkte im Kampf um die spanische Meisterschaft. Mesut Özil und Per Mertesacker siegen mit dem FC Arsenal. mehr ... Überblick

Man suchte nach Gründen und fand sie unter anderem bei einem neuen Ernährungsplan, erdacht von einem Berater in Mailand, dessen Name noch nicht ruchbar wurde. Manch ein Deuter vertrat die These, Cristiano Ronaldo sei es gewesen, der Messi zu neuer Verve angestachelt habe, als er von der Bühne des Zürcher Kongresshauses verlauten ließ, er trachte danach, mindestens ebenso viele Ballons d'Or zu sammeln wie seine Nemesis im auffälligen Anzug von Dolce & Gabbana.