Von Von Hans von der Hagen und Markus Schulte von Drach

Rudi, wir mögen Dich. Du langweilst uns nicht, so wie es Vogts tat. Du belästigst uns nicht wie der Beckenbauer.

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Und trotzdem waren wir uns nicht sicher, ob Du der richtige Mann am richtigen Platz warst, anders als einst auf dem Spielfeld. Dort wusstest Du, was zu tun war. Aufpassen, kämpfen, rennen, abstauben.

Doch die Rolle des Strategen war die Deine nicht. Damals nicht. Und heute nicht.

Vielleicht hätte Dir mehr Erfahrung geholfen, so wie sie Rehhagel zu Gute kommt. Doch die hattest Du nicht.

Natürlich, Du wurdest gedrängt, den Job zu machen. Du hast Dich nicht drum gerissen. Stand ja eigentlich auch ein anderer parat. Doch der stolperte und schubste Dich auf den neuen Posten.

Dein Plan war es, eine neue, junge Mannschaft aufzubauen. Und das braucht Zeit. Aber vier Jahre sollten reichen, um aus dem Spielerpool der Bundesliga eine Nationalmannschaft zu destillieren und zu veredeln, die länger als eine Viertelstunde gut zu spielen vermag.

Und die auch mal siegen kann.

Doch das beste Ergebnis bei dieser EM hieß: Unentschieden.

Gewiss, wir haben die Vize-Weltmeisterschaft nicht vergessen. Aber auch sie war schon nicht Ergebnis schönen, klugen Spiels. Das meistgebrauchte Wort war damals Glück. Dusel.

Wieviel Zeit hätte man Dir noch geben sollen? In zwei Jahren ist jedenfalls alles zu spät. Es tut uns leid, dass Du gehst. Irgendwie. Aber vielleicht, vielleicht ist es besser so.

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