Madrid geht im heimischen Bernabéu-Stadion mit 2:6 unter. In Barcelona jubeln Tausende Anhänger über diesen historischen Erfolg.

Mit einer beispiellosen Fußball-Gala hat der FC Barcelona seinen Erzrivalen Real Madrid vorgeführt und sich den Meistertitel fast schon gesichert. "Nicht einmal im Paradies wird schönerer Fußball geboten", schwärmte das Sportblatt As nach Barças 6:2-Erfolg im spanischen Fußball-Klassiker im Bernabéu-Stadion. "Über diese Partie wird man noch in mehreren Generationen sprechen." Nie zuvor hatten die Katalanen in der Real-Arena sechs Treffer erzielt.

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Gejubelt wie noch nie: Thierry Henry (r.) und Samuel Eto'o vom FC Barcelona. (© Foto: Getty)

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"Wir haben Geschichte geschrieben", sagte Barças Regisseur Xavi. Tausende von Fans der Blauroten feierten den Kantersieg beim Meister wie einen Titelgewinn. Eine jubelnde Menge empfing die Barça-Spieler in der Nacht zum Sonntag am Flughafen der katalanischen Metropole. Auf Barcelonas Flaniermeile "Las Ramblas" strömten 5000 Fans zusammen und stimmten Triumphgesänge an.

Der FC Barcelona kann den Titelgewinn am kommenden Sonntag vorzeitig perfekt machen, wenn er sein Heimspiel gegen den FC Villarreal gewinnt und Real beim FC Valencia über ein Remis nicht hinauskommt. "Dies ist einer der glücklichsten Tage meines Lebens", freute sich Barças Trainer Josep Guardiola, dessen Elf nun auch in der Champions League gestärkt ins Halbfinalrückspiel beim FC Chelsea (Hinspiel 0:0) geht.

"Wir wurden von einer Dampfwalze überrollt", meinte Reals Torwart Iker Casillas, der der Welle der Barça-Angriffe machtlos gegenübergestanden hatte. Der Keeper war der beste Spieler seiner Elf. Er verhinderte mit Glanzparaden, dass die Madrilenen statt einem halben ein ganzes Dutzend Treffer kassierten. Reals Innenverteidiger Christoph Metzelder ging zusammen mit seiner Elf im Angriffswirbel von Lionel Messi & Co unter. Der Ex-Dortmunder konnte sich immerhin zugutehalten, dass sein Gegenspieler Samuel Eto'o ohne Treffer blieb.

Die "Königlichen" empfanden das 2:6 als eine schlimmere Demütigung als das legendäre 0:5 im Februar 1974 gegen das von Johan Cruyff angeführte Barça. Diesmal verlor Real neben den Punkten auch die Titelhoffnungen. Die Madrilenen hatten nach der Entlassung von Bernd Schuster mit dem neuen Trainer Juande Ramos eine beispiellose Serie von 17 Siegen und einem Remis hingelegt und damit den Rückstand auf Barça von zwölf auf vier Punkte verkürzt. Mit der 2:6-Pleite nahm die Aufholjagd vier Spieltage vor Saisonschluss ein abruptes Ende.

"Es ist vorbei", titelte das Sportblatt Marca. "Bei Real ist nach der Demütigung eine große Säuberungsaktion fällig. Die Clubführung warf in weniger als drei Jahren 300 Millionen Euro für mittelmäßige Fußballer zum Fenster hinaus." Trainer Ramos habe keine Chance mehr, nach Ende der Saison einen neuen Vertrag zu erhalten.

Dabei hatte "El Clásico" für die Weißen so gut begonnen. Gonzalo Higuaín (14. Minute) brachte Real in Führung. Aber Barcelonas Fußball-Künstler ließen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Sie hatten die Schmach vor einem Jahr nicht vergessen, als sie für die als Meister feststehenden Real-Spieler Spalier stehen mussten.

Thierry Henry (18.) und Kapitän Carles Puyol (20.) drehten den Spieß um. Messi (35.) gelang mit dem 3:1 fast schon eine Vorentscheidung. Nach dem Wechsel ließ Sergio Ramos (56.) den Titelverteidiger noch einmal hoffen, aber nur für kurze Zeit. Henry (58.), Messi (75.) und Gerard Piqué (83.) machten den Barça-Triumph perfekt. Der Treffer zum 6:2 war das 100. Saisontor der Katalanen, die nun sogar noch Reals Liga-Rekord von 107 Treffern aus der Spielzeit 1989/90 überbieten können. Eto'o (27 Tore), Messi (23) und Henry (19) sind mit ihren 69 Saisontreffern schon jetzt erfolgreicher als Reals berühmtes Trio Ferenc Puskas (28), Alfredo di Stéfano (21) und Luis del Sol (17) in der Saison 1960/61.

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(dpa/hum)